Wahlen

Dichand will Prölls an der Staats-Spitze

19. Juni 2009, 19:08

Pühringer macht sich für Pröll, Haider für Fischer stark - Khol für Fairness gegenüber Amtsinhaber

Wien - Hans Dichand, Herausgeber der Tageszeitung "Kronen Zeitung" hat den Stein ins Rollen gebracht. Nachdem der greise Journalist lange Zeit auf Seiten des Bundeskanzlers Werner Faymann war, wechselt er nun von SPÖ zu ÖVP. Seine neuen Favoriten auf die Posten des Kanzlers und des Bundespräsidenten sind die Prölls: Josef, der aktuelle Vizekanzler und Erwin, der aktuelle Landeshauptmann Niederösterreichs. Beide ließ der Wunsch Dichands hingegen eher kalt.

Für und Wider

Die Debatte rund um die Kandidaten für dieses Amt ist hingegen mittlerweile voll angelaufen. So machte sich der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer für seinen Parteikollegen stark, Rückenstärkung für den amtierenden Präsidenten Heinz Fischer kam vom dortigen Landeschef Erich Haider. VP-Seniorenbund-Obmann Andreas Khol plädierte indes für Fairness gegenüber Fischer.

"Erwin Pröll ist ein ausgezeichneter Politiker und wäre sicherlich ein fähiger Kandidat", meinte Pühringer in der Tageszeitung "Österreich". Ob er auch kandidieren will, müsse er selbst entscheiden. Mit der Entscheidung, einen eigenen Kandidaten aufzustellen, sollte sich die ÖVP allerdings Zeit lassen, bis Fischer seine Entscheidung getroffen habe, so Pühriger. Es sei schwierig gegen einen amtierenden Bundespräsidenten anzutreten: "Hier sind die Chancen realistisch gesehen sehr begrenzt."

Haider blies unterdessen für die SPÖ zum Gegenangriff und sprach sich in den "Oberösterreichischen Nachrichten" dafür aus, dass Heinz Fischer kommendes Jahr auf jeden Fall kandidieren soll. "Fischer hat seine Sache als Bundespräsident exzellent gemacht. Er soll kandidieren, die SP wird ihn mit aller Kraft unterstützen."

Khol riet seiner Partei im "Kurier", erst einmal abzuwarten. Der Präsident habe "ein Anrecht darauf, dass man fair mit ihm umgeht". Khol geht jedenfalls von einer Kandidatur Fischers aus: "Ich bin überzeugt davon, dass er und seine Frau wieder in den Ring steigen. Fischer ist gesund, es hat keine Probleme gegeben, das Amt steht gut da." Ob Pröll nominiert werden soll, wollte Khol nicht sagen, man müsse alle Varianten "kollegial im Parteivorstand" beraten und sich die Chancen anschauen. Von Dichands Plädoyer für Pröll zeigte sich der Seniorenbund-Chef jedenfalls überrascht - "denn keiner der Prölls hat einen Brief geschrieben". (red/APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 193
1 2 3 4 5
project subvert
00
22.6.2009, 13:43
Juchee

Herr D. erklärt uns also wie die Österreichische Staatsspitze seiner Meinung nach aussehen könnte, wenns in Wien auch so laufen würd wie in Kärnten...

Lagopus
 
00
22.6.2009, 12:09
Medienpolitisches Versagen

Dass Herr D. sich für außerordentlich wichtig hält und in der Politik mitmischt, ist nichts Neues.
Unverständlich aber ist, dass andere Medien seine Privatmeinung ungebeten und praktisch unkommentiert multiplizieren; als wären seine Möglichkeiten, sich Gehör zu verschaffen nicht schon so viel zu groß.
Auch die Anbiederung an den alten "Macher" mit der Bezeichnung "Medien-Zar" durch zB den ORF ist peinlich und zum Kotzen.
Soll er sich doch in seinem eigenen S***blatt ausbreiten - in anderen Medien mag ich von der Privatmeinung dieses alten Mannes nichts hören; das steht ihm nicht zu!
Was ist nur los mit den Journalisten?! Warum dieses zahnlose Nachbrabbeln, das Fehlen der so nötigen medienpolitischen Reflexion?!

