Reaktion

Chavez: Respekt für "Triumph" Ahmadi-Nejads

22. Juni 2009 11:03

Frankreich, Italien und Spanien verschärfen hingegen ihre Kritik - EU fordert von Teheran erneut Klarheit

Paris/Rom/Caracas - Venezuelas Präsident Hugo Chavez hat Respekt für den "Triumph" seines iranischen Amtskollegen Mahmoud Ahmadinejad bei der umstrittenen Wahl vom 12. Juni gefordert. "Wir rufen die Welt auf, den Iran zu respektieren, weil es Versuche gibt, die Kraft der iranischen Revolution zu unterwandern", sagte Chavez am Sonntag laut dem iranischen Sender Press TV in seiner wöchentlichen TV-Anprache.

"Ahmadinejads Triumph war ein Triumph auf ganzer Linie. Sie versuchen, Ahmadinejads Sieg zu beflecken, und dadurch schwächen sie die Regierung und die Islamische Revolution. Ich bin gewiss, dass sie nicht gewinnen werden", sagte der linksgerichtete Präsident. Das Außenministerium in Caracas veröffentlichte zudem eine Mitteilung gegen "die scharfe und unbegründete Kampagne von außen", die den iranischen Präsidenten "diskreditieren" wolle.

Venezuela und den Iran eint neben ihrer Zugehörigkeit zur Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) die Abneigung gegenüber den USA. Chavez hat zudem das iranische Atomprogramm wiederholt verteidigt.

EU fordert verneut Klarheit

 

Die Europäische Union hat Teheran erneut aufgefordert, die nach der Wiederwahl von Präsident Mahmoud Ahmadinejad aufgetretenen Zweifel auszuräumen. Es liege an den iranischen Behörden, die Glaubwürdigkeit unter Beweis zu stellen, sagte der schwedische Außenminister Carl Bildt am Montag in Brüssel anlässlich der Präsentation des schwedischen EU-Vorsitzes ab 1. Juli. "Die iranischen Behörden müssen die offenen Fragen beantworten."

Die EU warte auf eine Antwort auf die von der Opposition erklärten Zweifel an der Wiederwahl von Ahmadinejad. "Bis jetzt haben wir keine Antwort erhalten." Man werde die Entwicklungen "sehr sorgfältig" beobachten. In Teheran selbst seien die europäischen Botschaften in einem sehr engen Kontakt und führten eine "intensive Kommunikation".

Sarkozy: Unentschuldbar

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat das Verhalten der iranischen Führung gegenüber den Demonstranten als "unentschuldbar" bezeichnet. Was derzeit im Iran passiere, sei äußerst beunruhigend, sagte Sarkozy am Sonntag in einem auf der Internetseite des Elyseepalastes veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Qatar News.

Die Haltung Teheran angesichts des "legitimen Interesses eines großen Teils der iranischen Bevölkerung an der Wahrheit" sei unentschuldbar. Die iranische Führung verweigere den Menschen elementare demokratische Rechte. Das Volk habe ein Recht auf "Transparenz und die Wahrheit", sagte Sarkozy und forderte ein Ende der Gewalt gegen friedliche Demonstranten.

Außenminister Bernard Kouchner prangerte die "brutale Unterdrückung" der Oppositionsproteste an. In einer in Paris veröffentlichten Erklärung forderte er eine sofortige Freilassung aller Festgenommenen. Bei den Protesten gegen die umstrittene Präsidentenwahl starben seit einer Woche nach offiziellen Angaben mindestens 17 Menschen.

Italienische Botschaft will verletzten Demonstranten helfen

Auch der italienische Außenminister Franco Frattini forderte Teheran auf, das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten einzustellen. Die iranische Regierung müsse die Bedingungen für eine friedliche Beilegung des Konfliktes schaffen, erklärte er in Rom. Ihren Botschafter im Iran hat Rom angewiesen, verletzten Demonstranten zu helfen.

Frattini sagte, er wolle mit seinen EU-Kollegen bei einem Treffen am Mittwoch in Stockholm über eine koordinierte Hilfe für verwundete iranische Regierungsgegner sprechen. Bis es dazu komme, sei die Botschaft in Teheran angewiesen, zu helfen, "wo immer es eine Bitte oder den Bedarf an Hilfe für verletzte Demonstranten gibt". Italien ist der größte Handelspartner des Iran in der EU und hat Teheran zur Teilnahme an einem Treffen der G-8-Außenminister am Donnerstag in Triest eingeladen.

Das spanische Außenministerium schloss sich am Abend der Kritik der europäischen Partner an. Die Vorwürfe des Irans gegen den Westen seien "absolut ungerechtfertigt". Dieses Verhalten trage nicht "zu einer Lösung der politischen Krise im Iran bei", hieß es in einer in Madrid veröffentlichten Erklärung. Zuvor hatte bereits Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Neuauszählung der Stimmen gefordert.  (APA/AFP/AP)

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U-Bahn Steuer
22.06.2009 17:56

was für ein triumph, unbewaffnete menschen erschiessen zu lassen!

TD FAQ
22.06.2009 21:42

Aber sehr schlau sie erschiessen zu lassen bevor sie sich bewaffnen.

Alexander Neumaier
22.06.2009 16:00
Lieb

Jetzt sollte es eigentlich ein paar von den Chavez Fans zerreissen, wenn sie gleichzeitig gegen das iranische Regime sind.
Dumm aber auch, wenn einem so vor Augen geführt wird, daß die Welt nicht so einfach in Schwarz / Weiss einzuteilen ist.

emanze c
23.06.2009 00:54

Die meisten Linken sehen Chavez mitnichten als "weiss". Seine Packelei mit islamofaschistischen Regimen, die das eigene Volk knechten und foltern, hat ihm bei ideologischen Linken nie Respekt eingebracht. Genausowenig wie seine seltsame katholizistische Anbiederung in Wien Jesus sei "der größte Revolutionär" gewesen.

