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So sieht auf der Terrazza in Interneppo ein fleisch- und fischfreies Hauptgericht aus: Polenta mit gebratenem Käse. Keine leichte Aufgabe.

Der Vergleich macht sicher: Hauptspeise, praktisch nur Fleisch, Roastbeef auf Rucola. Sehr, sehr super.

Und diese Tasse fand der Fidler auch allerliebst (hat sie aber nur fotografiert, und nicht eingesteckt, wo denken Sie hin!)

"Bruta", sagt sie über sich, wenn ich das richtig verstanden habe, lässt sich aber dann doch fotografieren: Frau Bevilaqua, die Wirtin und wandelnde Speisekarte.

Und hier unser kleines Product Placement, ganz ohne schlechtes Gewissen. Diesen Ziegel, derzeit in Ausgabe 2009/10 im Einsatz, mit aberhunderten, meist tatsächlich prächtigen Wirtshäusern kann ich nur ehrlich empfehlen. Aber Sie kennen den eh. Kommt von Slow Food Editore, auf Deutsch bei Hallwag. Kommt zwar naturgemäß etwas später heraus als die (nach meiner Erinnerung gelbe) italienische Ausgabe, hat aber einen Vorteil für auch sprachliche Dilettanten wie mich: 64 Seiten Glossar Italienisch/Deutsch über Speisen und Zutaten.
Und wo wir schon dabei sind: "Vini d'Italia", die jährliche Bewertung von abertausenden italienischen Winzern und Weinen, hat natürlich auch ihre Meriten, auch von Slow Food bzw. in Deutsch von Hallwag. 18.000 Empfehlungen/Bewertungen listet die aktuelle Ausgabe.
Endlich, Italien. An Arnoldstein vorbeigerollt, Grenze passiert. Italien? Hunger! So jedenfalls mein Reflex, wie Schmeck's-Leserinnen und -Leser mutmaßlich nicht überrascht. Nur: Wohin im Kanaltal mit diesem Problem?
Hallwag lässt mich nicht ohne die aktuelle, deutsche Ausgabe des Slowfood-Führers Osterie d'Italia nach Süden tschundern, was ich wiederum sehr verantwortungsvoll und zuvorkommend finde*. Die allererste Adresse in der Schmeckerschwarte lautet Malborghetto-Valbruna, Via Bamberga 19, also Antica Osteria da Giusi. Nach dieser Adresse richten Menschen, die auch gerne nach Italien essen fahren, ihre Abfahrtszeit von Wien aus. Behauptete jedenfalls Hannes, der diese Menschen kennt und ihnen Geschmack nachsagt, mit einigem Nachdruck.
Am Lago, links
Also hab ich's probiert, in der Osteria da Giusi, vor Jahren schon, und war nicht so begeistert von Jägerschnitzel & Co (sowas hab ich jedenfalls noch in Erinnerung), und fand alles ein bisschen sehr schwer damals, auf der Rückreise, mit dem Motorrad, aus Umbrien. Vielleicht war ich auch einfach schon ein bisserl müde.
An dieser Stelle sollte man nicht zu lange über Umbrien, eine anständige, dunkelblaue Ducati ST2 und Jägerschnitzel nachdenken, sonst rauscht man nämlich vorbei. Woran? Bordano-Interneppo. Alla Terrazza.
Sie kennen doch sicher den Lago dei Tre Communi, ich meine, nicht unbedingt namentlich, aber Sie sind sicher schon (wie ich) ein paar Dutzend Male drüber hinweggerauscht. Die Berge treten da gerade ein Stück zurück (für den See), von Österreich kommend rechts oben auf dem Hügel/Felsen ein paar Gebäude über einem Ort. Genau auf diesen See und die Autobahn schauen Sie von der Terazza in Bordano-Interneppo. Und wenn Sie das tun, freuen Sie sich auf den bevorstehenden Anblick in ihrem Nahbereich.
Bruta
Ich meine jetzt nicht unbedingt Frau Bevilaqua sen., die Wirtin. Auch wenn die gute Frau mit der Selbstbeschreibung "bruta" doch eindeutig übertreibt, als ich frage, ob ich sie fotografieren darf. Aber da hatten wir den erfreulichen Nahbereich schon hinter, beziehungsweise in uns. Der Reihe nach.
Von Monfalcone, vom Schifferlfahren mit dem Glu und der Reißerischen (es lag auch an uns, dass das Boot eher am Liegen als Fahren war), wieder an Land, auf dem Rückweg, Sonntagmittag - Hunger! Ich reservier' ja immer gern, aber das Alla Terrazza liegt doch praktisch am Weg, und überhaupt, so eine abgelegene Wirtschaft, am Sonntag um 12.30, 13 Uhr. Denkste: rappelvoll der (gar nicht so kleine) Speisesaal, auch schon Tische um die Rezeption besetzt, halbe Stunde warten. Machen wir. Wo wir schon da sind.
