SPÖ und Krone

SPÖ schwankt zwischen Distanz und Diktat

22. Juni 2009, 23:39
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    foto:standard/newald

    Da war die Menage à trois noch intakt: SPÖ-Politiker Werner Faymann und Michael Häupl anno 2001 in trauter Dreisamkeit mit "Krone" -Chef Hans Dichand (Mitte).

Die Folgen eines Liebesentzugs: Mehr Abstand zur "Kronen Zei­tung"? Müssen Fischer und Häupl um ihre Wahlchancen bangen?

Wien - Werner Faymann habe sich immer um ein gutes Verhältnis zu allen Medien bemüht, das hat er selbst stets betont. Ganz besonders aber war er der Kronen Zeitung verpflichtet, auch durch eine persönliche Verbundenheit mit Krone-Chef Hans Dichand. Daraus hat er kein Hehl gemacht. Noch besser als gut ist auch Faymanns Verhältnis zur Zeitung Österreich, mit deren Chef Wolfgang Fellner er seit Schülerzeitungstagen befreundet ist.

Das Verhältnis zu Dichand ist im vergangenen halben Jahr aber abgekühlt. Keine gemeinsamen Reisen mehr, praktisch keine privaten Treffen. Und das hat auch eine politische Dimension, wenn man die überraschende Liebeserklärung von Hans Dichand an die Familie Pröll, Landeshauptmann Erwin und Vizekanzler Josef, betrachtet. Den einen will Dichand als Bundespräsidenten, den anderen als Kanzler sehen. Das heißt im Umkehrschluss: statt Heinz Fischer und statt Werner Faymann.

Dichand als Dorn im Auge

Die Neupositionierung Dichands sorgt in der SPÖ für Gesprächsstoff - und sehr unterschiedliche Ansichten. Die einen halten die Distanz der Krone für positiv und strategisch anstrebenswert. Damit könnte man die Linksintellektuellen und Künstler, die sich von der SPÖ abgewandt hatten, wieder zurückgewinnen. Vielen in und vor allem am Rande der Partei war das gute Verhältnis von Faymann und Dichand längst ein Dorn im Auge. Wenn sich die Partei jetzt nicht mehr von der Kronen die Politik diktieren lassen müsse, könne das nur ein Vorteil sein.

Auf der anderen Seite wird ein Kollateralschaden befürchtet, wenn die Krone massiv für die Prölls kampagnisieren sollte. Das könnte Bundespräsident Heinz Fischer treffen, der sich offiziell noch nicht festgelegt hat, aber noch einmal kandidieren dürfte. Das Verhältnis Dichands zu Fischer war bisher von Respekt getragen. Das könnte sich ändern. Bisher hat das Staatsoberhaupt aber kaum Anlass für Tadel vom Boulevard geboten.

Für den 5. Juli hat Fischer der ORF-Pressestunde zugesagt, wo er sich punkto Kandidatur festlegen dürfte. Die SPÖ beginnt bereits, für Fischer zu mobilisieren: Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas unterstützt im Internet auf Facebook die Gruppe "Wiederkandidatur von Heinz Fischer!".

Im nächsten Jahr muss aber nicht nur Fischer eine Wahl schlagen. In Wien will Michael Häupl die absolute Mehrheit seiner SPÖ verteidigen - verliert nun auch er den Rückhalt der Krone? Im Rathaus kann sich das kaum jemand vorstellen, denn bisher zählte der Bürgermeister zu den Lieblingen des Kleinformats. Allerdings basiert dieser Bonus weniger auf einer persönlichen Beziehung. Häupl, dem Verhaberung entgegen seinem Image suspekt ist, treffe die Dichands nicht häufiger als andere Medienmacher, heißt es. Und von Privatausflügen wie bei Faymann könne schon gar keine Rede sein.

Der Chef wird nie geprügelt

Politisch ist das Verhältnis dennoch innig: Die beiden machen sich gerne gegenseitig eine Freude. Die Krone druckt Lobesartikel ab, Häupl revanchiert sich. Der Bürgermeister posiert auf Fotos für Krone-Kampagnen wie "Pro Hund" - oder macht sich in schwerwiegenderen Fällen verdächtig, Entscheidungen an Dichand anzupassen. Dass das Museumsquartier etwa keinen Leseturm bekam, roch nach dem Erfolg einer Krone-Kampagne. Fakt ist: Geprügelt werden im Blatt zwar SPÖ-Stadträte, aber nie der Chef selbst.

Das Zusammenspiel hat viele Facetten. Häupl verkörpert den großkoalitionären Volkstribun, der dem Dichand'schen Verständnis des Idealpolitikers nahekommt. Umgekehrt ist der Stadtchef wohl einfach überzeugt, das Massenblatt zu brauchen, wenn er von mehr als der Hälfte der Wiener gewählt werden will. Auf die Frage, ob man gegen die Krone regieren kann, gestand Häupl einmal: "Ich weiß nicht, ob das geht."