Nashwin_Fuller
 
22.06.2009 15:14
Gut, dass sich der irre Diktator selbst entlarvt.


Gerade in diesem Forum konnte man ja keinerlei Kritik am linken Superhelden Chavez üben, ohne massive Anfeindungen als Reaktion zu bekommen.

Sein Ausverkauf der Bodenschätze ans kommunistische China, die Verfolgung Andersdenkender, die Einführung seiner eigenen Zeitzone, etc. - Alles wurde hier entschuldigt, verharmlost oder umgedeutet.

Gut, dass es jetzt auch dem verblendetsten Linkslinken dämmert, wessen Geistes Kind Chavez ist: ein Sozialist der alten Schule und damit Antidemokrat.

emanze c
23.06.2009 00:55

Ein Sozialist der alten Schule wüßte um die Gefahr der Knechtung des Volkes durch die institutionalisierte u va staatstragende Religion.

Träume sind Schäume
22.06.2009 16:02
Unterschätzern sie die Hirnschädigungen nicht.

Man müsste diese Typen leibhaftig in das sozialistische "Paradies" schicken damit sie Elend und Niedergang in den Slums selbst erleiden.

Ansonsten, vor dem Computer im dekadenten Westen läßt's sichs mutig "intellektuell" gut formulierten Mist posten.

Christoph ************
22.06.2009 14:41

Chavez: ein lupenreiner Demokrat

samba cat
22.06.2009 14:20
no, herr chavez,

hamma ein bissi federn, was passiert, wenn das volk auf einmal auf eigene ideen kommt...?

Reto Gerber
22.06.2009 14:03
Chavez hat sich positioniert


Jeder der den Sozialismus des 21. Jahrhunderts auch in Chavez verwirklicht sieht, kann/sollte nun klar Farbe bekennen. Chavez und seine Anhänger (?) haben es getan, wer folgt alles?

Irgendwann muss man seine Karten offen legen.

Träume sind Schäume
22.06.2009 15:31
Ach da können sie lange warten

Es ist nämlich so, viele dieser Typen die ihn lange Zeit unterstützt haben kommen auf einmal drauf:
"Ja, aber SOOOO hab ich mir das nicht vorgestellt".

Trotz dem martialischen Reden, Verhaftung von Oppositionellen, Zerschlagung der Presse, wirtschaftlichen Niedergang und militärischer Aufrüstung.

Wer keine Augen im Kopf hat wie dieser Mann sein Land in den Abgrund reißt kann man nicht helfen.

ab ins exil
 
22.06.2009 14:49
also...

sowas mit rot bewerten find ich echt oag. ich bezeichne mich ja selbst als linkslinks, aber eine gewisse grenze muss es für einen halbwegs reflektierten menschen geben. ich hab den chavez auch lang leiwand gefunden, aber damit isses jetzt endgültig vorbei. arbeiterInnenkontrollierte betriebe in venezuela entschädigen nicht für scheiß-antisemitische und regime-relativierende aussagen.

emanze c
23.06.2009 00:56

Sympathischstes, weil frank und frei von der Seele kommendes, Posting seit langem :)

TD FAQ
22.06.2009 21:46
Das ist das Problem mit euch Hanseln:

Wir wollen ArbeiterInnenkontrollierte Betriebe, aber selber denken, managen und dafür sorgen dass der Laden läuft will keiner...

Und wenn die welche sich das antun ein grösseres Auto fahren, wird geschrien wie am Spiess von der Verteilungsungerechtigkeit.

ab ins exil
 
22.06.2009 13:42
:(

porque no te callas?


und wieder dekonstruiert sich ein vermeintlicher hoffnungsträger selbst.

kurjoe
22.06.2009 13:05
Chavez und Ahmadinejad - Der Sozialismus des 21. Jahrhunderts ?

Also ich weiss nicht. Diese Allianz für eine (bessere) Welt überzeugt mich nicht wirklich.

gert poelzl1
22.06.2009 16:01
@kurjoe : Chavez und Ahmadinejad

Ihr gemeinsamer posthumer Lehrer war wohl ein Mann aus Braunau......

Tycoon
22.06.2009 13:03
Da kommunizieren nur zwei Irre. Es frägt sich nur, wer von....

...den Beiden noch den größeren Defekt hat.

emanze c
23.06.2009 00:58

Ich finde Ahmadinidschads göttliche Erscheinungen bei seiner UN Vollversammlungsrede unschlagbar gruselig (da kann Chavez bei aller Egomanie nicht mithalten).

Wenn dieser Typ Atomwaffen kontrolliert und wieder "das Licht" sieht... gute Nacht.

gert poelzl1
22.06.2009 16:02
@ tycoon

schwer zu sagen.

Com Pirx
22.06.2009 12:10

Da haben sich wieder zwei Idioten gefunden.

Miss Understanding
22.06.2009 12:44

Genau so ist es. Genau so!

Zwei Vollidioten.

With Fear I Kiss The Burning Darkness
22.06.2009 12:03
dies zeigt sehr gut was für ein Wirrkopf der Hugo ist

früher hatte ich mal Sympathie mit ihm...

Miss Understanding
22.06.2009 12:46

Ja, als Freigeist hat man immer so einen leichten Linksdrall und den us-amerikanischen Machtinteressen manchmal dagegenreden ist ja auch nicht verkehrt. Aber was vom Tage übrigbleibt ist halt wieder ein Unterdrücker... same shit.

TD FAQ
23.06.2009 08:22
"... so einen leichten Linksdrall ..."

Der wird mit steigender Einkommsteuer und Sozialversicherungsleistung stetig langsamer.

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