Musik vom elektronischen DJ

22. Juni 2009, 12:00
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"Endloser Musikgenuss ganz nach individuellem Geschmack", so der Entwickler des elektronischen DJ Gerhard Widmer

Wien - Ein Computeralgorithmus, der vor wenigen Jahren im Rahmen eines vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Grundlagenforschungsprojekts von Linzer Forschern entwickelt wurde, hat es mittlerweile in die Verkaufsregale für Hightech-Elektronik geschafft. Der Algorithmus versteht sich als elektronischer DJ, der auf Wunsch ganz automatisch Musikdateien etwa nach bestimmten Rhythmen ordnet. Laut seinem Entwickler, Gerhard Widmer, Vorstand des Instituts für Computational Perception der Uni Linz, wird damit "endloser Musikgenuss ganz nach individuellem Geschmack und ohne vorheriges Erstellen einer Playlist" möglich.

Möglich macht die automatische Erstellung von Musiklisten ein Computeralgorithmus namens "MOTS", also eine Rechenoperation. Dieser Algorithmus vergleicht gespeicherte Audiodateien und erkennt Ähnlichkeiten, etwa im Rhythmus. Dazu werden sogenannte Features aus dem Audiosignal berechnet, die ein Musikstück charakterisieren. In die Charakterisierung fließen mit Rhythmus und Klang (also Frequenzmuster, Klangfarbe etc.) Aspekte ein, die für die menschliche Wahrnehmung von Musik wesentlich sind. Aus diesen Features werden dann statistische Modelle berechnet, die das Musikstück repräsentieren und im Vergleich zur Original-Audiodatei sehr kompakt sind.

"BeoSound 5"

In der Praxis wählt der Nutzer ein bestimmtes Musikstück aus. Wenn anschließend MOTS aktiviert wird, wählt das Gerät ähnliche Stücke. Aus den Anfangsbuchstaben "More Of The Same" ergibt sich auch der Name des Algorithmus. Der Grundstein für MOTS hat Widmer bereits 1998 im Zuge seines START-Preises gelegt. Jahre später unterstützte der FWF die Forschung des Wissenschafters. Nun ist das Ergebnis in Gestalt des digitalen Audiosystems "BeoSound 5" der Firma "Bang & Olufsen" erhältlich. (APA)

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