MichaelKS
00
21.6.2009, 17:03
Österreich hält den Atem an

Ein 90-jähriger Greis lässt öffentlich verlauten, wen er zukünftig lieb hat und wen er verstößt. Die österreichische Politik hält den Atem an. Die Entscheidung des betagten Mannes wird in allen Medien diskutiert und kommentiert, das Fernehen überträgt live. Das kann nicht normal sein.
http://www.graz.coolix.com

franz s.
00
21.6.2009, 13:14
mit viel Glück kommt uns da die Biologie zuvor,

und wir "dürfen" demokratisch wählen!

j j
00
20.6.2009, 22:22
alex, alex!!

de solla price
00
20.6.2009, 20:54
Die Seele an den Teufen verkauft ...

... und dann das Gretchen nur für eine Legislaturperiode bekommen?

Tycoon
00
20.6.2009, 19:31
Jetzt ist der Dichand endgültig verrückt geworden.

Oder senil. Und Feymann sollte seine Nähe zu diesem Volksverdummer und Demagogen überdenken.

135
 
00
20.6.2009, 19:31
Ihre ausufernde Befassung mit Dichand ist genau

das Problem. D. ist weder gut noch böse, er hat massive perdönliche Interessen und übt gern Macht aus.Punkt, Das verstärkt sich natürlich im Alter und ist kein Zeichen von Senilität, sondern die Reaktion auf die sichtbare und unsichtbare Dritter. ....
Die Prölls nehmen jede Hilfe an, wenn es um Machtzuwachs geht. Insoferne ähneln sie D.

Gefährlich aber ist, daß sich der Pröllclan und co den Rechtsrechten anbiedern und sich deren Hilfe erkaufen.
Und das ist die reale Gefahr, die den Einfluß von Medien überwiegt.
Die ÖVP ist zum Mitläufer geworden und sie haben bereits ihre alte Identität verloren....

135
 
00
20.6.2009, 22:03
Soll heißen: ...unsichtbare Vereinnahmung Dritter

Beati pauperes spiritu
00
20.6.2009, 19:24
Nachdem Konrad ja schon sein OK für die Prölls gegeben hat,

kommt es auf das Placet von Dichand nicht mehr an. Ist vielleicht noch zum "Drüberstreuen", aber auch nicht viel mehr.

ulli52
 
00
20.6.2009, 17:58
und übermorgen protegiert dichand:

das spaghettimonster, den papst, den bürgermeister von sonstwo.......usw und so fort

Michl52
00
21.6.2009, 00:51

und vorgestern hat er die Grünen in Hainburg protegiert.

Alles geschah im Interesse der Erhöhung der Auflage seiner Zeitung.

Gerhard Schwarz
 
31
20.6.2009, 16:42
Klingt wie jene Ephraim-Kishon-Satire,

in derer schildert wie ein Leser einen verhassten Autor fertigmacht: zuerst nach jeder Publikation und jedem Auftritt überschwenglichst in den höchsten Tönen loben - und das über einen längeren Zeitraum. Später paar kritische Töne einfließen lassen und ihn dann - nach Plan - vernichtend in der luft zerreissen. Damit ist das Autoren Schicksal dann endgültig besiegelt.
Dichand praktiziert das grad an Faymann, der nächste Kandidat ist Pröll.

vom andern Sternli
00
20.6.2009, 16:30
Glauben Journalisten wirklich an die Macht der Presse?

Wer sich mit empirischer Wahloforschung beschäftigt, weiß, dass die Presse mit ihrer Meinungsmache nur einen ganz geringen Einfluss auf Wahlentscheidungen hat.
Leider wollen das Journalisten nicht wahrhaben. Es ist relativ egal, ob die Krone in Österreich oder die BILD in Deutschland für die eine oder andere Seite eintreten - oder der Standard oder der Kurier etc.
Trotz der massiven Kampgne der bürgerlichen Presse inkl. BILD vor der letzten Bundestagewahl in D zugunsten der CDU und FPD hat es nicht gereicht.
Ich vermute, dass es auch in Österreich nicht anders aussieht. Dummerweise gibt es in österreich ein neonazistisches Lager, das 30 % hat.

