Busek übt massive Kritik an der "MedUni Wien"

22. Juni 2009, 11:33
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Vorsitzender des Universitätsrates spricht von "problematischem Klima" und "Notwehrexzessen" des Rektorates

In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" übt der frühere Vizekanzler und Wissenschaftsminister Erhard Busek in seiner Funktion als Vorsitzender des Universitätsrates der im AKH angesiedelten Medizinischen Universität Wien massive Kritik an Zuständen der Fakultät. Im Haus gebe es Kliniken, die seit Jahren keine Forschung mehr betrieben, weil das Personal mit der Versorgung zu vieler Patienten beschäftigt und teils überfordert sei. Der Krankenhausbetreiber Stadt Wien verschärfe die Situation durch Streichungen von immer mehr Wochenenddiensten.

Busek kritisierte in dem "profil"-Interview personelle Grabenkämpfe im Haus, Mobbing-Fälle, "Notwehrexzesse" des Rektors sowie ein allgemein "problematisches" Arbeitsklima im Haus. Auch eine "Seilschaft" einiger mächtiger Professoren, die sich um Rektor Wolfgang Schütz gebildet hat, wird von Busek bestätigt: "Die Seilschaft gibt es." Doch habe er als Universitätsrat darauf keinen Einfluss, weil sich in den Institutionen immer entsprechende Mehrheiten organisierten.

"Es braucht eine klare gemeinsame Führungsstruktur von AKH und Med-Uni Wien, in der ein Teil des ärztlichen Personals sich der Forschung widmet und andere MedizinerInnen die Versorgungsaufgaben wahrnehmen" fordert Sigrid Pilz, Gesundheitssprecherin der Wiener Grünen in einer Aussendung. (red/derStandard.at, 22. Juni 2009)

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