Machbares für Rapid und Sturm Graz

22. Juni 2009, 14:31
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Beide ÖFB-Vertreter treffen in der zweiten Qualifikationsrunde auf Sieger der ersten Runde

Wien - Österreichs Fußball-Vizemeister Rapid Wien erfährt  den Gegner in der zweiten Qualifikationsrunde der neu geschaffenen Europa League erst am 9. Juli. Die Wiener bekommen es am 16. und 23. Juli mit einem Sieger der ersten Quali-Runde (2. und 9. Juli) zu tun und treffen entweder auf den albanischen Vizemeister Vllaznia Shkoder oder die Sligo Rovers aus Irland.

Rapid hat am 16. Juli zunächst Heimrecht und geht ohne Meisterschaftsspiel in den Europacup. Auch vor dem Rückspiel fehlt noch ein Liga-Test, da die Hütteldorfer am 19. Juli in Wien gegen den FC Liverpool spielen.

Dennoch gibt es für Rapid-Sportdirektor Alfred Hörtnagl keine Diskussion. "Grundsätzlich sind beide Gegner eine machbare Aufgabe. Bei der Spielstärke würde ich sie ähnlich einschätzen, wobei bei Sligo Rovers sehr viele Legionäre aus Großbritannien spielen und der Verein somit nicht zu unterschätzen ist. Das sollte uns auch nicht gegen den Traditionsclub aus Albanien, KS Vllaznia Shkoder, passieren", erklärte Hörtnagl.

Vllaznia Shkoder qualifizierte sich als Vizemeister (64 Punkte) hinter KF Tirana (68) für den Europacup. Erst in der letzten Runde verspielte Vllaznia mit einer 1:2-Niederlage gegen KF Tirana den siebenten Meistertitel der Geschichte (zuletzt 2001). Star der Mannschaft von Trainer Dervish "Deda" Hadziosmanovic war Xhevahir Sukaj, der im Winter aus der Türkei geholt worden war und im Frühjahr 14 Tore erzielte. Im Vorjahr ist Vllaznia in der zweiten Qualifikationsrunde des UEFA-Cups mit dem Gesamtscore von 0:8 an SSC Napoli gescheitert.

Die Sligo Rovers haben die Ganzjahresmeisterschaft 2008 unter Trainer Paul Cook auf Platz vier beendet, der besten Platzierung seit über zehn Jahren. Der zweifache Meister (1937, 1977), zweifache Vizemeister (1939, 1951) und zweifache Cupsieger (1983, 1994) liegt aber in der laufenden Saison der Zehnerliga nur auf Rang acht. In 17 Runden hat Sligo nur vier Siege und 14 Tore verbucht.

Soroki Brijek oder FC Banants Jerewan

Die Europa League führt den SK Sturm Graz in der zweiten Runde der Qualifikation entweder in den Osten oder in den Süden. Der Gegner wird zwischen dem NK Soroki Brijek aus Bosnien-Herzegowina und und dem FC Banants Jerewan aus Armenien am 2. bzw. 9. Juli ermittelt. Der Sieger kreuzt dann am 16. und 23. Juli mit den Steirern die Klingen, wobei die "Blackies" zuerst Heimvorteil haben.

Der zweifache Meister aus Bosnien-Herzegowina scheint auf dem ersten Blick die besseren Chancen zu besitzen. Das sieht auch Oliver Kreuzer so, der die Grazer am Montag in Nyon bei der Auslosung vertreten hatte. "Realistisch betrachtet denke ich, dass wir auf die Bosnier treffen werden", sagte der Sportdirektor in einer ersten Reaktion auf das Los.

Es werde allerdings keine leichte Sache werden. "Die Bosnier verfügen über eine gute Nationalmannschaft, der Verein war in den vergangenen Jahren in der Liga stets im Vorderfeld zu finden und hat technisch gute Fußballer in seinen Reihen", meinte der Deutsche, der den Heimvorteil im ersten Spiel nicht unbedingt als Vorteil sieht. Er wünscht sich "einen Sieg ohne Gegentor".

NK Siroki (gegründet 1948, Vereinsfarben Blau-Weiß) hat die vergangene Saison mit 14 Siegen, drei Remis und 13 Niederlagen (47:38 Tore) auf den sechsten Liga-Platz beendet und kam nur zur Europacup-Teilnahme, weil Sloboda Tuzla (Dritter) und Borac Banja Luka (Fünfter) die UEFA-Lizenz-Kriterien nicht erfüllt haben und international zuschauen müssen.

Der Cupsieger von 2007, der aktuell von Ivan Katalinic trainiert wird, hieß bis 1995 Mladost Dubint und 1995/96 nur Mladost, ehe er den aktuellen Namen trägt. Große Erfolge erlebt der Club in den Neunziger-Jahren, als in der Ersten Liga der Herceg-Bosna 1994, 1995, 1996 und 1998 der Titel geholt wurde.

Zwei ehemalige große Söhne des Vereins sind auch in Österreich bestens bekannt. Es sind dies Mario Bazina, der früher den Dress des GAK, Rapid und Austria getragen hatte, und Sasa Papac, der von Austria Wien zu den Glasgow Rangers wechselte. Wie Kreuzer von Sioroki-Vertretern erfahren hat, soll Bazina Sportdirektor des möglichen Sturm-Gegners werden.

Auch FC Banants (gegründet 1992) hat einen Bezug zu Österreich, aber an die Alpenrepublik schlechte Erinnerung. In der vorigen UEFA-Cup-Saison wurden die Armenier von Red Bull Salzburg in der ersten Quali-Runde mit 0:3 und 0:7 brutal aus ihren Europacup-Träumen gerissen. Die Gelb-Blauen sind zweifacher Cupsieger (1992, 2007) und stehen derzeit voll in der Meisterschaft. Am Sonntag unterlag Jerewan im Stadtderby daheim Ulisses 1:3.

Nach der 13. Runde rangiert der FC Banants mit acht Siegen und fünf Niederlagen (21:16 Tore) mit 24 Punkten an dritte Stelle hinter Spitzenreiter Mika Aschtarak (32/13) und Meiser Pjunik Jerewan (24/13). Die vorigen Saison beendete Banants an fünfter Stelle (11-8-9, 34:25) und rutschte auch nur deshalb ins internationale Geschäft, weil Vizemeister Ararat Jerewan keine UEFA-Lizenz erhalten hat.(APA)

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