Bundespräsident Fischer mit dem Rückenwind des Amtsträgers

22. Juni 2009, 13:21
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Das Staatsoberhaupt ist für die Österreicher immer noch der vertrauenswürdigste Politiker - OGM-Meinungsforscher Bachmayer: Der Amtsinhaber ist trotz leichtem Minus "haushoher Favorit"

Wien - Bundespräsident Heinz Fischer gilt den Österreichern seit seinem Amtsantritt als vertrauenswürdigster Politiker des Landes, zuletzt allerdings sank dieser in den vergangenen Jahren vom APA-/OGM-Vertrauensindex ermittelte Wert auf 60 Punkte. Das zeigt ein Langfrist-Vergleich der Umfrage-Ergebnisse seit dem Präsidentschaftswahlkampf 2004. OGM-Chef Wolfgang Bachmayer spricht gegenüber der APA von einem "sehr ausgeprägten Amtsbonus", der nur - wie etwa im Juni - in Wahlkampfzeiten etwas leide.

Für den Vertrauensindex werden an die 500 Österreicher ab 16 Jahren telefonisch abgefragt: "Vertrauen Sie xy oder vertrauen sie xy nicht oder kennen Sie xy nicht?" Aus den Werten wird dann der Saldo gebildet. Bei diesem liegt Fischer seit Jahren trotz Schwankungen haushoch vor allen anderen Politikern. Bei der jüngsten Umfrage im Juni 2009 erzielte er 60 Punkte nach 70 Punkten im März 2009 und 68 Punkten im Herbst/Winter 2008.

Leichtes Minus für Fischer

Gestartet war Fischer als Bundespräsidentschaftskandidat im Jänner 2004 mit einem Wert von 43 Punkten - damals übrigens ein deutlicher Vertrauensvorsprung gegenüber seiner VP-Konkurrentin Benita Ferrero-Waldner mit 31 Punkten. Bei der nächsten Umfrage rund zwei Monate nach seiner Angelobung im September 2004 lag Fischer bei einem Index von 56 Punkten. Im Dezember 2004 hatte der Amtsbonus bereits gegriffen, der Wert kletterte auf 76 Punkte. In den Jahren darauf schwankte er zwischen 86 Punkten (Höchstwert im März 2006) und den 60 Punkten in diesem Monat.

Diesen Rückgang sieht Bachmayer indes im EU-Wahlkampf begründet: "Wie in jedem Wahlkampf sank das Politikervertrauen. Da leidet auch bisschen auch der Bundespräsident mit." Zudem würden sich kleine Dämpfer in Fischers Vertrauenswerten "in Zusammenhang mit Stellungnahmen des Präsidenten, die möglicherweise parteipolitisch interpretiert werden und zu Kritik von anderen politischen Vertretern führen". Generell attestiert Bachmayer Fischer aber jedenfalls, "haushoher Favorit" zu sein - "wer immer gegen ihn antritt". Allerdings würde "für einen amtierenden Bundespräsidenten eine Stichwahl schon fast eine kleine Niederlage bedeuten", meint er.

Pröll liegt stabil

Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP), in den vergangenen Tagen als Konkurrent von Fischer in Stellung gebracht, kann sich - im Vergleich zu anderen niederösterreichischen Politikern - ebenfalls über ausgezeichnete, stabile Vertrauenswerte freuen. Auf 62 Punkte kam er bei einer Umfrage im Jänner 2008, auf 69 Punkte im Februar 2007. Bei einem Landeshauptleuteranking im Mai 2006 erzielte er mit einem Saldo von 42 den ersten Platz vor seiner Salzburger Kollegin Gabi Burgstaller (SPÖ). (APA)

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