Mailands Modewoche trotzt der Krise

19. Juni 2009, 13:24
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39 Modeschauen mit Kollektionen für den Sommer 2010 von Samstag bis Dienstag geplant

Rom - Die Mailänder Modewoche beginnt am morgigen Samstag mit den Herrenkollektionen. 39 Modeschauen mit Kollektionen für den Sommer 2010 sind geplant, während die italienische Mode- und Textilbranche unter dem Druck der internationalen Krise stöhnt. Die namhaftesten Modefirmen des "Made in Italy" zeigen jedoch Zuversicht und hoffen, dass die schlimmste Rezessionsphase zu Ende ist.

"Nach einem schwierigen Jahresbeginn können wir jetzt im Vergleich zur Modewoche im Jänner zwölf Kollektionen mehr präsentieren", sagte der Präsident der italienischen Modekammer, Mario Boselli, bei der Vorstellung des Events. Bei der Modewoche im Jänner hatten mehrere DesignerInnen wegen der Krise auf ihre Defilees verzichten müssen.

Modewoche ab 20. Juni

Vom Samstag bis Dienstag werden die prominentesten italienische ModeschöpferInnen ihre Kollektionen in Mailand vorstellen. Gucci, Prada und Giorgio Armani werden ihre innovativsten Kreationen zusammen mit ausländischen Rivalen, wie den britischen Labels Burberry, Vivienne Westwood, John Richmond und Alexander McQueen präsentieren. "Die Teilnahme vieler prominenter Namen bezeugt, dass sich die italienischen Designer trotz der Krise stark für das 'Made in Italy' engagieren wollen", meinte Boselli.

Die italienische Modebranche hat im ersten Quartal 2009 einen 15-prozentigen Rückgang gemeldet, teilte der Verband der italienischen Modeindustrie Sistema Moda Italia (SMI) mit, dem 60.000 Unternehmen angehören. In April ist jedoch die Textilproduktion um 1,7 Prozent gestiegen, was der Verband als Trendwende nach der Krise der vergangenen Monaten bewertet.

Unterstützung von Nöten

Der Verband "Sistema Moda Italia" hat kürzlich einen Appell an das EU-Parlament für Maßnahmen zur Unterstützung der von der Krise belasteten Branche gerichtet. Er forderte die Einrichtung einer parlamentarischen Kommission für die Modebranche, die Strategien zur Unterstützung des Textilsektors ergreifen soll. Der Forderung schlossen sich auch die Gewerkschaften an.

Die Mode- und Textilbranche zähle zu den dynamischsten Wirtschaftszweigen Europas und müsse dementsprechend gefördert werden. Der Verband drängt auf die Einführung einer Etikette mit dem europäischen Herkunftsland der Kleidungsstücke, eine Reduzierung des Steuerdrucks auf europäische Produkte außerhalb der EU-Grenzen, Anti-Dumping-Maßnahmen und eine gezielte Strategie gegen Produktfälschung.

"Wir erleben eine sehr schwierige Situation, auch Europa muss der Modebranche unter die Arme greifen. Die Freizügigkeit der Waren darf nicht eingeschränkt werden, man muss aber dafür sorgen, dass die europäische Mode außerhalb der EU-Grenzen wettbewerbsfähig sein kann", so Verbandspräsident Michele Tronconi. (APA)

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    Dolce & Gabbana

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