Nova Rock-Festival Tag Eins

Metallica und der Regen

20. Juni 2009, 10:53

Das Wetter hielt bis Mitternacht - Ironische Darbietung von Faith No More - Abruptes Ende von Nine Inch Nails - Mit Video

Nickesldorf - Die Pannonia Fields, das Nova Rock-Gelände in Nickelsdorf (Burgenland), wurden von Metallica-Frontman James Hetfield am Freitag kurz vor Mitternacht kurzerhand in "Metallica-City" umbenannt. Schwere Riffs bildeten dort einen Wall gegen den mitunter strömenden Regen. Dieser hatte kurz vor dem Auftritt der Band eingesetzt, sonst spielte das Wetter am ersten Tag des bis Sonntag dauernden größten Rock-Festivals Österreichs mit. Zu hören und sehen gab es viel Metal, aber auch eine wunderbare Show von Faith No More und den Abschied von Nine Inch Nails - der technisch bedingt zu früh endete.

Metallica brachten auf der mit Rampen und Flammenwerfern ausgestatteten "Blue Stage" mit enormer Power einen Set mit sehr vielen alten Stücken wie "No Remorse", "Master Of Puppets", "Hit The Lights", "One" und "Fuel" und weniger neuen Songs (vom Album "Death Magnetic") als zuletzt in der Wiener Stadthalle. Doch die aktuellen Lieder "Broken, Beat & Scarred" und vor allem "The Day That Never Comes" mit dem furiosen Gitarrenorgien-Finish passten gut zu den Klassikern. "Sad But True" bot sich als Kommentar zum umspringenden Wetter an, doch ausgerechnet die Ballade "Nothing Else Matters", kollektiv mitgesungen von sehr vielen den widrigen Umständen trotzenden Fans, war dann der ganz große Moment.

"Nach dieser Tour sind wir weg", hatte zuvor der Frontmann der Nine Inch Nails Befürchtungen der Fans bestätigt, dass sich Trent Reznor künftig anderen Projekten widmen wird. Doch wie schnell das gehen würde, damit hatte wohl nicht mal Reznor selbst gerechnet: Im eben aufkommenden starken Regen fielen auf der "Red Stage", dem zweiten Schauplatz des Open Airs, mitten in einem Song plötzlich Licht und Sound aus - ein abruptes Ende des Abschieds einer prägenden Band.

Reznor hat mit seiner Industrial-Innovation nicht nur ein Genre entscheidend mitbestimmt. Er macht derzeit auch dem Musikbusiness vor, wie man jene Bresche aktiv und spannend füllen kann, die die Möglichkeit von (bezahltem oder unbezahltem) Download von Musik in das herkömmliche Geschäftsmodell des Popsongverkaufens geschlagen hat. Man ahnt: Mit jenem "Wave Goodbye", das das Motto der Tour bildet, wird sich Reznor noch weiter von den überkommenen Wegen entfernen, die das Musik-Business immer noch für die einzig gangbaren hält. Was sich das Mastermind der Nine Inch Nails ausdenkt, wird man sehen. Am Freitagabend jedenfalls gab es einen energetischen und gar nicht wehmütigen Streifzug durch 20 Jahre Bandgeschichte, von den synthetisch geprägten Anfängen bis zu jener pureren Rockigkeit, die die Nine Inch Nails spätestens mit "The Slip" (2008) gewonnen hat.

Dass Trent Reznor und die kommerzielle Seite von Musik schon des längeren in Scheidung leben, war bekannt. Trotzdem kam bei so manchem Fan wohl Melancholie auf, als das Publikum vereint "Everyone I know will go away in the end" aus "Hurt" sang, und Reznor ergänzen konnte: "I will let you down".

Von den wiedervereinigten Faith No More hätte man viel erwartet - aber sicher nicht jene selbstironische und schräge Art und Weise, auf die sie ihr Konzert begannen. Wie abgehalfterte ehemalige Showstars bei einem Casinoauftritt in Las Vegas, kamen die Musiker in Anzügen auf die Bühne, Mike Patton ganz in rot und am Stock, und sangen zuerst einmal eine Schnulze: "Dream Lover" wurde umgetextet zu "Reunited", und derartige süffisante Souligkeit war am Nova Rock wohl noch nie zu hören. In Folge spielte die Band ein fantastisch witziges und zugleich packendes Konzert, mit Anspielungen an den Softelektronikmusiker Vangelis, die 80er Jahre, Motown-Sound - und an eine Band, die früher mal als Faith No More Furore gemacht hat. Und die nun als "Faith No More 2.0", so Patton, jede Freiheit hat - und sich diese auch nimmt.

