Strategien gegen "Energiesauger" im Job

23. Juni 2009, 15:34
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Über energieraubende Kollegen, Mitarbeiter und Chefs und wie man ihnen begegnet

"Psychovampire", nennen die Buchautoren anstrengende Zeitgenossen, die ihren Mitmenschen die Energie rauben. "Jeder Mensch kann Psychovampir und Opfer zugleich sein. Beide kompensieren meist Lücken in ihrem Selbstwertgefühl", lautet die nähere Definition. Hamid Peseschkian, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie und die Journalistin, Kommunikationsexpertin und Führungskräftecoach Connie Voigt schreiben über Verhaltensweisen, die im Job allgegenwärtig sind. Mit ihren Professionen treffen Psychiatrie oder Psychologie und Kommunikation aufeinander um den menschelnden Lebensraum Büro näher zu analysieren - auf augenzwinkernde Art und Weise.

Was Kollegen, Mitarbeiter oder Führungskräfte jeden Tag auf Neue erleben, hat nun dank den Autoren eben einen Namen. Aber weiß man, womit man es zu tun hat, fällt die Begegnung auch mit "Psychovampiren" leichter.

Energieraubende Charaktere

Da gibt es den Fallstrick-Vampir, der sich selbst permanent überschätzt und keinen Widerspruch duldet. Ist er ein Chef, können Mitarbeiter es ihm nie recht machen. Der depressive Vampir ist ein leidender Typus. Er bekommt nichts auf die Reihe und quält sich durch den Tag. Ist er ein Kollege, zieht er alle mit seiner schlechten Grundstimmung emotional nach unten. Der Denkmalpflege-Vampir hasst Veränderungen. „Seine Opfer sind kreative Menschen und Nachfolger an Firmenspitzen, die mit ihren Innovationen bei ihm auf Granit beißen", wissen die Autoren.

Ganz anders der Himalaya-Vampir: Er hat hohe Erwartungen an seine Umwelt, will hoch hinaus, ist aber dennoch nie zufrieden. Schwierig, einen solchen Typus als Vorgesetzten zu haben. Führungskräfte, die über Jahre die falsche Strategie gefahren haben und die Schuld danach auf die Mitarbeiter schieben, gehören zur Gruppe der Ich-bin-es-nicht-gewesen-Vampire. Verantwortung ist für diesen Typus ein Fremdwort.

Umgang mit Energieräubern

Weiß man, womit man es zu tun hat, kann man die Begegnung mit oben beschriebenen Charakteren auch positiv nutzen, meinen Peseschkian und Voigt, denn umgehen muss man mit ihnen. Es sei schließlich schwierig, seinen Chef zu feuern. Mit einem Opfer-Täter-Profil zu jedem einzelnen Vampirtypus erläutern die Autoren die psychologischen Mechanismen, die dahinter stecken. Für jeden Typus schlagen sie ein "Gegengift" vor, meist einfach, aber einleuchtend. Umgekehrt ist scheinbar aber auch niemand davor gefeit selbst zum "Energieräuber" zu mutieren - auch dafür hat die Lektüre Übungen parat. (mat, derStandard.at, 24.6.2009)

  • Buchtipp
Hamid Peseschkian, Connie VoigtPsychovampire - Über den positiven Umgang mit EnergieräubernOrell Füssli Verlag, Zürich 2009168 Seiten, gebundenISBN 978-3-280-05321-8Fr. 34.90 / € 19.90
    foto: buchcover/orell füssli

    Buchtipp

    Hamid Peseschkian, Connie Voigt
    Psychovampire - Über den positiven Umgang mit Energieräubern
    Orell Füssli Verlag, Zürich 2009
    168 Seiten, gebunden
    ISBN 978-3-280-05321-8
    Fr. 34.90 / € 19.90

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