Fellners "money.at" startet am 29. Juni

19. Juni 2009, 15:28
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Zweiter Haftungsantrag liegt beim AWS

Am 29. Juni bringt "Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner erstmals seine neue Wirtschaftsbeilage "money.at" auf den Markt. Bisher ist über das jüngste Produkt aus dem Hause Fellner mit Ausnahme der Finanzierungsfrage noch wenig bekannt, DER STANDARD berichtete. Wie "Horizont" meldet, soll die Beilage geheftet sein und vier bis acht Seiten umfassen. Das Projekt ist in einer eigenen Firma angesiedelt, die von Fellners Sohn Niki geleitet wird. "money.at" soll der Zeitung beiliegen, aber auch "über andere Vertriebswege" an den Leser gebracht werden.

Um die Wirtschaftsbeilage zu finanzieren, hatte "Österreich" beim AWS (Austria Wirtschaftsservice) um Staatshaftung angesucht. Beim ersten Anlauf - hier ging es um eine Kredithaftung in Höhe von vier Mio. Euro - ist die Zeitung abgeblitzt, weil sie nicht den Förderkriterien entsprach. Wie die "Presse" dieser Tage berichtete soll es Fellner nun noch einmal versucht haben und einen neuen Antrag auf eine Haftung nach dem Garantiegesetz eingebracht haben.

Im Unterschied zur Kredithaftung wird bei Haftungen nach dem Garantiegesetz nicht zwischen Klein- und Großbetrieben unterschieden, außerdem sind diese Haftungen mit 3,5 Prozent Zinsen pro Jahr teurer. Gut informierte Kreise bestätigen, dass sich das Haftungsansuchen diesmal auf 2,5 Mio. Euro beläuft und in der staatlichen Förderbank damit nicht aufsichtsratspflichtig ist. Die Geschäftsführung des AWS kann allein über das Ansuchen entscheiden, womit sie derzeit dem Vernehmen nach beschäftigt ist. Im Anschluss muss das Finanzministerium unter Josef Pröll die formale Richtigkeit der Entscheidung bestätigen.

Dem Vernehmen nach soll Fellners Kreditansuchen vonseiten der SPÖ unterstützt werden. Pröll ist hingegen seit Donnerstag unerwartet zum Liebling von "Kronen Zeitung"-Herausgeber Hans Dichand avanciert, mehr dazu hier. Fellner selbst kann das mediale Interesse an der Finanzierung seiner Beilage nicht nachvollziehen. Im "Horizont" nannte der Herausgeber das Projekt ein "Startup", bei dem es "doch selbstverständlich und legitim" sei, "wenn man um eine Startup-Förderung ansucht, die ja ohnehin nur dazu führt, dass man ein bisschen bessere Kreditkonditionen bekommt". (APA)

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