Friedl wartet auf "Information"

20. Juni 2009, 14:57
32 Postings

Ungenacher Pfarrer will erst nach Gespräch mit Bischof Stellung nehmen - Keine Bestätigung für Brief an Schwarz

Linz - "Man muss mich zuerst informieren. Ich warte auf einen Anruf des Bischofs." Das sagte der in Oberösterreich umstrittene Pfarrer von Ungenach, Josef Friedl, zur Zölibats-Debatte rund um seine Person im Gespräch mit der APA. Auch das angebliche Schreiben, in dem der Geistliche Bischof Ludwig Schwarz mitgeteilt haben soll, seine langjährige Beziehung zugunsten seines Priesteramtes aufzugeben, wollte er vorerst nicht bestätigen.

"Ich bin gerade erst aus Israel zurückgekommen, habe schon Begräbnisse halten müssen und Taufgespräche und weiß noch gar nicht, um was es genau geht", so seine Begründung für die Wortkargheit. Dass er eine langjährige Beziehung zu einer Frau unterhalte, bestätigte Friedl auf APA-Anfrage abermals. Zur Frage, ob er sein Priesteramt über die Beziehung stellen und diese damit beenden würde, wollte er jedoch nichts sagen.

Auch von besagtem Schreiben an den Bischof, oder dass seine Causa vergangene Woche Teil eines Gesprächs der österreichischen Bischöfe mit Papst Benedikt XVI. gewesen sei, wisse er nur aus den Medien. "Davon weiß ich nichts, ich warte auf Informationen", so der Geistliche, der sich eine Kontaktaufnahme seitens der Diözese wünschen würde. Erst nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Bischof wolle er dazu Stellung nehmen: "Ich will jetzt auch gar nichts sagen, weil ich einem etwaigen Gespräch (mit Bischof Ludwig Schwarz, Anm.) nichts vorwegnehmen will."

Der Ungenacher Pfarrer Josef Friedl hatte Anfang März im Rahmen einer Podiumsdiskussion für Aufsehen gesorgt, bei der er sich sich öffentlich zu seiner langjährigen Beziehung bekannte. Daraufhin setzte Diözesanbischof Ludwig Schwarz den Pfarrer als Dechant des Dekanats Schwanenstadt ab. Weitere Konsequenzen behielt sich Schwarz damals vor. (APA)

 

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.