Sparen durch Rekuperation

21. Juni 2009, 17:00
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Das Hineinladen von Strom in die Batterie im Schiebebetrieb ist die wichtigste Maßnahme zur Verbrauchsreduktion durch den Hybridantrieb

Jedenfalls sind die Mercedes-Techniker davon überzeugt, die für die Entwicklung des S-Klasse 400 Hybrid mit Lithium-Ionen-Batterie verantwortlich waren. Hier eine möglichst hohe Ausbeute hinzukriegen, ist aber auch eine ziemlich große Herausforderung, denn der Fahrkomfort darf ja durch die Bremswirkung des Generators nicht beeinträchtigt werden.

Grundsätzlich geht es dabei um zwei Phasen. Erstens: Der reine Schiebebetrieb, also wenn der Wagen ohne Motorleistung bergab rollt, ohne dass das Bremspedal betätigt wird. Hier geht es darum, die Motorbremsleistung durch die Generatorbremsleistung zu ersetzen. Die Aufgabe ist es, hier das genau richtige Maß zu finden, weil der Wagen ja auch durch die Eigenschaft zu rollen Sprit spart und das nicht nur, indem er Energie zurückspeist - was bei extremer Auslegung zu einem recht harschen Bremseffekt führen kann. Und die richtige Balance ist natürlich auch eine Komfortfrage.

Noch schwieriger mit dem Komfort wird die Angelegenheit, wenn auch die Energie, die normalerweise beim Bremsen verheizt wird, zurückgewonnen werden soll. Das stellt hohe Anforderungen an die Elektronik, die das Zusammenwirken von Generator und Bremsanlage koordiniert. Dabei muss nämlich auch der Bremspedalwiderstand in der Rekuperationsphase simuliert werden.

Erst wenn man stärker aufs Pedal tritt, übernehmen die Scheibenbremsen ihre klassische Arbeit. Dieses komplexe Zusammenspiel von Hydraulik und Elektrik ist schwierig zu beherrschen, und ein Ersatz der Bremshydraulik ist derzeit noch nicht in Sicht. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/19.6.2009)

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