Prölls Feinde, Prölls Freunde

22. Juni 2009, 18:43
4 Postings

Erwin Pröll hat nach langen Jahren in der Politik ein dichtes Netz an Freunden und Feinden

Prölls Feinde

Wer so lange in der Politik ist wie der niederösterreichische Landeshauptmann, der hat sich automatisch viele Gegner geschaffen. Im konkreten Fall sind es alle ÖVP-Bundesparteiobmänner, seit er 1992 Landesparteichef wurde. Alle? Ja, das inkludiert nach Erhard Busek, Wolfgang Schüssel und Wilhelm Molterer auch den amtierenden Neffen Josef Pröll. Zwischen den beiden Exponenten der Familie herrschen unausgesprochene Spannungen, im Zweifel ist es dem Vizekanzler wichtiger, dass er selbst Kanzler wird, als dass der Onkel Präsident wird.

Nachdem Erwin Pröll in den späten Neunzigerjahren die Türe zur FPÖ offen gehalten und an der Koalition mit Haider mitgewirkt hat, hat er sich von der FPÖ abgewandt. Umgekehrt war es aber zuletzt nur die Landes-FPÖ, die Pröll kritisiert hat.

Prölls Freunde

Engstens verbunden mit Pröll sind dessen politischer Ziehvater Andreas Maurer und der Generalanwalt des Raiffeisenverbands, Christian Konrad. In der Politik kann er sich auf den mächtigen niederösterreichischen Bauernbund stützen, dessen Direktor Johann Penz gleichzeitig Landtagspräsident ist und mit Klubobmann Klaus Schneeberger sowie Prölls einflussreichem Pressesprecher Peter Kirchweger gut zusammenspielt.

Legendär sind Prölls Medienkontakte - von ORF-Landesdirektor Norbert Gollinger abwärts.

In der Person Ernst Strasser ist ein ehemaliger enger Pröll-Mitarbeiter (und Exmediensprecher) eben ins EU-Parlament eingezogen. Und obwohl Prölls Gegnerschaft zum Semmeringtunnel die Steirer ärgert, gibt es gute Kontakte zu Hermann Schützenhöfer. (cs, DER STANDARD, Printausgabe, 23.6.2009)

 

Share if you care.