Es gibt personelle Verbindungen - der Häupl-Vertraute Josef Kalina wechselte von der SPÖ zur Krone und retour - und natürlich wirtschaftliche. Die Stadtregierung geht mit dem Kleinformat Kooperationen ein (aber auch mit anderen Medien) und schaltet reichlich Inserate. "Allerdings mit geringem Nutzen, weil wir damit erstaunlich wenig transportieren" , sagt ein Rathaus-Insider, der Dichands neues ÖVP-Faible nicht für wahlentscheidend hält: "Die Wiener SPÖ muss näher zu den Leuten und ihren Problemen. Das kann uns die Krone auch nicht abnehmen." (Gerald John, Michael Völker, DER STANDARD, Printausgabe, 23.6.2009)

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Daniela Anna K.
01
Das beste Brechmittel

ist der tägliche Blick in die Kronenzeitung.

Die EU nimmt Strache das Wasser weg!
00
29.6.2009, 15:05
Wenn die FPÖ wieder Komikhefteln verschickt...

ist es aus mit Häupl, das ist noch wichtiger als die Krone!
500.000 Hefteln das muss man sich vorstellen, mit lauter Unsinn über blaue Planeten denen Wasserabgepumpt wird von Zigarrenfressenden EU-Schleimlingen und das dann nach Spanien geschickt wird!
Und die Jugend ist so dumm und glaubt das alles! Das sie sich nicht vor ihren Mädchen genieren wenn sie Micky Mousehefterln lesen mit solchem Unsinn!?
Und das ganze noch auf Steuerkosten!
Da sehe ich die Gefahr für die SPÖ, nicht nur bei der Krone!

left
00
28.6.2009, 17:31

Wenn das so weitergeht, wird man bald bei einer Wahl direkt Hr. Dichand oder die Krone wählen können *g*. Jetzt hat der liebe Herr Faymann doch glatt den einschleimenden Leserbrief umsonst geschrieben...

Der Ätzer
50
24.6.2009, 17:11
Es ist dann jede Werbung besonders wichtig, wenn die Ware mängel aufweist!

Freiheitliche hetzen nicht, sondern weisen auf erhebliche Mängel hin.

Das Beschönigen von Mängel ist ein Schaden für alle und die Diffamierung des Boten schäbig.

So einfach ist das!

Gibt es keine Mängel die Wähler beträchtlich verschrecken, haben die Boten schelte verdient und es gäbe keinen Zulauf zur Parteikonkurrenz!

Alles andere ist Probaganda gegen die Redlichkeit.

Gestatten ein Strache Unsinn!
00
29.6.2009, 16:18
Der größte Mangel sind im Oberhead Straches!

So etwas der Jugend zu schreiben, macht ja nicht einmal wer von der Baumgartner Höhe!
Das ist wirklich unschlagbar dumm und echt zum genieren für das ganz Land!

skip it
11
24.6.2009, 19:57
"Freiheitliche hetzen nicht, sondern weisen auf erhebliche Mängel hin"...

...mit an kruzifix?

ah so.

Egon Echt
20
24.6.2009, 13:43
DISTANZ? DIKTAT? DICHAND!


Machen wir uns nichts vor: SPÖ ist in fest der Geiselschaft der Kronenzeitung. So zu tun, als ob Löwelstrasse eine andere Wahl hätte, ist blauäugig. Häupl geht das Risiko der Wiener Wahlen ohne Krone nie ein.

heri13
01
24.6.2009, 19:30
was muß der senile dichand noch aufführen,

damit die dummschreiber endlich aufhören mit dem märchen die krone unterstützt die SOZIALDEMOKRATEN! er hat den lügenbaron martin ins EU parlament schreiben lassen,hat vorher haider trotz sein menschenverachtung und anbiederung an die braunen zur zweitstärken partei hochgejupelt. erst als der haider sich vom schüssel an die zweite stelle in der regierung abkanzeln lies war es mit der jubelschreiberei vorbei!inwieweit er den schwarz angehauchten faymann unterstützt hat war mir nie klar! aber die schmierschreiber in den schwarzen blättern haben sich daran aufgehängt! jetzt da die krone die prölls unterstützt .liest man in den schwarzen zeitungen wenig davon!

sc AN
01
24.6.2009, 18:18
und worin sollte diese "geiselhaft" bestehen?

ein paar beispiele und erklärungen bitte ...

Finn McCool
00
24.6.2009, 11:52
Pröll wird wohl auch nicht mehr lange Dichands Lieblingsneffe sein...

