"Jeder würde jeden verklagen"

22. Juni 2009, 13:19
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Ecclestone will Konkurrenzserie mit aller Macht verhindern - Brite fürchtet um sein Lebenswerk - Teamvereinigung FOTA mit konkreten Plänen

London - Rechteinhaber Bernie Ecclestone will die von der Teamvereinigung FOTA angekündigte Konkurrenzserie zur Formel 1 mit aller Macht verhindern. "Ich habe 35 Jahre meines Lebens und mehr für die Formel 1 gegeben. Daher werde ich sicher nicht zulassen, dass alles zusammenbricht wegen eigentlich gar nichts", sagte der 78-jährige Brite der "Times" (Montag-Ausgabe).

Einig scheinen sich die Macher des Sports über ihr Vorgehen nicht zu sein. Während ausgerechnet der als Hardliner geltende FIA-Präsident Max Mosley am Wochenende im Rahmen des Grand Prix in Silverstone Gesprächsbereitschaft signalisiert und die Androhung von Klagen zurückgenommen hat, will nun Ecclestone, auf dem die Hoffnungen als Vermittler gelegen waren, Ernst machen.

"Das wäre das Ende - ein totales Desaster"

Sollte die FOTA ihre Pläne für 2010 umsetzen, drohte der F1-Zampano eine Prozessflut an. "Jeder würde jeden verklagen, und es gebe keine andere Serie. Dann gebe es gar nichts mehr", meine Ecclestone. "Das wäre das Ende - ein totales Desaster." Am Wochenende hatte er noch seine Sympathie für die acht Teams bekundet, die sich gegen eine Budgetobergrenze wehren.

Während der Formel-1-Boss also selbst noch nicht so genau weiß, wie er sein Lebenswerk vor dem Ruin zu bewahren gedenkt, arbeitet die FOTA unter Führung von Renault-Teamchef Flavio Briatore - einem engen persönlichen Freund von Ecclestone - laut eigenen Angaben bereits intensiv an ihrer neuen Serie. "Wir werden in den nächsten Wochen fertig sein", erklärte Briatore.

Strecken, Vermarkter, TV-Partner, eine eigene Regelbehörde und Sponsoren - das alles benötigt die FOTA neben dem bereits erfolgten Einverständnis ihrer Fahrer. "Die Planungen laufen schon seit mehreren Wochen", verriet Briatore. Am Donnerstag soll sich die Teamvereinigung zu weiteren Gesprächen treffen. Davor tagt am Mittwoch der Motorsport-Weltrat der FIA in Paris. (APA/dpa)

 

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    Bernie Ecclestone hat Grund zur Sorge.

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