Leasing-Geschäfte treiben Morgenröte in Bewag-Bilanz

19. Juni 2009, 18:07
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Burgenländischer Energieversorger hat 2001 sein Leitungsnetz an US-Investoren verkauft und least es seither zurück

Wien - Die Probleme mit Cross-Border-Leasing und anhaltende Wertpapierverluste färben die Bilanz des burgenländischen Energieversorgers tiefrot. Die Bewag hatte 2001 ihr Leitungsnetz um 500 Mio. Euro an US-Investoren verhökert und least es seither zurück. Dazwischengeschaltet agieren sogenannte "Payment Undertaker", die auf Rechnung des Versorgers die Zahlungen an die Investoren leisten. Einer von ihnen soll der gestrandete US-Versicherungskonzern AIG sein.

Bewag haftet für deren Überweisung an die Investoren: zum Bilanzstichtag mit 344,6 Mio. Euro. "Im Zuge der Finanzkrise hat sich im Berichtsjahr die Bonität wesentlicher Vertragspartner im US Cross-Border-Lease verschlechtert", bekennen die Burgenländer in ihrer nun vorliegenden Bilanz. Ein "Payment Undertaker" wurde deshalb ausgetauscht. Zudem mussten Rückstellungen von 1,78 Mio. Euro gebildet werden, weil sich nach dem Bilanzstichtag das Rating eines weiteren Partners verschlechterte.

Wie hoch der Verlust aus den Leasing-Geschäften ist, will die Bewag auf Anfrage nicht preisgeben - dem Vernehmen nach sind es acht Mio. Euro. Die Bilanz 2007/2008 (per 30. September) ergibt folgendes Bild: Abschreibungen auf Finanzanlagen wiegen 21,8 Mio. Euro schwer und verursachen einen Fehlbetrag von 5,5 Mio. Euro. Dennoch schüttet die Bewag - nach Rücklagenauflösung - elf Mio. Euro an die Aktionäre Land sowie Burgenland Holding (EVN, Verbund und Wien Energie) aus. (as, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20./21.6.2009)

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