Präsident bei Anschlag schwer verletzt

22. Juni 2009, 13:58
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Zwei Leibwächter getötet - Selbstmordattentäter steuerte Auto in Fahrzeugkolonne

Moskau - Der Präsident der russischen Kaukasusrepublik Inguschetien ist am Montag bei einem Autobombenanschlag in Nasran verletzt worden. Zwei Leibwächter von Junus-Bek Jewkurow wurden getötet und ein weiterer Begleiter wurden nach offiziellen Angaben verletzt, als ein Selbstmordattentäter sein mit Sprengstoff beladenes Auto in die Fahrzeugkolonne Jewkurows steuerte und in die Luft jagte.

Jewkurows Zustand wurde vom russischen Ministerium für Notsituationen als kritisch bezeichnet. Sein Sprecher Kaloi Achilgow sagte dagegen, der Präsident habe eine schwere Gehirnerschütterung und mehrere Rippenbrüche erlitten, sei aber außer Lebensgefahr. Achilgow wollte sich nicht zu russischen Medienberichten äußern, Jewkurow sei zur Behandlung nach Moskau geflogen worden.

Russischen Ermittlern zufolge wurde die Autobombe mit einer Sprengkraft von 200 Kilogramm TNT am Rande einer Straße gezündet, als Jewkurows Fahrzeugkolonne vorbeifuhr. Ursprüngliche Berichte, wonach alle drei Leibwächter des Präsidenten bei dem Anschlag ums Leben kamen, wurden später dementiert.

Jewkurow, ein früherer Agent des russischen Auslandsgeheimdienstes GRU, wurde vom Kreml im vergangenen Oktober zum Präsidenten ernannt. Sein Vorgänger Murat Sjasikow, ein früherer KGB-Agent, war bei vielen Inguschen wegen ständiger Razzien und zahlreicher Entführungen von Zivilpersonen durch Sicherheitskräfte unbeliebt.

"Terrorakt"

Der russische Präsident Dmitri Medwedew sprach von einem "Terrorakt". Jewkurow habe sich um "Ordnung und Frieden" bemüht und das habe "den Banditen" nicht gefallen, sagte der Präsident im Staatsfernsehen. Medwedew wies das Innenministerium und den Geheimdienst an, die Hintergründe der Bluttat aufzuklären. Medwedew hatte unlängst bei einer Reise in die russische Republik Dagestan einen entschiedenen Kampf gegen Terroristen angekündigt. Wegen der Gewaltzunahme in der Region will Moskau ab Ende Juni mit rund 8500 Soldaten sowie etwa 650 Panzern und gepanzerten Fahrzeugen ein ausgedehntes Anti-Terror-Manöver im Nordkaukasus abhalten.

Der Anschlag auf Jewkurow war bereits der dritte in der Nachbarrepublik Tschetscheniens in den vergangenen drei Wochen. Am 10. Juni wurde die stellvertretende Vorsitzende des Obersten Gerichts erschossen, nachdem sie ihre Kinder in den Kindergarten gebracht hatte. Drei Tage später wurde ein früherer stellvertretender Ministerpräsident vor seinem Haus niedergeschossen, am 5. Juni wurde der Polizeichef der Region von einem Scharfschützen bei einer Hochzeit erschossen.

Der ungelöste Konflikt mit Tschetschenien, aber auch Armut und wirtschaftliche Perspektivlosigkeit, Korruption, Rivalitäten zwischen ethnischen Gruppen und ein Erstarken radikaler islamischer Gruppen gelten als Ursache der unsicheren Lage in der russischen Kaukasusregion. Jewkurows Sprecher Achilgow wies darauf hin, dass der Anschlag am fünften Jahrestag eines Rebellenangriffs in Nasran mit mehr als 70 Toten verübt wurde, der vom inzwischen toten tschetschenischen Rebellenführers Schamil Bassajew geplant worden sein soll. (APA/AP/dpa/AFP)

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    Russischen Ermittlern zufolge wurde die Autobombe mit einer Sprengkraft von 200 Kilogramm TNT am Rande einer Straße gezündet.

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    Junus-Bek Jewkurow, Präsident der russischen Kaukasusrepublik Inguschetien, wurde bei dem Anschlag schwer verletzt.

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