KZ-Gedenkstätte Mauthausen hat Reformbedarf

19. Juni 2009, 18:34
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Von Innenministerin eingesetzte Arbeitsgruppe vermisst pädagogisches Begleitangebot

Mauthausen - Als Ort des Gedenkens, das wesentlich von den Überlebenden des Konzentrationslagers ausgeht, dafür steht das KZ Mauthausen. Die bloße Konfrontation mit dem Nazi-Gräuel sensibilisiere "nicht notwendigerweise für die Idee der Menschenrechte" . Darauf verweist eine vom Innenministerium eingesetzte Arbeitsgruppe, die jetzt ein Reformkonzept für die Gedenkstätte erstellt hat. Das Papier mit Vorschlägen zur Neugestaltung wurde Ende der Woche mit Wissenschaftern in Mauthausen diskutiert.

"Die derzeitige historische Überblicksausstellung ist 40 Jahre alt und verfolgt keine pädagogischen Gesichtspunkte" , erklärt Innenministerin Maria Fekter, warum der bildungspolitische Ansatz weiterentwickelt gehöre. Dazu zählt die Arbeitsgruppe vor allem eine "Professionalisierung der Gedenkstättenpädagogik. Das pädagogische Angebot der Gedenkstätte stützte sich in den letzten Jahrzehnten im Wesentlichen auf Zivildienstleistende" . Und Schulklassen - rund ein Drittel der jährlich 200.000 Besucher sind Schüler - "wurden oft ohne ausreichende Vorbereitung mit der KZ-Gedenkstätte konfrontiert" , heißt es in dem Reformpapier.

"In der ersten Phase der Neugestaltung werden bis 2012 neue Rundgänge mit Leitsystemen und einer wissenschaftlichen Kommentierung entwickelt" , erläutert Fekter. Veranschlagte Kosten: zehn Millionen Euro. (Kerstin Scheller, DER STANDARD, Printausgabe, 20./21.6.2009)

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