Piloten stehen hinter ihren Teams - Konkurrenzserie laut Alonso neue Königsklasse - Ecclestone glaubt an F1-Zukunft
Silverstone - Die Fahrer der acht rebellierenden
Formel-1-Teams stehen voll und ganz hinter der Entscheidung ihrer
Rennställe, eine konkurrierende Rennserie zu gründen. Das betonten
die Piloten am Freitag vor dem Grand Prix in Silverstone. Als
Wortführer tat sich einmal mehr der Spanier Fernando Alonso hervor.
"Das ist das Ende der Formel 1. Eine neue Ära wird beginnen", so der
Weltmeister von 2005 und 2006.
Die Zukunft der Formel 1 steht endgültig auf der Kippe. Acht der
zehn aktuellen Teams haben sich entschlossen, vor dem Hintergrund
anhaltender Streitigkeiten mit dem Automobil-Weltverband FIA über
das Regulativ für die kommende Saison mit den Vorbereitungen einer
Konkurrenzserie zu beginnen.
Demnach seien sich die Teams Ferrari, McLaren-Mercedes,
BMW-Sauber, Renault, Toyota, Red Bull, Toro Rosso und Brawn GP
einig. "Es ist klar, dass die Teams die grundsätzlichen Werte des
Sports nicht weiter kompromittieren können. Daher werden sie ihre an
Bedingungen geknüpften Nennungen für die WM 2010 nicht abändern",
erklärte die FOTA.
Ecclestone verweist auf Mosley
Auch Formel-1-Vermarkter Bernie Ecclestone, der an den Fortbestand der Formel 1 glaubt, hat den Ball
FIA-Präsident Max Mosley zugespielt. "Ich habe keine Ahnung - bitte
fragen sie Max", erklärte Ecclestone. Die Schlüsselfigur Mosley
selbst war bisher aber zu keiner Stellungnahme bereit.
Die FIA hatte von allen Teams bis Freitagabend eine
bedingungslose Nennung gefordert, sonst droht der Verlust der
vorläufig erteilten Startgenehmigungen. Die FOTA scheint die Frist
nicht einzuhalten, will stattdessen die Drohung einer eigenen
Rennserie wahrmachen. "Die Teams haben das Gefühl, einen sehr weiten
Weg gegangen zu sein. Jetzt haben wir keine Alternative mehr",
erklärte Red-Bull-Teamchef Christian Horner.
FIA-Präsident Max Mosley hatte sich in dem Konflikt zuletzt
kompromissbereit gezeigt. Unter anderem sollte die Budgetobergrenze
von 46,6 Mio. Euro auf 100 Mio. Euro angehoben werden. Großer
Streitpunkt soll aber nicht mehr das Etatlimit, sondern die
Verteilung der Marketing- und TV-Einnahmen sein. (APA)