Michl52
00
21.6.2009, 00:53

sie hat einen relativ geringen Einfluss - aber die 3 Prozent können entscheidend sein.

Tycoon
00
20.6.2009, 20:07
Bitte nennen Sie mir die von Ihnen erwähnte empirische.....

....Wahlforschung. Das ist nur ein hochgestochenes Geschwätz pseudo-intetellektuellen Ursprungs. Ausserdem ist eine empirische Wahlforschung ein in sich unschlüssiger Ausdruck. Forschung ist immer empirisch; siehe Popper. Und unter Wahforschung versteht man gemeinhin eine Wählerstrormanalyse. Am ehesten paßt noch eine Medienanalayse.

Ihre Behauptung mit der BILD ist der pure Unsinn, An meiner Gegenfrage merken Sie es: Was hat die Kampagne der taz, ZEIT, SZ, FR für die SPD gebracht? Diese Blätter haben Meinungsmonopole, die ihre Glaubwüridgkeit bzw. die Objektivität so minimieren, dass der Effekt gegen Null tendiert. Die "Kampagne" in engem Zusammenwirken mit den Gewerkschaften hat dazu geführt, dass Schröder baden ging.

Placebo
 
01
20.6.2009, 16:29
EU-Feind Dichand will EU-Freunde als Führer. Warum? Ist Dichand wirklich selbst nur der Sklave des eigenen Profits? Oder hat der Angst, dass die SPÖ sonst Gesetze fordenr könnte, die ihn – den Bonzen – treffen könnte?

Faymann hat doch nichts mehr zu verlieren. Wenn der immer noch die gehorsame Tölle der ÖVP spielt, sollte der vielleicht gleich der ÖVP beitreten.

ernst thaelmann1
00
20.6.2009, 15:00
was scheren..

mich die erotischen fantasien eines über 70jährigen.

imanitram
 
03
20.6.2009, 16:27

Was finden Sie an Dichand oder Pröll erotisch?

Hamit_Hatemi
01
20.6.2009, 14:46

Kontrolliert dann die ÖVP die Anti-Kronen-Zeitungen (Salzburger Nachrichten, Kurier, Presse, ok Standard nicht so) UND die Kronenzeitung?

Michl52
00
21.6.2009, 00:54

in Niederösterreich schon.

Gerhard Schwarz
 
24
20.6.2009, 14:07
Die ÖVPler sind ihrer eigenen EU-Wahl-Finte auf den Leim gegangen:

die haben nicht kapiert, dass die Karas-Vorzugsstimmen vor allem Strasser-Nachrangstimmen waren. Sogar Schwarze wollten mehrheitlich keinen Pröllianer in einer Spitzenfunktion. Geschweigedenn den Lehensherren selber.

135
 
00
20.6.2009, 16:25
Da liegen Sie nicht richtig!

Die ÖVP wollte einen Mann fürs Grobe.
Da kommt es auf einen Bauernbündler mehr oder weniger nicht an.

verteilerkreis
02
20.6.2009, 14:55
richtige Diagnose.

Nur leider geht der Schmäh schon wieder auf - bitte nicht die letzte NÖ-Wahl vergessen: SPÖ-Stimmen wanderten massenweise zur ÖVP, wenn Pröll eine Vorzugsstimme gegeben wurde

Gerhard Schwarz
 
44
20.6.2009, 15:56

Das ist eine gewollte Irreführung der Wähler (seinerzeit ausgepackelt zwischen Pröll und Schlögl) in der NÖ-Landtagswahlordnung: Vorzugsstimmen für einen Parteikandidaten zählen auch dann für dessen Partei, wenn am Stimmzettel eine andere Partei angekreuzt ist. Die ÖVP suggerierte, man könne den LH "direkt" wählen. Wenn SPÖ angekreuzt war und Pröll die Vorzugsstimme bekam, zählte die Stimme für ÖVP. In der Nationalratswahlordnung und bei allen anderen Wahlen ist es korrekterweise genau umgekehrt: vorrangig zählt die gewählte Partei und die Vorzugsstimme gilt nur, wenn der Kandidat auf der gewählten Liste steht. Demokratur in Pröllistan (Schlögl stimmte zu, weil er sich selber für populärer als seine Partei die SPÖ hielt).

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 193
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.