PC-Spiel statt Schulbuch: EZB wirbt für Euro

19. Juni 2009, 17:50
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"Euro-Schule" umfasst drei PC-Spiele und eine Wanderausstellung

Wer beim Computerspiel "Euro-Lauf" der Europäischen Zentralbank (EZB) gewinnen will, braucht flinke Finger und Interesse an Geld. Die Hauptfigur mit dem Namen Alex hüpft über Brücken und muss in der Luft möglichst viele Euro-Banknoten und - Münzen fangen. Nebenbei soll Alex Geldfälscher entlarven und in Sekundenschnelle Fragen zu den Sicherheitsmerkmalen des Bargelds beantworten. In einem anderen Spiel geht es um die europaweit 85 Münzmotive, die Teilnehmer auf einer Europakarte den jeweiligen Herkunftsländern zuordnen sollen.

Die PC-Spiele sind Teil eines mehrsprachigen Pakets aus Lehrmaterialien, mit dem die EZB das Wissen vor allem jüngerer Bürger über die Gemeinschaftswährung fördern will. Notenbankpräsident Jean-Claude Trichet gab am Freitag in Frankfurt den Startschuss für die Sammlung mit dem Titel "Euro-Schule". "Die Euro-Schule ist eine Einladung, durch Spiele und Spaß etwas über unsere Währung zu erfahren", sagte Trichet. "Die Idee dahinter ist, dass junge Leute im Schulalter lieber interaktiv lernen als aus Büchern."

Zur "Euro-Schule" gehören neben drei PC-Spielen eine Geschichte über Anna & Alex, die sich als Detektive auf die Suche nach Geldfälschern begeben, und eine Wanderausstellung über den Euro, die derzeit in Rom zu sehen ist und am 20. November ins Berliner Museum für Kommunikation kommt. "Das passt perfekt in unseren Lehrplan", sagt Maria Lydia Aigner, die an der Europäischen Schule in Frankfurt Geografie unterrichtet. Bei Reisen merkten die Schüler zusehends, wie praktisch der Euro sei und zeigten großes Interesse an der gemeinsamen Währung.

Ein Schwerpunkt der Informationsoffensive der Notenbank sind die Sicherheitsmerkmale der Geldscheine. Wie kann ein Normalbürger die Banknoten ohne technische Hilfsmittel auf ihre Echtheit überprüfen? Auf derlei Fragen gibt die EZB beispielsweise im PC-Spiel "Entdecke die Sicherheitsmerkmale" Antworten. Auch in animierten Darstellungen im Internet geht es um Banknotenpapier, Relief, Wasserzeichen, Sicherheitsfaden, Hologramm oder Glanzstreifen.

Die EZB ist überzeugt, dass nicht nur Kinder mit ihrem neuen Lehrmaterial etwas anfangen können. Teile der Sammlung empfiehlt sie ausdrücklich auch Münzsammlern und Bankangestellten. (APA/dpa)

 

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