Erwin Steinhauer aus Publikumsrat ausgetreten

22. Juni 2009, 14:47
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Der dritte von sechs direkt gewählten Publikumsvertretern ist ausgeschieden

Erwin Steinhauer hat sein Mandat im ORF-Publikumsrat aus Zeitgründen zurückgelegt. Nach APA-Informationen hat der Schauspieler seine Stimme bis zur Bestellung eines Nachfolgers an Hans Preinfalk übertragen. Damit ist das dritte von insgesamt sechs direkt vom Publikum gewählten Gremiumsmitgliedern zurückgetreten. Die Österreicher haben bis dato das Recht, sechs von insgesamt 35 Publikumsräten per Faxwahl zu bestimmen. Dieses Prozedere hat den ORF im Jahr 2005 1,2 Mio. Euro gekostet.

Gewählt wurden damals neben Steinhauer auch Barbara Blaha, Fritz Muliar, Siegfried Meryn, Stephanie Graf sowie Harald Glatz. Glatz schied heuer aus dem Publikumsrat aus, weil er auf einem Regierungsticket in den ORF-Stiftungsrat einzog. Muliar hatte sein Amt Anfang des Jahres vor seinem Tod zurückgelegt. Übrig sind nun noch Blaha, die für Muliar in den Stiftungsrat nachgerückt ist, sowie die ebenfalls im obersten Gremium vertretenen Meryn und Graf.

Die Nachbesetzung der abhandengekommenen Publikumsvertreter kann der Bundeskanzler vornehmen. Der ORF hat das Bundeskanzleramt am Montag gebeten, das Nachbestellungsverfahren einzuleiten. Für Franz Medwenitsch, ÖVP-"Freundeskreisleiter" im Stiftungsrat, ist das eine nicht nachvollziehbare Inkonsequenz: "Bei Rücktritt des Gewählten endet die Partizipation des Publikums, den Ersatz bestimmt dann der Kanzler nach seinem Ermessen."

Die Regierung hat schon mehrfach angekündigt, die Faxwahl der Publikumsräte im Zuge einer ORF-Gesetzesnovelle abzuschaffen und die Struktur des Gremiums zu verändern. Noch lässt dieses Gesetz allerdings auf sich warten, weshalb der ORF nach der gültigen Rechtslage dazu gezwungen ist, im Herbst die Neuwahl auszuschreiben. Die Funktionsperiode des Gremiums endet Anfang Februar 2010. (APA)

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