So schwer kann Spargel sein
Frau Bevilaqua ist nicht nur laut Eigendefinition "bruta" (das wissen wir zu dem Zeitpunkt noch nicht), sondern, wie sich das im Landgasthaus gehört, sie ist auch die Speisekarte. Schinken für mich, aus Sauro, wenn ich das richtig verstanden hab, der Osteriaführer sagt Sauris, egal, schon einmal sehr vernünftiger Einstieg, und eine ganz gute Unterlage für den Hauswein in Weiß und Rot (keine Offenbarung, aber was soll's, Hauswein halt).
Der fleisch- und fischlose Einstieg an meiner Seite entpuppt sich als Steilvorlage jenseits aller Unterlagsgrenzen: Spargel mit Spiegelei alla Parmigiana. Schwer, einfach, aber einfach gut. Da ginge auch ein Liter vom Hauswein ohne Folgewirkungen drauf. Vor allem, wenn der Käse alla Piastra folgt, vom Herd wörtlich, ich tät ja sagen gegrillt, aber da grillt mich sicher wieder ein Poster. Mit Polenta. Nicht gerade das Lightmenü.
Dicke Pilze
Ich denk mir, noch gut, dass ich mich für die Tagliatelle mit Pilzen entschieden hab und nicht für so eine Gewaltportion, kommen sie, leiderleider, mit einer sehr, sehr dicken, cremig-obersigen Sauce von großer Schwere. Das ist keine artgerechte Haltung (aber immerhin nicht paniert!). Waren aber eigentlich schon okay.
Sodala, jetzt sind die übrigen Gäste versorgt, haben bezahlt, sind draußen oder schon weg, die Küche wird schon hörbar geputzt, und wir sitzen noch immer da. Frau Bevilacqua kann natürlich nicht damit rechnen, dass der Fidler nach den dicken Pilznudeln noch Kapazitäten hinter seinem Waschbärbauch frei hat und Secondo will.
Roh ohne Reue
Natürlich hat die Dame auch dafür eine Lösung: Roastbeef auf Rucola, kalt, aber sehr, sehr gut, empfiehlt sie mit Nachdruck (was ich auf die Uhrzeit zurückführe). Aber: Die Frau hat Recht. Ich weiß zwar nicht, wie übrigen Secondi ausgesehen hätten (schau ich mir das nächste Mal an), aber diesen Haufen ziemlich rohen Fleisches hätt ich echt nicht versäumen wollen. Und 47 Euro für zwei Personen, fünf Gerichte, bisschen Hauswein, Wasser und Kaffee, rechtfertigen den Ortsnamen keineswegs.
Da capo, Venzone!
Ein Stück weiter hinein ins Italienische, von Interneppo, wieder auf der Autobahn zum Beispiel und dann schon nach der panoramischen Bergwertung, war ich schon einmal sehr glücklich. (Schnitt, 20 Minuten später). Ich hatte mir fest eingebildet, dass ich über die Locanda al Municipio in Venzone schon geschrieben habe (Danke, Susanne, für den Hinweis damals!). Meine Zufriedenheit über meine (schwache Erinnerung) Pilznudeln und Wild-Filet. Meine Begleitung aß damals (nach meinem optischen Gedächtnis) Nudeln mit viel Grünzeug, klang auch sehr zufrieden. Sorry, aber ich war sicher, dass hätt ich schon einmal geschrieben. Notizen? Puh. (Schnitt, 5 Minuten später). Notizen ja, Italienreisen ohne Ende. Aber ohne Venzone. Muss ich noch einmal probieren. Das ist doch eine erfreuliche Erkenntnis.
PS: Im Juli sortier' ich wirklich alle Italien-Einträge in dieser Rubrik, versprochen!
* Dieses Product Placement erlaub' ich mir: Ich hab den Osteriaführer schon über den grünen Rucola gelobt, als ich ihn mir regelmäßig selbst gekauft hab, um (meist hoch) zufrieden durch Italien zu kommen. Jetzt darf ich auf Rezensionsexpemplare hoffen, und mach einfach so weiter wie bisher, zufrieden kauend nämlich.
Schmeck's ist keine professionelle Lokalkritik. Harald Fidler und Freunde schildern hier ihre Erlebnisse beim Essen und Trinken. Als Dilettanten im Wortsinn: Laien, Amateure, Nichtfachleute, die eine Sache um ihrer selbst willen ausüben - also zum reinen Vergnügen. Was nicht immer gelingt.
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... sollte man(n) trotz der kulinarischen genüsse aber trotzdem nicht. zu allererst bitte "brutta" mit doppel tt schreiben und dann vielleicht auch noch die anderen tippfehler ausbesser. das bin ich eigentlich nur von "österreich" gewöhnt. schade, schade...