Nein, an Energie mangelt es der Band nicht - ihre toughen Sounds waren teils härter als die von Horrormasken tragenden Kollegen. Doch das war der Band sichtlich zu langweilig. Also gab es alles von Las Vegas-Sound bis zum wirren Elektronikeffektgequietsche, von "I'm easy" bis ganz und gar unentspannten Hochtempopassagen. Faith No More wilderten im eigenen Backkatalog, Patton verspottete sich selbst ("einen alten Mann kann schon mal das Gedächtnis verlassen") und auch das Publikum, für das es ein Pauschalangebot für sexuellen Austausch mit der Band gab ("40.000 Menschen in einem Bett - ich würde es tun!", schallte es von der Bühne). Und auch für die Musikerkollegen hatten Faith No More ein Quäntchen Sarkasmus über: "Oder seid ihr zu beschädigt von den schrecklichen Metal-Bands auf diesem Festival?", rief Patton, als er das Publikum zum Mitsingen aufforderte. "Everybody good? Super, super!", schrie Patton dann. Und recht hatte er. (Von Georg Leyrer und Wolfgang Hauptmann/APA)

 

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Posting 1 bis 25 von 58
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raley
00
22.6.2009, 08:32
geiles fest

tja jungs,
wenn ihr auf ein richtiges geiles fest gehn wollt dann kommt nach marbach/donau auf unseren alljährigen
RIVER RUMBLE, das ist ein cooler wakeboardevent und wir haben jedes jahr auch super geile bands, z.b.
THE STAGGERS, ist zwar werbung in eigener sache, that`s it aber sch..drauf !!! aber wenns nächstes jahr passt dann fahr ich auch aufs NOVAR
bis dahin

adios

freeye
20
20.6.2009, 21:28
dyers eve!!

ich könnt mich schlagen, schade dass außer metallica nur schrott am start ist heuer.. sonst wär ich eh hingfahrn..

Naschgul
03
21.6.2009, 13:59

Also Nine Inch Nails und Faith no More als Schrott zu bezeichnen, ist schon seeeeehr gewagt...

Kendall Von Tharn
11
21.6.2009, 14:34

vor allem mit den seichten poprockern metallica vergleichen zu wollen, ist schon sehr gewagt

Naschgul
00
22.6.2009, 15:52

Ach, Metallica haben schon ihre Berechtigung, aber ich seh mir die nicht mehr an. Eine Band, deren Drummer sich hinstellt und in einem Interview sagt, dass ihm die Musik wurscht ist bzw. dass Metal-Fans sowieso alles Deppen sind - so eine Band kann mich mal :) Erst recht, wenn sie solchen Müll wie St.Anger veröffentlicht, nur weil Nu Metal grade in ist.

Pannonia Jack
00
21.6.2009, 19:24

Freeye und Kendall Von Tharn, ihr habt beide recht!!!!!!!!!!!!!!

die zyPresse
01
20.6.2009, 19:12
zu viel

ich war vor zwei jahren bei nova rock, wir sahen damals u. a. pearl jam, das war fantastisch. wir waren zwar nur einen tag dort, hatten generell aber den eindruck, dass einfach alles "zu viel" ist. dieses überangebot an bands stumpft einen irgendwie ab, und es geht ja bei diesen festivals auch immer mehr darum, rekorde zu brechen, das beste lineup zu haben usw. so viel auf einmal kann man m. e. schwer verarbeiten ... außer natürlich unter dem einfluss diverser substanzen ;) aber dafür ist mir die karte dann doch zu teuer. also: individuelle konzerte finde ich immer besser, bei dem chaos und megaaufgebot geht leider manches einfach unter.

Naschgul
00
22.6.2009, 15:54

Ich find die Auswahl an Bands beim Nova Rock eigentlich genau richtig - war vor zwei Jahren in Wacken, und *das* war richtig stressig, weil da so viele gute und spannende Bands gespielt haben, dass man gar nicht wusste, wohin man als nächstes wandern sollte.
Prinzipiell sind mir Solokonzerte auch lieber, aber nachdem weder von FNM noch von NIN solche in Sicht waren (und dass NIN in Prag spielen, hab ich viel zu spät mitgekriegt), wurde es halt heuer ausnahmsweise mal das Nova Rock.

