Gedenkstätte Mauthausen soll neu gestaltet werden

20. Juni 2009, 18:46
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Innenministerium will erarbeitetes Konzept bis 2012 realisieren

Linz - Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen in Oberösterreich soll bis 2012 neu gestaltet und konzeptioniert werden. Das berichtete Innenministerin Maria Fekter in einer Presseaussendung anlässlich der Eröffnung des Geländes für Besucher vor 60 Jahren. Durch Grundstückzukäufe seitens der Republik soll dabei nicht nur das Ausstellungsgelände größer werden als bisher. Auch vereinzelte Rückbauten sowie eine Einschränkung einzelner Bereiche für Besucher ist geplant.

Die ersten Umbauarbeiten sollen noch heuer starten. 1949 wurde das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers für Besucher geöffnet. Nur bestimmte Teile des Lagers wurden seit damals erhalten und renoviert. Andere Grundstücke wurden zwischen 1947 und 1949 wieder an die ursprünglichen Grundstückseigentümer zurückgegeben. Diese Festlegung der Grenzen entschied somit über Erhalt oder Verfall der unterschiedlichen Bauwerke und Gebäude des Lagers. Mit dem neuen Konzept sollen die historischen Lagergrenzen nun wieder besser sichtbar werden. So kaufte die Republik bereits im vergangenen Jahr zwei Grundstücke an, auf denen sich ursprünglich wesentliche Lagerbereiche wie die Aschenhalde, der Erschießungsplatz und der sogenannte Lagerteil III befunden hatten.

Historisches Erscheinungsbild

Ebenso sind Rückbauten vorgesehen, um sich dem historischen Erscheinungsbild des Konzentrationslagers wieder mehr anzunähern. Allerdings nur dort, wo es nachträgliche Veränderungen gegeben habe, wie etwa der Entfernung des in den 1980er-Jahren angebrachten Asphalts am Appellplatz. Wie die Arbeitsgruppe zur Neugestaltung Mauthausens in einem Positionspapier ausdrücklich festhielt, würden solche Rückbauten nur auf der "Basis vorangegangener archäologischer und bauarchäologischer Befundung" stattfinden. Allgemeine Rekonstruktionen seien dabei nicht vorgesehen. Man orientiere sich am baulichen Zustand des Lagers vom 5. Mai 1945, dem Tag, an dem das KZ von Truppen der US-Armee befreit wurde.

Andererseits soll die Begehbarkeit sensibler Orte wie der Gaskammer, der Hinrichtungsstätte oder der Bereich der Krematorien eingeschränkt werden. Einerseits stehe der Ansturm auf diese kleinen und engen Räume einem würdigen und stillen Gedenken entgegen, andererseits würde durch den Andrang die Bausubstanz leiden oder zerstört werden. Jährlich besuchen laut Innenministerium rund 200.000 Menschen die Gedenkstätte. (APA)

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