Nachtrag: Heißt natürlich Sauris, Sauro muss Hörfehler sein. , : Außer viel Natur und einer spektakulären Anfahrt gibt es dort die übliche Wallfahrtskirche, schöne alte Häuser...aber keine nenenswerte Gastronomie, nur der lokale Speck ist weit über die Gemeindegrenzen bekannt!
wenn jemand in rom weilt und vielleicht mal ausserhalb zu "tun" hat - ca 20 km süd-westlich gibts in lanuvio in der via salvo dácquisto das il panorama! herrlicher ausblick richtung abbruzzen, meer und weiter! und die küche ist ein traum! meeresgetier noch und nöcher! absolut fabelhaft! mach gerne immer wieder einen abstecher dorthin! und die preise sind mehr als moderat! sind ja auch nur italiener dort in dem verschlafenen städtchen mit seiner beeindruckenden außenmauer! am weg liegt zb. castel gandolfo, die sommerresitenz des papstes, oder der lago di nemi! wunderschön dort!
das il panorama kann man auch im internet bestaunen ;-)
www.ilpanorama.com
aja - der "capo" ist ein österreicher, der sich vor vielen jahren in die familie dieses fabelhaften lokals "eingeschlichen" hat und jeden tag, ausser am ruhetag am mittwoch, selbst vorm pizzaofen steht und mit leidenschaft grandiose pizzen hervorzaubert... seine frau hat die regentschaft in der cucina! war schon öfters in besagter cucina und hab nur zugeschaut! extrem super und lehrreich!
aja - der vino bianco della casa kostet keine 8 euro die flasche und is (leider) extrem süffig! kann schon passieren, dass man erst nach stunden und dann leicht sediert das lokal verlässt... sofern einen "il capo grilli" nicht daran hindert ;-)
Vielleicht in keinem Führer, aber seit vielen Jahren von uns - zu Beginn oder Ende einer Italienreise angefahren (oder wenn man mit der Fähre von Venedig nach Griechenland fährt, als letzter kulinarischer Höhepunkt)
Trattoria da Miculan in Tricesimo, Piazza Liberta 16, Mittwoch und Donnerstag vormittag geschlossen.
Hervorragende Küche, sehr saisonal ausgerichtet, gute Weinauswahl.Das Restaurant hat vor allem Stammgäste aus Udine - , die Bar wird von den Einheimischen frequentiert, hinten gibts einen Fogolar, den ich aber noch nie in Betrieb sah - grandiose Gemüseküche!(Einrichtung indifferent.)
Von uns entdeckt, als in Nimis einmal alles voll war.
Last not least: sehr preiswert!
ich richt meine abfahrtszeit im liebsten so ein, dass ich ca. 12.30 in loneriacco (bei tarcento, nur ca 20 minuten umweg) ín der osteria di villafredda bin. dort gibts übrigens auch herrliche roastbeeftagliata auf rucola und schweinefilet mit kräutern! geht sich mit abfahrt wien 8.00 gut aus
allerdings hat mir ein freund unlängst die antica osteria ramandolo in Nimis empfohlen (steht nicht im schneckenführer), ich glaub die werd ich das nächste mal probieren.
von der trattoria in venzone war ich nicht ganz sooo begeistert (lag aber vielleicht auch daran, dass ich am vortag ein ca 12gängiges muschel-, meeresfrüchte- und fischmenü mit nicht extrem wenig prosecco hatte und nicht ganz so hungrig war.
und der schneckenführer ist einfach super
Wir machen bei Iatlienreisen meist für eine Nacht in Nimis halt, waren vor 2 Wochen mit dem Motorrad in Nimis und Umgebung. Üblicherweise in der Trattoria Lis Campanelis (preiswerte Unterkunft) - gute Küche.
Waren aber diesmal auch in der Osteria Ramandolo - wirklich sehr empfehlenswert, geschwätziger Junior Chef, wenn man ein wenig italienisch kann erfährt man so einiges.
Aber auch die Trattoria Friuli gleich in der Nähe hat sich gemausert und ist ebenso zu empfehlen. Ist ne tolle Gegend: Menschen, Landschaft, Essen und Wein sehr toll.
Wer ein wenig mehr ausgeben möchte "Sale e Pepe" (in Stregna) ist ja schon länger ein Tipp. Ambiente und Essen top (auch die Nachspeisen - ein Gedicht) unbedingt den Tocai probieren!
Tun Sie das bitte, und vor dem September, wenn möglich!
Von wegen Mantua erinnere ich mich an ausgezeichnetes Pferdefleisch, werde in meinen Unterlagen wühlen, ob ich die Restaurantadresse noch finde, war außerhalb der stadtmauern, beim großen Parkplatz. Die süßen Kürbistascherln sind Geschmackssache - einmal alle paar Jahre zur Erinnerung, dann weiß ich wieder, warum ich sie eigentlich nicht bestellen wollte....
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