"Pröll stimmt OECD-Regeln zu. Steueroasen müssen mit Sanktionen rechnen - auch Trusts und Stiftungen im Visier"

albert einstein
10
24.6.2009, 11:36

warum schnallt die spö nicht dass sie ihre basis verliert?


da es in der spö sehr wohl einen stark ausgeprägten linken flügel gibt, verstehe ich nicht warum die spö zwanghaft versucht diesen zu kappen!

Walter J. Ferstl
10
24.6.2009, 15:11
Öffentlich wahrnehmbar...

... ist bei der SPÖ aber nur der rechte Flügel, und zwar schon seit langer Zeit ("Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen." Franz Vranitzky, sinngemäß, vor ca. 20 Jahren).

Sollte mit dem linken Flügel der SPÖ immer noch und weiterhin Caspar Einem gemeint sein?

Mir persönlich fehlt in der Partei ein Heinrich Keller.

Wazn
21
23.6.2009, 20:23
der Herr gibt

und der Herr nimmt.

Eventuell macht die SPÖ mal wieder sozialdemokratische Politik.

skip it
00
24.6.2009, 10:48
jessas! der blaher toni!...

Wazn
00
24.6.2009, 11:11
was'n los mit dir?

du bist ja komplett neben der Spur. Zu dir fällt mir der Dr Sperber aus der Tante Jolesch ein.

skip it
00
24.6.2009, 12:21
passt schon...

knie2beuge
211
23.6.2009, 19:30
komisch


jeden tag liest man im kurier lobeshymmnen auf die dollfuss-jünger, aber wo bleibt der tägliche aufschrei in dieser "qualitäts"zeitung?

es sind ach so objektive "qualitäts""journalisten", die nicht weniger gerne einfluss ausüben, nur eben viel weniger gelesen werden, die das geifern nicht lassen können.

bezeichnenderweise kann nicht einmal der bemitleidenswerte gerhardschwarz schildern, was genau denn so schrecklich daran sein soll, wenn die sp es schafft, sich mit medien -oder dem bösen medium- gut zu stellen.

inhaltlicher einfluss auf die regierungsarbeit: 0
selbst beim thema "vermögenssteuer" war es (leider) pröll, der sich im regierungsübereinkommen damit durchgesetz hat - und nicht der böse dich...

naja, rosa wehleidigkeit ...

seh
01
24.6.2009, 13:13
dollfuss-jünger


Sind unsere Kammern (Arbeiterkammer, Landwirtschaftskammer,...) nicht ein Relikt aus dem Ständestaat? Weg damit. Aber halt: SP Tumpel wurde soeben in Wien wiedergewählt. Kammern sind doch gut.



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11
24.6.2009, 09:19
noch eins:...

...sie sollten sich eingehend mit dem feinen semantischen unterschied zwischen "sich mit medien gut stellen" und "dichand in den arsch kriechen" beschaeftigen.

ich kenn da etliche erzrote, die ihnen bei ihren bemuehungen gerne behilflich sind.

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20
24.6.2009, 08:39
in die knie...

...ging sehr wohl faymann vor dichands tiraden. sonst haett' er ja auch auf voves hoeren koennen. aber dichand hat mehr g€wicht.

proell musste nur mehr zusehen.

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61
24.6.2009, 08:37
tangens re. "dollfuss-jünger":...

...sie sind genau DER rote, mit dem anstaendige leut nix zu tun haben wollen. sie koennten sich daher ohne aufzufallen in straches braune riegen einreihen.

im ernst: wer will mit solchen leuten wie ihnen konstruktiv etwas zu tun haben wollen?

nicht einmal trotteln ihrer guete wird es jedoch gelingen, mir die freude an gepflegten streitereien mit meinen roten bekannten zu vermiesen: die sollten sie sich anschau'n und ein beispiel an ihnen nehmen. die sind rot bis in die knochen aber frei von jeglichem arschlochtum.

was uns bei allen politischen gegensaetzen jedoch respektvoll eint ist, wie habermas sagen wuerde, der "verfassungspatriotismus".

ach ja: und eine gepflegte erziehung.

Wazn
00
24.6.2009, 10:12
"...und eine gepflegte erziehung."

ah, den Humor hast noch!

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00
24.6.2009, 10:45
hab i g'sagt "blech", dass s' scheppern?...

Wazn
00
24.6.2009, 10:56
ruhig Blut

nimm ein Achterl vom französischen Roten und entspann dich!

skip it
00
24.6.2009, 12:24
worueber sollt ich mich denn aufregen?...

...sie verwechseln belaestigung mit aerger, oh sie mein kraetzenhaft-anbiedernd duzendes herzibinki.

zum aergern fehlt ihnen einiges.

vor allem kaliber.

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