Hoffen auf Milliarden aus Konjunkturprogrammen

22. Juni 2009, 09:08
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Der deutsche Elektrokonzern erwartet innerhalb der nächsten drei Jahre Aufträge im Gesamtwert von 15 Milliarden Euro

München - Der deutsche Elektrokonzern Siemens erwartet aus den weltweiten staatlichen Konjunkturprogrammen in den kommenden drei Geschäftsjahren für sich Aufträge von rund 15 Mrd. Euro. Rund 6 Mrd. Euro davon dürften auf umweltfreundliche Technologien entfallen, teilte Siemens am Montag mit. Damit werde deren Anteil am Gesamtumsatz deutlich steigen.

Weniger Geschäft im dritten und vierten Quartal

Wegen der weltweiten Rezession stellt sich Siemens auf eine Abschwächung des Geschäfts im dritten und vierten Quartal ein. "Diese Aussage gilt auch vor dem Hintergrund der Analyse der Konjunkturprogramme nach wie vor", erklärte Konzernchef Peter Löscher dazu. Denn frühestens ab kommendem Jahr dürften sich die Programme "stabilisierend" auf das Siemens-Geschäft und dann zunächst auf den Auftragseingang auswirken. Die weltweite Konjunktur-Talfahrt scheine sich inzwischen zu verlangsamen. "Es besteht also die berechtigte Hoffnung, dass wir uns der Talsohle nähern."

Von den weltweit zwei Bill. Euro entfielen 700 Mrd. Euro auf Infrastrukturinvestitionen. Das Volumen, um das sich Siemens mit seinen Produkten bemühen könne, betrage 150 Mrd. Euro. "Gemessen am durchschnittlichen Siemens-Weltmarktanteil ergibt sich für das Unternehmen rechnerisch ein potenzielles Auftragsvolumen von insgesamt circa 15 Mrd. Euro, wovon sechs Mrd. Euro auf Umwelttechnik entfallen", so Löscher.

Umwelttechnik wird forciert

Für das abgelaufene Geschäftsjahr beziffert der Konzern seinen Umsatz mit Umwelttechnik, worunter Siemens seine Windkraftanlagen, Energiesparlampen aber auch Gasturbinen und Hochgeschwindigkeitszüge versteht, auf 19 Mrd. Euro. Nach den bisherigen Plänen soll dieser Umsatzposten bis 2011 auf 25 Mrd. Euro steigen.

Im vergangenen Jahr konnte Siemens einen Auftragseingang in Höhe von 93,5 Mrd. Euro verbuchen. Siemens setzte 2008 insgesamt 77,3 Mrd. Euro um, davon 19 Mrd. Euro mit grüner Technologie. Bis 2011 will der Konzern mit seinem Umweltportfolio, zu dem etwa Gasturbinen, Windanlagen und Energiesparlampen zählen, jährlich 25 Mrd. Euro erlösen. (APA/dpa/Reuters/AP)

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    Siemens-Chef Peter Löscher welt verstärkt auf "grüne" Umwelttechnik setzen.

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