Pjöngjang droht im Fall eines US-Angriffs mit Raketen auf Hawaii

22. Juni 2009, 12:15
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Obama: USA bereit für jede Bedrohung - Mögliche erste Konfrontation bei Umsetzung neuer UNO-Sanktionen

Seoul - Die USA sind nach Worten von Präsident Barack Obama für jede Art von Bedrohung aus Nordkorea vorbereitet. Das kommunistische Regime in Pjöngjang hat Berichten zufolge damit gedroht, eine Langstreckenrakete auf Hawaii abzufeuern, falls Nordkorea angegriffen würde. Obama erklärte, er wolle nicht über hypothetische Fragen spekulieren. Die Amerikaner könnten aber sicher sein, dass alle nötige Vorbereitungen getroffen worden seien mit Blick auf einen möglichen nordkoreanischen Angriff, sagte er in einem Interview, das am Montag im US-Fernsehsender CBS ausgestrahlt werden soll.

Die japanische Zeitung "Yomiuri" schrieb am Donnerstag, eine nordkoreanische Langstreckenrakete mit einer Reichweite bis zu 6.500 Kilometern könnte um den 4. Juli, den amerikanischen Nationalfeiertag, herum gestartet werden. Das Blatt berief sich auf eine Analyse des Verteidigungsministeriums in Tokio und Geheimdienstinformationen.

Instabilität

Südkoreas Vereinigungsminister Hyun In Taek führte das jüngste Säbelrasseln des Nordens auf eine zunehmende soziale Instabilität zurück. Das habe Machthaber Kim Jong Il gezwungen, seine Machtbasis zu stärken, sagte Hyun am Montag in einem Reuters-Interview. Kim sei wahrscheinlich bei guter Gesundheit, habe sich von seinem mutmaßlichen Schlaganfall erholt und könne nun normale Regierungsaktivitäten betreiben.

Nordkorea setzt Drohungen fort

Nordkorea hat sich am Montag als "stolze Atommacht" bezeichnet und seine Drohungen gegen die USA fortgesetzt. Die staatliche Zeitung "Rodung Sinmun" schrieb in einem Beitrag, Nordkorea sei darauf vorbereitet, im Fall eines US-Angriffs zurückzuschlagen. "Die USA sollten sich genau anschauen, mit wem sie es zu tun haben", hieß es in dem Beitrag in Anspielung an die jüngsten Atomwaffen- und Raketentests.

US-Zerstörer verfolgte nordkoreanisches Schiff

Vor der Küste der koreanischen Halbinsel zeichnet sich unterdessen eine mögliche erste Konfrontation bei der Umsetzung neuer UNO-Sanktionen ab. Ein Zerstörer der US-Marine verfolgt nach einem Bericht des südkoreanischen Fernsehsenders YTN ein nordkoreanisches Schiff, das verdächtigt wird, Raketen und zugehörige Teile geladen zu haben. Der Frachter soll auf dem Weg nach Burma (Myanmar) sein. Das verschärfte Waffenembargo der Vereinten Nationen ermächtigt die UNO-Staaten, verdächtige Schiffe zu durchsuchen. (APA/AP)

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    US-Marineschiffe in Pearl Harbor, Honolulu. Nordkorea hat direkt mit einem Angriff auf Hawaii gedroht.

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