Bitte um Aufnahme von Demonstranten erhalten

21. Juni 2009, 20:53
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Netanyahu lobt "unglaublichen Mut" der Oppositionellen

Stockholm - Neben der österreichischen haben auch andere ausländische Botschaften im Iran haben E-Mails mit der Aufforderung erhalten, ihre Türen für verletzte und flüchtende Oppositionsanhänger zu öffnen. Sie hätten einige solche Mails aus Schweden erhalten, erklärte eine Sprecherin des schwedischen Außenministeriums am Sonntag. Es gebe jedoch noch keine konkreten Anfragen, bis jetzt habe noch kein Demonstrant um eine Aufnahme gebeten.

Auch Dänemark, Frankreich und Finnland haben entsprechende E-Mails erhalten. "Ich weiß nicht, woher diese Mails stammen, aber bis jetzt hat noch niemand um Asyl gebeten", teilte ein Vertreter des finnischen Außenministeriums mit. Das Land werde in dieser Angelegenheit eine gemeinsame Strategie der EU-Staaten abwarten. Im Internet kursiert eine Liste, wonach auch Deutschland, Australien, Belgien, Finnland, Frankreich und Mexiko in ihren Botschaften verletzte Demonstranten aufnehmen. Ein Sprecher des belgischen Außenministeriums dementierte dies am Sonntagabend in Brüssel.

Seitens des Außenministeriums hieß es am Sonntag, die österreichische Botschaft in Teheran sei rund um die Uhr, auch außerhalb der offiziellen Amtsstunden, erreichbar. Es sei zudem ein "Gebot der Menschlichkeit", dass für Erste Hilfe gesorgt werde, wenn sich "Schwerverletzte" an die Botschaft wenden sollten, sagte Außenministeriums-Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal der APA. Dann werde auch veranlasst, dass diese umgehend in medizinische Betreuung übergeben würden. Österreichische Grünen-Politiker forderten die Öffnung der österreichischen Botschaft in Teheran für Flüchtlinge.

Unterdessen lobte der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu den "unglaublichen Mut" der Oppositionsanhänger im Iran. Die seit Tagen gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen protestierenden Demonstranten hätten "das wahre Gesicht" des Iran gezeigt, sagte Netanyahu in einem Interview mit dem US-Sender NBC. Netanyahu bezeichnete den Iran als einen Staat, der "sein eigenes Volk unterdrückt und Terror verbreitet".

Die Proteste der Opposition im Iran waren am Wochenende eskaliert. Nach Angaben des Staatsfernsehens wurden mindestens zehn Menschen getötet und mehr als hundert verletzt. Eine unabhängige Berichterstattung über die Proteste wird von der iranischen Führung unterbunden. (APA/AFP)

 

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