Neuer Parlamentspräsident wird gewählt

22. Juni 2009, 12:11
posten

Folge des Spesenskandals - Ex-Außenministerin Beckett als Favoritin

London - Das britische Unterhaus wählt am (heutigen) Montag einen neuen Parlamentspräsidenten. Der bisherige Parlamentspräsident Michael Martin hatte als Konsequenz des Skandals um die Spesenabrechnungen von Abgeordneten am 19. Mai seinen Rücktritt zum 21. Juni erklärt. Es ist der erste Rücktritt eines britischen Parlamentspräsidenten seit 300 Jahren.

Dem Labour-Politiker war vorgeworfen worden, Rufe nach einer Reform der Spesen-Praxis ignoriert und versucht zu haben, die Veröffentlichung von Abrechnungen zu verhindern.

Um seine Nachfolge bewerben sich zehn Kandidaten, als Favoritin gilt die frühere Außenministerin Margaret Beckett. Sie stellen sich in Reden ab 15.30 Uhr vor. Gewählt ist, wer mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommt; es werden mehrere Abstimmungsrunden erwartet, bei denen jeweils der Letztplatzierte sowie alle ausscheiden, die weniger als fünf Prozent der Stimmen bekommen.

"Radikale" Parlamentsreform

Bildungsminister Ed Balls sagte im Fernsehsender GMTV laut einer Meldung der britischen Nachrichtenagentur PA, der neue Parlamentspräsident müsse eine wirkliche Parlamentsreform auf den Weg bringen. "Jeder schaut auf die Spesen und sagt: 'Das ganze System muss radikal verändert werden."

Die Labour-Abgeordnete Beckett selbst ist jedoch im Zuge des Spesenskandals in Verruf geraten, weil sie 11.000 Pfund (12.985 Euro) für Gartenarbeiten geltend gemacht haben soll. Die oppositionellen Tories schicken gleich sieben Kandidaten ins Rennen, von denen John Bercow Buchmachern zufolge die besten Chancen gegen Beckett hat. (APA/AP)

Share if you care.