Ein Zottelwesen trifft auf lauter Nacktrosige

21. Juni 2009, 14:29
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Gibt es ihn, oder gibt es ihn nicht? Den Yeti. Professor Leuchtarm bringt ihn von einer seiner Expeditionen nach Hause, präsentiert ihn stolz - und die Stadt spielt verrückt.

Gibt es ihn, oder gibt es ihn nicht? Den Yeti. Etwa zwei bis drei Meter hoch soll er sein und mehr als 200 Kilogramm schwer, weiß man zumindest auf Wikipedia. Sein Fußabdruck sei bis zu 43 Zentimeter groß. Reinhold Messner hat ihm ein ganzes Buch gewidmet. Für Erwachsene. Jetzt gibt's auch eines für Kinder - Zottelbock von Monika Spang und Jörg Mühle. Auch hier ist er groß und mächtig, hat sicherlich noch größere Füße und ein dichtes Fell. "Yante" heißt er. Professor Leuchtarm bringt ihn von einer seiner Expeditionen nach Hause, präsentiert ihn stolz - und die Stadt spielt verrückt. Kahlgeschoren, friert Yante und setzt sich in der Not einen halben Kürbis auf den Kopf - die Städter machen's ihm nach. Er wandert aus Langeweile mit Besenstielen durch des Professors Wohnung - die Städter machen's ihm nach. Und als er eine Banane an sein Ohr hält, bananen auch die Menschen.

Als diese den Yeti dann auch noch verfolgen, reicht es. Er flüchtet mit seiner Frau zurück in seine Heimat. "Seither hat niemand mehr einen Yeti gesehen", heißt es am Schluss. Hier stellt sich dann auch die Frage, wer da wen beobachtet hat. "Wir wissen jetzt genug über die Nacktrosigen", sagt seine Frau Yurte. Die Geschichte, für Kinder ab dem fünften Lebensjahr gedacht, wird in bunten. lustigen Bildern erzählt. So lammfromm und geduldig wie Zottelbock stellt man sich gerne einen Yeti vor. Zu Hause wäre er momentan jedenfalls als Kuschelfigur durchaus herzlich willkommen. (Peter Mayr - DER STANDARD/Printausgabe, 20.6.2009)

Monika Spang und Jörg Mühle
"Zottelbock"
14,30 Euro, 32 Seiten
Atlantis-Verlag, Zürich 2009

 

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