Zehntausende Exil-Iraner protestieren in Paris

20. Juni 2009, 18:18
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Ende der westlichen "Beschwichtigungspolitik" gefordert - 1100 Busse aus allen Ländern Europas angereist

Paris - Zehntausende Exil-Iraner haben am Samstag in der Nähe von Paris gegen das Regime in Teheran protestiert. Nach Angaben von Vertretern des Nationalen Iranischen Widerstandsrats (NWRI) trafen sich rund 90.000 Menschen in Villepinte zu einer großen Kundgebung. Die zurückliegenden Wahlen seien nur ein illegales Werkzeug gewesen, um die schlimme Herrschaft im Iran zu stärken, hieß es. Die westliche "Beschwichtigungspolitik" müsse ein Ende haben. "Die Leute im Iran wollen einen Systemwechsel", sagte NWRI-Sprecher Javad Dabiran. Die religiöse Diktatur müsse niedergerissen werden.

1100 Busse aus allen Ländern Europas

Zu den Teilnehmern der Protestkundgebung zählten nach Angaben der Exilorganisation auch Parlamentarier aus Ländern wie Deutschland, Spanien und Frankreich. Insgesamt seien 1100 Busse aus allen Ländern Europas in Richtung Paris aufgebrochen. NWRI-Präsidentin Maryam Rajavi forderte den Westen bei der Kundgebung zu einem härteren Kurs gegenüber dem Iran auf. 30 Jahre Beschwichtigungspolitik hätten zu nichts geführt. Die Wahlen seien eine "lächerliche Show" gewesen.

Der Nationale Iranische Widerstandsrat versteht sich als ein breites Bündnis von demokratischen iranischen Organisationen, Gruppen und Persönlichkeiten. Zu ihm gehört allerdings auch die Organisation der Volksmujaheddin. Diese von den USA als terroristisch bewertet und gilt als die aktivste und militanteste Oppositionsgruppe gegen die Islamische Republik Iran. Ihr wird vorgeworfen, auch vor Gewaltanwendung nicht zurückzuschrecken. Die EU hat die Organisation von der Terrorliste gestrichen, die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Rund 4.000 Menschen demonstrierten am Samstag auch in Hamburg gegen das amtliche iranische Wahlergebnis. Die Teilnehmer waren vorwiegend iranischer Herkunft, wie die Polizei mitteilte. Der Aufzug und zwei Versammlungen waren nach Angaben der Polizei angemeldet und verliefen friedlich. (APA/dpa/AP)

 

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