Heinisch-Hosek übernimmt Vorsitz von Prammer

21. Juni 2009, 16:53
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Mit 95,7 Prozent ist Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek zur neuen SPÖ-Frauenvorsitzenden gewählt worden

Linz - Unter dem Motto "Stark.Selbstbewusst.Entschlossen" ist am Sonntag im Linzer Design Center der Wechsel an der Spitze der SPÖ-Bundesfrauenkonferenz über die Bühne gegangen. Nach zwölf Jahren übergab Nationalratspräsidentin Barbara Prammer den Vorsitz an Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek.

Frauenministerin übernimmt Vorsitz

Mit 95,7 Prozent ist Frauenministerin Heinisch-Hosek von den rund 300 Delegierten zur neuen SPÖ-Frauenvorsitzenden gewählt worden. Neben Bundeskanzler SPÖ-Chef Werner Faymann waren unter anderem auch Infrastrukturministerin Doris Bures, Gesundheitsminister Alois Stöger, Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Verteidigungsminister Norbert Darabos bei dem Partei-Event dabei.

In Ihrer ersten Rede als neue Vorsitzende der SPÖ-Frauen sprach sich Heinisch-Honsek für verpflichtende Quoten in Sachen Frauenbeschäftigung aus. Ebenso müsse die Väterkarenz endlich stärker etabliert und auch in Anspruch genommen werden, um den Frauen Chancengleichheit zu garantieren. Dabei wollte sie offenbar auch die eigenen männlichen Parteikollegen in die Pflicht genommen wissen: "Erst wenn männliche Minister genauso wie Vorstandsdirektoren in Karenz gehen, dann haben wir wirklich etwas erreicht." Im selben Atemzug erfolgte die offene Einladung an Gesundheitsminister Alois Stöger und Sozialminister Rudolf Hundstorfer, die Väterkarenz vorbildhaft in Anspruch zu nehmen.

Ebenso gebe es noch immer bis zu 15 Prozent Gehaltsunterschied zwischen Männer und Frauen, kritisierte Heinisch-Hosek.

Prammer erteilte in ihrer Rede dem "Neoliberalismus" und der "rechten Hetze" eine Absage und plädierte ebenfalls für Quote ein, um mehr Frauen in Spitzenpositionen zu bringen. Auf dem Papier seien Frauen schon seit einiger Zeit gleichgestellt, in der Realität aber noch nicht. "Weder in den Haushalten, wo noch immer Frauen den Großteil der Arbeit leisten, noch im Beruf, wo Frauen noch immer schlechtere Ausgangspositionen haben", sagte Prammer.

Wiederkandidatur Fischers

Die Statements der weiteren Gastredner standen in Zeichen der Debatte um die Wiederkandidatur von Bundespräsident Heinz Fischer. Beide sagte dem Staatsoberhaupt die "volle Unterstützung" zu, sollte sich dieser für eine Wiederkandidatur für 2010 entschließen. "Ich bin dafür, dass Heinz Fischer sich neuerlich um dieses Amt bewirbt. Er ist ein ausgezeichneter Bundespräsident, der sehr viel zum Ansehen Österreichs in der Welt beiträgt und der bei der Bevölkerung hohes Ansehen genießt", meinte etwa Haider.

"Ziele besser vermitteln"

Ebenso stand für Faymann in seiner Rede eine kritische Selbstreflexion angesichts der letzten schlechten Wahlergebnisse für seine Partei am Programm: "Wir müssen die Welt, für die wir stehen und unsere Ziele besser vermitteln." Ebenso gelte es, das Vertrauen der Bevölkerung zurück zu gewinnen. (APA)

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    Nach zwölf Jahren übergab Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (li.) den Vorsitz an Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek.

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