Sekundenschlaf: Monotonie macht müde

22. Juni 2009, 10:58
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Sekundenschlaf ist eine unterschätzte Unfallursache - Müdigkeits-Vorzeichen sollten keinesfalls ignoriert werden

Wien - Auf Österreichs Straßen passieren täglich viele Verkehrsunfälle, für die Müdigkeit der Auslöser ist. In Untersuchungen aus Deutschland geht man davon aus, dass bis zu 30 Prozent aller tödlichen Unfälle auf Autobahnen auf Einschlafen am Steuer zurückzuführen sind. "Gerade auch bei Berufskraftfahrern ist Müdigkeit am Steuer ein Thema", sagt Gerhard Blümel, Leiter der ÖAMTC-Fahrerakademie.

Vorzeichen nicht ignorieren

Müdigkeits-Vorzeichen wie ständiges Gähnen, Verspanntheit besonders im Nacken- und Schulterbereich, die Entwicklung eines starren Blicks, Schwierigkeiten beim Spurhalten oder ein Ansteigen der "Blinzelfrequenz" sind ernst zu nehmen. "Der Selbstbetrug 'die Strecke schaffe ich noch' kann fatale Folgen haben", warnt der ÖAMTC-Fahrsicherheitsexperte.

Energy-Drinks als Schlafersatz?

Auch vermeintliche Muntermacher wie Energy-Drinks oder Kaffee können Schlaf keinesfalls ersetzen. "Gegen Müdigkeit hilft nur eines - sich ausschlafen", stellt der ÖAMTC-Experte klar. Schon eine kürzere Pause mit einem zirka 20-minütigen Nickerchen bringt einen Energieschub und wirkt sich positiv auf Leistung und Reaktionszeit aus.

Langzeitstrategien entwickeln

Besonders Menschen, die entgegen ihrem natürlichen Schlafbedürfnis arbeiten - beispielsweise mit unregelmäßigen Arbeitszeiten wie Schicht- und Nachtdiensten - sind größeren Risiken ausgesetzt. In diesem Fall gilt es, auch Langzeitstrategien gegen Übermüdung und chronische Müdigkeit zu finden. Das beginnt bereits bei der richtigen Ernährung, der Freizeitgestaltung und den persönlichen Schlafgewohnheiten.

Monotonie macht müde

Wie wichtig es ist, dieses Problemfeld ernst zu nehmen, zeigen Zahlen aus der Schlafforschung. Demnach schlafen nahezu 50 Prozent der Menschen, die unter Schlafstörungen leiden, in monotonen Situationen rasch ein. Das kann in der U-Bahn sein, im Wartezimmer, fatalerweise aber eben auch im Fahrzeug. (red, derStandard.at)

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