Edain
00
20.6.2009, 18:44
Viel zu groß und zu chaotisch

Metalcamp, ich komme. Ein Viertel so groß, bessere Bands (Nightwish, Guardian, Dimmu, Testament, Edguy, Apo Reiter) und mit eigenem Strand und Kiesinseln am traumhaften Gebirgsfluss. :)

Paracoccidioidomicosisproctitissarcomucosis
01
20.6.2009, 19:58
bessere Bands (Nightwish, Guardian, Dimmu)

*gääääähn*

Edain
00
20.6.2009, 22:43

Bin eh weder ein besonders großer Nightwish- noch Dimmu-Fan, aber sind mir alle Male lieber als die Hosen, NiN, Limp Bizkit oder die Kaiser Chiefs. Nennt sich Geschmack. Guardian ist mir persönlich die liebste "harte" Band, weil sie einfach eine gute Mischung aus Melodien, Härte und einem genialen Sänger abliefen.
Am Novarock wären eh auch einige interessante Bands (Metallica, NiN, Disturbed, InEx), aber wie gesagt - is mir viel zu stressig und zu viele Bands, die mich nicht interessieren. Huch, jetzt seh ich grad: Dimmu sind ja auch da.

freeye
00
21.6.2009, 11:07
außerdem

guardian als harte band zu bezeichnen, is am metalcamp schon mal sehr strange

fahr kaltenbach, da hast richtig gut "harte" bands

Edain
00
21.6.2009, 18:05

Ich wollte nicht "Metalbands" schreiben, weil mir das zu einschränkend ist. Ich schreib deswegen immer "harte Musik", das reicht bei mir von Iron Maiden bis Bolt Thrower. :)

Kaltenbach mit den ganzen Black- Death- und Pagan-Zeugs is net wirklich meins. Metalcamp hat für mich einfach die beste Mischung. Und das beste Areal. ;)

Naschgul
00
21.6.2009, 14:00

Ja, Amon Amarth z.B. :)

freeye
00
21.6.2009, 11:04
ja, dimmu am novarock

is wie billy talent am metalcamp.. fehlbesetzung..

Naschgul
00
22.6.2009, 13:18

Waren aber sehr lustig, und dabei bin ich absolut kein Fan von denen. Aber die Show war wirklich gut.

schneida helga
00
20.6.2009, 18:36
nett wars

ich konnte beim standl nur zu einem wodka gelangen,
indem ich wodka red bull zahlte und d red bull wegließ.

wohlklang
00
20.6.2009, 18:03

Everyone I know GOES away in the end

HanSolo74
00
20.6.2009, 15:55
NIN

ich kann mir nicht helfen, das konzert von 9" nails war irgendwie langweilig. lustlos. und dann... zzzzp und finster wars. hat irgendwie gepaßt.

faith no more habens aber wettgemacht - wenigstens habe ich staub, gatch und 130 EUR (110 fürs ticket und 20 für den shuttlebus) nicht umsonst auf mich genommen :-)

Der Österreicher
019
20.6.2009, 15:07

Gratulation zur Moderation des Beitrages. Da kann man super einschlafen. ;-)

Ziemlich leichter Stessa
00
20.6.2009, 17:42

Erinnert mich ein wenig an die Stimme einer jungen Dame an einer zentralen Wiener U-Bahn-Station auf der Suche nach "Substis".

Litschi Monster
00
22.6.2009, 00:17

Die sucht keine, die verkauft welche. Nur so zur Info.

ramazotti
00
20.6.2009, 17:27

schnarch!

Wennso Weitergeht...
00
20.6.2009, 17:20
was solln sie denn machen

man muss dabei gewesen sein um was von dem feeling zu wissen

rick dangerous
02
20.6.2009, 13:04

bei "reunited" musste mike patton gar nix umgetexten. diesen song gibt´s wirklich unter diesem titel und er stammt vom soulduo peaches & herb (ende der 70er jahre).
herrlich:
"Reunited and it feels so good
Reunited 'cuz we understood"

auf youtube gibt´s das bereits zu sehen:
http://www.youtube.com/watch?v=S_mvIQPcdbc

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