Parlamentschef lobt Obamas Politik

20. Juni 2009, 16:51
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Vertrauter von Staatschef Raul Castro: Neue US-Administration spricht "ganz andere Sprache"

Havanna - Der kubanische Führung sieht in der Kuba- und Amerikapolitik von US-Präsident Barack Obama positive Signale. Obama habe angesichts der internationalen Konflikte und der weltweiten Krise eine schwere Aufgabe, sagte Parlamentspräsident Ricardo Alarcon der Nachrichtenagentur dpa in Havanna. Gegenüber Kuba habe er bereits seine Versprechungen aus dem Wahlkampf eingelöst. "Obama hat eine Politik mit einem anderen Stil, mit mehr Diplomatie und mehr Multilateralismus versprochen", sagte der hohe Funktionär, ein Vertrauter des kubanischen Präsidenten Raul Castro.

Intelligent und elegant

Alarcon lobte vor allem die neue Haltung der USA bei dem Gipfeltreffen der Staatschefs der Amerikanischen Staaten (OAS) in Trinidad und bei der OAS-Generalversammlung später in Honduras. Dort war die Wiederaufnahme Kubas in die Staatengemeinschaft des Kontinents beschlossen worden. "Sie (die USA) haben es verstanden, beide Veranstaltungen intelligent und elegant zu behandeln, ohne die grundsätzlichen Positionen aufzugeben", sagte Alarcon weiter. Die Teilnehmer hätten die Konferenzen mit dem Eindruck verlassen, dass sie es nun "mit ganz anderen Typen" zu tun hätten, die eine "ganz andere Sprache" als die Vorgängerregierung von George W. Bush sprechen.

Alarcon begrüßte es insbesondere, dass Obama die von Bush 2004 verhängten Reisebeschränkungen für kubanische Amerikaner aufgehoben hat. An dem seit einem halben Jahrhundert geltenden US-Embargo gegen Kuba habe sich nichts geändert - das sei aber auch nicht zu erwarten gewesen. "Die Wahrheit ist, dass sie sich nicht verpflichtet haben, es (das Embargo) zu beenden oder abzuschwächen". (APA/dpa)

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