Neuer Interessent für Karstadt-Häuser

22. Juni 2009, 16:40
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Metro bekommt Konkurrenz - Shopping-Center-Betreiber Mfi interessiert sich ebenfalls für die Arcandor-Tochter

Düsseldorf - Bei der zahlungsunfähigen Warenhauskette Karstadt bahnt sich ein Bieterwettstreit um die attraktivsten Filialen an. Nach Deutschlands größtem Handelskonzern Metro signalisierte am Montag auch einer der größten deutschen Betreiber von Shopping-Centern, das Essener Unternehmen Mfi, Interesse an zahlreichen Standorten. Der Hamburger Shopping-Mall-Entwickler ECE schloss eine Übernahme von Immobilien ebenfalls nicht aus.

Matthias Böning, Vorstandschef der Management für Immobilien AG (Mfi), kündigte im Gespräch mit dem "Handelsblatt" an, sein Unternehmen wolle sich um Übernahmen bemühen, sobald das Insolvenzverfahren über die Konzernmutter Arcandor am 1. September eröffnet sei. "Wir halten 20 der 91 Warenhausstandorte für umbaufähig und werden deshalb für sie bieten", zitierte ihn die Zeitung.

Auch der Hamburger Konkurrent ECE schloss Übernahmen nicht aus. Unternehmenssprecher Robert Heinemann sagte der AP am Montag: "Wir gucken uns jeden Standort an." Die Umwandlung eines Warenhauses in eine Einkaufszentrum sei allerdings ein schwieriger und zeitraubender Prozess. So reiche die Grundfläche der Warenhäuser in der Regel für ein Einkaufszentrum nicht aus. Voraussetzung sei deshalb, dass man auch Nachbargrundstücke erwerben könne. Heinemann fügte hinzu, ECE habe schon wiederholt mit Karstadt zusammengearbeitet - zuletzt beim neuen Einkaufszentrum in Essen - und hoffe, dass möglichst viele Warenhäuser erhalten bleiben könnten.

Metro-Chef Eckhard Cordes drang unterdessen auf eine schnelle Entscheidung über das Metro-Angebot zur Übernahme von 60 der 91 Karstadt-Warenhäuser und warnte vor einer Zerstückelung der Kaufhauskette. Durch die Veräußerung kleiner Standort-Pakete könne eine Situation entstehen, "in der selbst wir uns nicht mehr zutrauen, das Geschäft noch zu drehen", sagte er dem "Spiegel". (APA/AP)

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