Grüne für Verbot von sexistischer Werbung

19. Juni 2009, 14:09
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Forderung nach gesetzlichen Maßnahmen gegen Diskriminierung von Frauen in der Werbung - Werberat-Mitglied Stanek ist für freiwillige Selbstbeschränkung

Wien - Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen, fordert gesetzliche Maßnahmen gegen Diskriminierung von Frauen in der Werbung. Derzeit sei sexistische Werbung nicht gesetzlich verboten, über derartige Werbeinhalte könne man sich lediglich beim Werberat beschweren, kritisierte Schwentner. Die Grünen haben am Freitag zur Enquete "Die Macht der Werbebilder - Diskriminierung von Frauen in der Werbung" ins Parlament geladen.

Kontrolle durch Werberat zeige wenige Wirkung

Schwentner kritisierte, dass die nachträgliche "Selbstkontrolle" durch den Werberat wenig Wirkung zeige und keinen präventiven Charakter habe. Der Rat könne erst tätig werden, wenn die Kampagne bereits einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist, so Schwentner. Laut der Abgeordneten sei etwa in Norwegen und Dänemark sexistische Werbung per Gesetz verboten. Sie verwies auf einen Entschließungsantrag der Grünen, in dem sie einen Bericht betreffend der Möglichkeiten eines gesetzlichen Diskriminierungsschutzes fordern. Der Antrag soll im Herbst im Gleichbehandlungsausschuss behandelt werden, so die Frauensprecherin. Vorstellbar wäre laut Schwentner auch, bestehende Gesetze zu erweitern.

Elke Lujansky-Lammer, Regionalanwältin für Gleichbehandlung in der Arbeitswelt in der Steiermark, unterstützte die Forderung nach einer gesetzlichen Verankerung eines Verbots von sexistischer Werbung. Dies sei "dringend notwendig, um den politischen Willen der Republik zur Umsetzung von Gleichstellungsbestrebungen zu verdeutlichen", erklärte Lujansky-Lammer. Gabriele Stanek, Mitglied des Werberates, hingegen plädierte für eine freiwillige Selbstbeschränkung. Gesetze würden einen zu starren Rahmen für die schöpferische Kraft bedeuten, befürchtet sie.

227 Beschwerden

Der Werberat verzeichnete im Vorjahr 227 Beschwerden (2007: 113). Die meisten Beanstandungen betrafen Frauendiskriminierungen (28 Fälle), gefolgt von sexistischen Darstellungen (25). Als sexistisch empfanden die Werberichter etwa das Inserat der Leondinger Spargelbauern, die neben einem überdimensional großen Spargelstängel eine halbbekleidete Frau in lasziver Pose abgebildet hatten. (APA)

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