Apple-Chef Jobs unterzog sich Lebertransplantation

20. Juni 2009, 08:21
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Vor zwei Monaten - Comeback ins Tagesgeschäft wie geplant Ende Juni

Apple-Chef Steve Jobs hat laut einem Zeitungsbericht eine neue Leber bekommen. Das gewöhnlich sehr gut informierte "Wall Street Journal" berichtete am Samstag, Jobs habe sich der Leber-Transplantation vor etwa zwei Monaten unterzogen. Er solle wie geplant bis Ende des Monats ins Tagesgeschäft zurückkehren. Der 54-jährige Jobs, der als treibende Kraft für die Erfolge des iPhone- und Mac-Herstellers gilt, hatte im Januar eine Krankheits- Auszeit genommen. Er selbst erklärte, er müsse eine Hormonstörung behandeln lassen, durch die er Gewicht verliere.

Stärkere Rolle für Tim Cook

Möglicherweise werde Jobs in den ersten ein bis zwei Monaten nach seiner Rückkehr auf Empfehlung der Ärzte nur halbtags arbeiten, schrieb das "Wall Street Journal" weiter unter Berufung auf informierte Personen. Der bisher fürs Tagesgeschäft zuständige Apple-Manager Tim Cook, der Jobs während der Auszeit vertritt, könnte eine stärkere Rolle übernehmen und auch in den Verwaltungsrat berufen werden.

Jobs sei bereits wieder im Apple-Hauptquartier gesehen worden, schrieb die Zeitung. Einige Beobachter hatten damit gerechnet, dass Jobs bereits bei der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC vor knapp zwei Wochen auftauchen könnte, doch das neue Modell des iPhone-Handys wurde dort ohne ihn vorgestellt. Eine Apple-Sprecherin wiederholte auf Anfrage des Blatts lediglich, dass der Konzernchef wie angekündigt Ende des Monats zurückerwartet werde.

"Warum lasst ihr Jungs mich nicht in Ruhe - warum ist das so wichtig?"

Anfang des Jahres hatte bereits die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, Jobs plane eine Leber-Transplantation. Dem "Wall Street Journal" zufolge wurde die Operation im US-Bundesstaat Tennessee ausgeführt, in dem die Wartezeiten für eine Spenderleber kürzer seien als in anderen Regionen.

Im Jahr 2004 war Jobs wegen eines Krebs-Tumors an der Bauchspeicheldrüse operiert worden. Er hatte die Öffentlichkeit damals erst nach der Operation über seine Erkrankung informiert. Laut Experten kann diese Art von Krebs Metastasen in der Leber verursachen.

Über neue Gesundheitsprobleme bei Jobs war bereits seit Juni 2008 spekuliert worden, als bei ihm ein deutlicher Gewichtsverlust auffiel. Von Apple hieß es zunächst, Jobs' Gesundheit sei seine Privatangelegenheit. Später erklärte Jobs, er leide an einer Hormonstörung, deretwegen sein Körper keine Proteine verarbeiten könne. Anfang Januar sagte er zunächst, seine Krankheit sei relativ einfach zu behandeln - kündigte jedoch nur wenige Tage später eine Auszeit bis Ende Juni an. Nähere Angaben machten Jobs und Apple nicht. "Warum lasst ihr Jungs mich nicht in Ruhe - warum ist das so wichtig?", wurde Jobs im Januar von Bloomberg in dem Bericht über die geplante Lebertransplantation zitiert.

Kritik

Apple hatte seit Sommer 2008 Kritik von Aktionären für seine Informationspolitik zu Jobs' Gesundheit einstecken müssen. Einige Anteilseigner forderten ausführlichere Angaben, da Jobs von herausragender Bedeutung für die Zukunft des Unternehmens sei. Die Aktie war zunächst eingebrochen, konnte sich zuletzt aber wieder erholen, da das Geschäft von Apple auch während der Abwesenheit des charismatischen Konzernchefs gut lief. Allerdings soll Jobs auch vom Krankenbett aus an strategischen Entscheidungen beteiligt gewesen sein. Einige Mitglieder des Apple-Verwaltungsrates seien wöchentlich über seinen Gesundheitszustand informiert worden, schrieb das "Wall Street Journal".

Jobs hatte Apple vor mehr als 30 Jahren zusammen mit Steve Wozniak gegründet, war in den 80er Jahren von der Firmenspitze verdrängt worden und kehrte 1997 zu dem damals schwächelnden Konzern zurück. Mit neuen iMac-Computern, den iPod-Playern und dem Online-Shop iTunes sowie zuletzt dem iPhone-Handy gelang Apple seitdem eine beeindruckende Erfolgsserie.(APA/dpa)

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