Sarasin will Österreichern "Vermögen erhalten"

19. Juni 2009, 12:42
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Bank Sarasin will das Vermögen für Privatstiftungen und vermögen­de Familienunternehmen durch Nachhaltigkeit in trockene Tücher bringen

Wien - Die von der niederländischen Rabobank kontrollierte Basler Bank Sarasin eröffnet eine Repräsentanz in Wien. Über Fonds ist die Schweizer Bank, die noch keine Banklizenz in Österreich und auch noch keinen entsprechenden Antrag gestellt hat, schon länger in hierzulande präsent (Die österreichischen Kunden führen ihre Bankgeschäfte somit über die Schweiz). Warum man sich gerade jetzt in Zeiten der Finanzmarktkrise gute Chancen einräumt, erläutert Privat-Banking-Chef Fidelis Goetz so: "Wir haben den Anspruch, Vermögen zu erhalten. Das ist vielleicht eine höhere Kunst, als es zu vermehren."

Das 1841 gegründete Institut setzt auf betuchte Kunden, sowohl im institutionellen, als auch im privaten Bereich, und will bei seiner Klientel vor allem mit dem Thema nachhaltige Vermögensveranlagung unter Berücksichtigung von Umwelt- und Energieaspekten punkten. Der Druck auf Pensionskassen, nachhaltig zu investieren, wachse, ist Sarasin-Mann Götz überzeugt und nennt ein weiteres Argument: "Die Familienstiftungen wollen sicher investieren, denn sie wollen ihr Vermögen weitergeben. Es geht um Generationenvorsorge." Im Sinne der Nachhaltigkeit füge es sich gut, sagt sein Private-Banking-Kollege Eric Sarasin, "dass wir die Eiche als Symbol haben."

Privatstiftungen als Zielgruppe

Die Zielgruppe in Österreich laut dem Leiter der Österreich-Repräsentanz Christian Daimer: Privatstiftungen (Anm.: 3.000 Privatstiftungen gibt es in Österreich) und familiengeführte Unternehmen mit Finanzvermögen. "Österreich gehört zu den zehn reichsten Ländern gemessen am BIP, das ist ein interessanter Markt." Bedeckt hält man sich in Sachen Kundenzahl, die man hierzulande bereits an der Angel hat. Auch die Ziele will man in der Öffentlichkeit noch nicht in Zahlen gießen. Das Thema Nachhaltigkeit bei der Vermögensvermehrung- oder eben -bewahrung sei hierzulande jedenfalls noch unterrepräsentiert. Daneben wollen es die Schweizer den heimischen Instituten gleichtun und von Österreich aus ihr Netz im Osten auswerfen. Zu der derzeitigen Niederlassung in Warschau sollen weitere kommen. Konkrete Pläne will man aber auch diesbezüglich noch nicht lüften.

Die aus einem 1841 gegründeten Schweizer Handelgeschäft hervorgegangenen Bank Sarasin, die lange als Privatbank in Familienbesitz tätig war, ging 2002 eine Allianz mit der niederländischen Rabobank-Gruppe ein. Seit 2007 hält die Rabobank 46 Prozent des Kapitals und 69 Prozent der Stimmrechte an der Bank Sarasin. Die Bank hat Niederlassungen in Europa, Asien und im Mittleren Osten und im Vorjahr 114,4 Millionen Schweizer Franken (76,2 Mio. Euro) Konzerngewinn erwirtschaftet. Per Ende Dezember 2008 betreute sie Vermögenswerte in der Höhe von 69,7 Milliarden Schweizer Franken und beschäftigt 1.500 Mitarbeiter. Die Bank Sarasin & Cie AG ist an der Schweizer Börse notiert. (Regina Bruckner)

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    Das Hauptquartier in Basel.

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