SOKO Ost hilft bei Einbruchsbekämpfung

22. Juni 2009, 16:10
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Kooperation mit Wiener Beamten - Pfeifenberger: "Einbrüche in Wohnungen, Häuser und Kfz sind im Moment ein Sorgenkind."

Wien - Die Wiener Polizei zeigte sich am Montag erfreut über die Soko Ost, die eigene Beamte ab Juli bei der Bekämpfung der Einbruchskriminalität unterstützen wird. Man sei dankbar für die zusätzlichen externen Kräfte, sagte Polizeivizepräsidentin Michaela Pfeifenberger. "Einbrüche in Wohnungen, Häuser und Kfz sind im Moment ein Sorgenkind."

Wichtig sei es, gegen dieses Problem geballte Schlagkraft zu zeigen. Die Wiener Beamten würden daher mit der Sondereinheit eng kooperieren, vor allem bei Schwerpunkten. Ein Ersatz für die eigenen Bemühungen beim Kampf gegen Einbruchskriminalität stelle die Soko allerdings nicht dar, vielmehr sei sie eine zusätzliche koordinierte Gruppe. "Unsere Wiener Beamten - bei Streifen, in der Spurensicherung - werden weiter arbeiten", betonte Pfeifenberger. Auch der niederösterreichische Sicherheitsdirektor Franz Prucher bezeichnete die "Soko Ost" wörtlich als "gute Sache". Es handle sich um einen "wichtigen Punkt im Kampf gegen die Einbruchskriminalität". Er begrüße daher die Einrichtung, so Prucher.

Welche Erfolge die neue, zunächst nur für drei Monate angelegte Strategie, nach kurzer Zeit bringen könne, müsse man abwarten, erklärte Vizepräsidentin Pfeifenberger. Alles andere wäre Kaffee-Sud-Lesen. Man müsse die Auswirkungen auf Trends sowie mögliche Verschiebungs- und Verdrängung-Effekt abwarten.

Neues "Verwaltungsvereinfachungs-Paket"

Viel verspricht man sich in Wien allerdings vom "Verwaltungsvereinfachungs-Paket", dass eigene Beamte in einem zweimonatigen Probebetrieb in Inspektionen in der Inneren Stadt sowie im Bezirk Landstraße getestet und erarbeitet haben. Dauerte eine Anzeige nach einem Diebstahl bisher 40 Minuten, soll mit dem neuen Soforterledigungsformular im Multiple-Choice-Stil der gesamte Ablauf künftig inklusive Ausführungen der Opferrechte nur mehr 20 Minuten in Anspruch nehmen, erklärte Pfeifenberger. Anhand des Formulars wird eine Anzeigebestätigung ausgestellt, die weitere PC-Verarbeitung des Papiers erfolgt durch die Sicherheitsverwaltung. Als neue Aufgabe kommt für diese auch die Eintragungen von Daten in die Kriminalstatistik hinzu.

Kritik an der Soko gab es am Montag seitens des BZÖ: "Innenministerin Maria Fekter soll Beamte aus der Verwaltung abziehen und in der direkten Kriminalitätsbekämpfung einsetzen", forderte Generalsekretär Stefan Petzner in einer Aussendung und sprach sich gegen den Abzug von Polizisten aus den Bundesländern sowie für die Wiedereinführung von Grenzkontrollen aus. "Auch Kärnten oder die Steiermark sind beispielsweise von der explodierenden Kriminalität betroffen und brauchen jeden einzelnen Polizisten dringend selbst, um die Bevölkerung vor Ort zu schützen." Der Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler kündigte eine Resolution gegen die Maßnahme bei der Regierungssitzung an.

Als Bestätigung der Kritik an der Polizeistruktur in Wien und der Versäumnisse seitens der ÖVP-Innenminister-Riege beurteilte die AUF/Exekutive Wien (Aktionsgemeinschaft Unabhängiger und Freiheitlicher) die Gründung der Soko. Wien brauche mehr Exekutivbeamte, um das offensichtliche Sicherheitsmanko nachhaltig beseitigen zu können, forderte der Vorsitzende Werner Herbert. (APA)

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