Kaltenbrunner mit Jeep fast abgestürzt

19. Juni 2009, 12:27
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Geparktes Auto rollte Felsabgrund hinab und überschlug sich zweimal

Auf dem Weg zu ihrem 13. Achttausender, dem K2 (8.611 Meter) in Pakistan, ist die oberösterreichische Alpinistin Gerlinde Kaltenbrunner am Montag beinahe mit einem Jeep schwer verunglückt. Zwei Minuten, nachdem die 38-Jährige aus dem geparkten Fahrzeug ausgestiegen war, rollte das Auto einen Felsabgrund hinab, stürzte 15 Meter in die Tiefe und überschlug sich zweimal. "Beim Anblick des zerstörten Jeeps war ich entsetzt und mir zitterten die Knie", berichtete die Bergsteigerin am Donnerstag auf ihrer Internetseite. "Wir hatten wirklich riesiges Glück, diesen Unfall unbeschadet zu überstehen."

Von Skardu in Pakistan starteten Kaltenbrunner und ihr Team am Mittwoch mit einem Jeep Richtung Askole. Ein Wasserfall blockierte die Straße, der Fahrer musste anhalten und sicherte den Geländewagen mit einem Stein beim Hinterrad ab. Während alle ausstiegen, blieb die 38-Jährige zunächst sitzen und verließ den Jeep erst kurz vor dem Absturz, um zu fotografieren. Zu Fuß traten die Bergsteiger mit dem Material den weiteren Weg an, bis sie einem Freund begegneten, der sie mit dem Auto bis Askola brachte.

Zu Fuß ging es von dort mit Trägern weiter, am Donnerstag erreichte Kaltenbrunner den Ort Paju in 3.400 Metern Höhe. Nach einem Rasttag zur Akklimatisation führt die Route weiter zum Basislager in dem die 38-Jährige ungefähr am 22. Juni eintreffen will. Nach ihrem Gipfelerfolg am Lhotse (8.516 Meter) in Nepal am 20. Mai wäre der K2 Kaltenbrunners 13. von 14 Achttausendern. Zwei Aufstiegsversuche schlugen in den vergangenen Jahren bereits fehl, noch nicht bestiegen hat die Oberösterreicherin außerdem den Mount Everest.

Gipfelsiege

Bisher gibt es noch keine Frau, die alle der 14 höchsten Achttausender erklommen hat. Kaltenbrunner befindet sich auf Rekordkurs, dicht auf den Fersen sind ihr die Spanierin Edurne Pasaban, die ebenfalls zwölf Gipfelsiege vorweisen kann, sowie die Italienerin Nives Meroi: Sie kann bisher elf Besteigungen vorweisen, ihr fehlen noch der Kangchenjunga, die Annapurna und der Makalu. Edurne war noch nicht auf dem Shisha Pangma sowie der Annapurna.

Den drei Europäerinnen erwächst derzeit starke Konkurrenz aus dem Fernen Osten: Zwei Koreanerinnen wollen unabhängig voneinander noch heuer drei bzw. vier Achttausender erklimmen und als erste Frauen die 14 höchsten Berge der Welt bezwingen. Oh Eun Sun (43) fehlen noch Nanga Parbat, Gasherbrum I und Annapurna. Ihrer Landsfrau Go Mi Sun stehen steht neben diesen drei Bergen noch der Gasherbrum II bevor.

Go Mi Sun ist eine der Überlebenden der K2-Katastrophe Anfang August vergangenen Jahres, als elf Bergsteiger durch Eislawinen ums Leben kamen. Sie verlor damals fünf Mitglieder ihrer Expedition. Heuer im Frühjahr hat sie bereits Makalu, Kangchenjunga und Dhaulagiri bezwungen. Die Koreanerin hat sich zum Ziel gesetzt, binnen zehn Monaten nicht weniger als sieben Achttausender zu schaffen. Im Gegensatz zu Kaltenbrunner verwendet sie allerdings künstlichen Sauerstoff. Oh Eun Sun hat - die Berichte gehen auseinander - vermutlich zum Teil darauf zurückgegriffen. (APA)

 

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