Totenzahl nach Anschlag auf über 70 gestiegen

21. Juni 2009, 12:17
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Schwerster Angriff seit mehr als einem Jahr nahe Kirkuk im Norden - Mit Sprengstoff beladener Laster vor schiitischer Moschee explodiert

Bagdad - Bei einem Bombenanschlag vor einer schiitischen Moschee im Nordirak sind am Samstag mindestens 72 Menschen getötet worden. Über 200 Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt. Es war der schwerste Anschlag im Irak seit Ende April, als zwei Selbstmordattentäterinnen in Bagdad 71 Menschen mit in den Tod rissen.

Der Sprengsatz war in einem Lastwagen versteckt und detonierte nach dem Mittagsgebet in der weitgehend von Turkmenen bewohnten Stadt Tasa, rund 20 Kilometer südlich von Kirkuk. Ob es sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt habe, werde noch ermittelt, sagte Polizeichef Jamal Tahir. Die Moschee und etwa 30 umliegende Häuser wurden den Behörden zufolge zerstört. Augenzeugen berichteten, der Lastwagen sei auf der Straße gegenüber der Moschee abgestellt gewesen.

Stundenlang suchten Rettungskräfte unter den Trümmern nach Opfern. Die US-Streitkräfte unterstützten die Suchaktion mit Generatoren für Scheinwerfer. Verzweifelte Frauen baten die Helfer, selbst nach ihren vermissten Angehörigen suchen zu dürfen. Krankenwagen brachten die Verletzten, darunter auch Babys, ins Krankenhaus von Kirkuk, das angesichts der Zahl der Verwundeten völlig überlastet war.

Al-Maliki-Rede

Der Anschlag wurde nur wenige Stunden nach einer Rede von Ministerpräsident Nuri al-Maliki verübt, in der der Regierungschef den Abzug der US-Truppen aus den irakischen Städten bis Ende des Monats als "großen Sieg" würdigte. Die Behörden haben gewarnt, dass Aufständische den Abzug zu neuen Anschlägen nutzen könnten, um das Vertrauen in die Regierung zu untergraben.

Den britischen Streitkräften wurden vermutlich die Leichen von zwei im Irak getöteten britischen Geiseln übergeben, wie Außenminister David Miliband am Samstag mitteilte. Die Toten seien noch nicht identifiziert worden, es handele sich aber wahrscheinlich um die sterblichen Überreste von zwei der fünf 2007 im Irak entführten Briten. Bisher sei alles versucht worden, um die Freilassung der Männer zu erreichen. (res/APA/AP/AFP)

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    Noch Stunden nach dem Terroranschlag suchten Helfer in den Trümmern der zerstörten Häuser nach möglichen Überlebenden.

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