Rechtsstreit Facebook vs. StudiVZ geht in neue Runde

19. Juni 2009, 17:37
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Unterlassungsklage gegen StudiVZ abgelehnt - US-Online-Netzwerk legt Berufung ein

Das US-Online-Netzwerk Facebook ist mit seinen Vorwürfen gegen die deutsche Community StudiVZ vorerst gescheitert. Die Plagiatsvorwürfe wurden am Dienstag vom Kölner Landesgericht zurückgewiesen. "Trotz nicht zu übersehender Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten". Am Freitag legte Facebook nun Berufung gegen das Urteil ein, u.a. da die Richter die "vorgelegten Beweise nicht zur Kenntnis genommen hätten". Facebook will seine "Maßnahmen gegen StudiVZ" bei deutschen Gerichten und bei einem "US-Bundesgericht" vorsetzen, so das Unternehmen in einer Stellungnahme. 

Design kopiert und sich illegal Zugang zum Quellcode der Internetseite verschafft

Mit dem Vorwurf, StudiVZ habe Facebook kopiert und "unlautere Nachahmung" begangen, hatte das US-Portal im November Klage eingereicht. Die Betreiber der deutschen Community hätten das Design kopiert und sich illegal Zugang zum Quellcode der Internetseite verschafft. Dazu habe StudiVZ ein angebliches Datenleck genutzt.

Vorstellbar

In einer Stellungnahme meinte das Kölner Gericht, dass Facebook zum Zeitpunkt der Markteinführung der deutschen Community 2005 noch keinen ausreichenden Bekanntheitsgrad gehabt habe, um den Vorwurf der Nachahmung rechtfertigen zu können. So war das US-Portal erst ein Jahr zuvor gestartet, seine deutsche Präsenz wurde im März 2008 eingeführt. Zwar sei vorstellbar, dass StudiVZ das eigene Portal mit öffentlich zugänglichen Webseiten-Informationen "nachprogrammiert" haben könnte. Dies verstoße jedoch nicht gegen Facebooks AGB, da zwischen den beiden Parteien zu keinem Zeitpunkt eine Vertragspartnerschaft bestanden habe. Dem Gericht zufolge fußen die Vorwürfe auf "Vermutungen". StudiVZ erkennt in der angestrengten Klage eine Attacke mit Negativ-PR und den Versuch, das Wachstum der Plattform zu bremsen. (pte/red)

 

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