Das Pandabärige im Wiener

19. März 2003, 17:42
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Die Pandas Yang Yang und Longhui präsentierten sich erstmals den Besuchern - drei bärige Wienerinnen beobachteten das Geschehen

Wien - Es war alles bereit im Tiergarten Schönbrunn: Die Pandas waren auf Stangen gesteckt, in Regale geschlichtet und hingen an Haken. Jene aus Stoff und Plüsch, bereit für die große Begeisterung des anströmenden Volkes.

Sie kamen zuhauf. Und schnell zeigte sich: Die Wiener und die Pandas passen zusammen wie Sisi und Franzl. So werden die Bären jetzt übrigens nach einer Ö3-Wahl genannt: Sisi und Franzl.

"Denen bleibt auch nix erspart", kommentiert eine bärige Wienerin, die träge mit zwei Freundinnen am Glaszaun zum Pandagehege lehnte. Ein bisserl schau’n, was sich so tut - und dann ein gutes Papperl ist die weitere Perspektive hüben und drüben der Absperrung. Dazu ein bisschen Fachsimpeln auf der einen Seite. "Ich glaub', 25 Grad haben s' am Liebsten." - "Bist g'scheit? Die leben doch im Schnee!"

Tiergarten-Direktor Helmut Pechlaner begrüßt die Gäste und erinnert: "Begonnen hatte es mit dem damaligen Bundesminister Wolfgang Schüssel, der den Samen in China gepflanzt hat. Eigentlich hätte ja der Herr Bundeskanzler heute nach Brüssel müssen, aber das wurde abgesagt." Die Bärige: "Na, da werden s' aber weinen, in Brüssel."

"Bitte in Mandarin"

Pechlaner dankt den Sponsoren - auch der Post. Der am Glaszaun gebrummte Kommentar: "Die brauchen a dringend was für's Image." Der Direktor bittet den chinesischen Botschafter auf die Bühne. Die Bärenwienerin kichert: "Aber bitte in Mandarin."

Und so geht es mit dem Kommentieren dahin. Die Mädchen der Chinesischen Schule tanzen den Roten Seidentanz. "Und wann kommen die Tanzbären?" Vizebürgermeister Sepp Rieder erinnert daran, dass 1728 bei der Ankunft der ersten Giraffe in Wien eine wahre Mode à la Giraffe ausgebrochen sei. Die Bärige schaut sich um: "Jetzt stehen s' da drüben, die Giraffen und werden ignoriert. Der Elefanten-Abu wird sicher auch bald Komplexe kriegen, wenn jetzt auf einmal alle zu die Pandas rennen."

Anschließend spricht der Bundeskanzler. Die Pandas hätten doch so etwas Menschliches; "nicht unbedingt was die Figur betrifft - es sind ihre Bewegungen". Die bärige Wienerin lacht zum ersten Mal laut auf: "Des is dem Schüssel sicher gestern eing'fallen, wie er den Haupt ang'schaut hat."

Anschließend spricht Schüssel "das Zauberwort: Pandas herbei!" Endlich: Die zwei Pandas, die immer noch Yang Yang und Longhui heißen betreten das Freigehege und sie wissen genau, was man von ihnen erwartet. Eine Runde präsentieren sie sich watschelnd. "Die sind ja schmutzig, gar net weiß", brummelt die Bärige.

Dann ist der Bambus an der Reihe. Und das Büfett auf der anderen Seite des Grabens. (Roman Freihsl/DER STANDARD, Printausgabe, 20.3.2003)

Ansichtssache

"Pandas herbei!"

  • Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und der chinesische Vizeminister der "State Forsestry Administration" Fu Ma bei der Eröffnung des Geheges.

    Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und der chinesische Vizeminister der "State Forsestry Administration" Fu Ma bei der Eröffnung des Geheges.

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