Lichterkette 2009

"Wir stehen hier, weil es eine Grenze geben muss"

18. Juni 2009, 23:35
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    foto: derstandard.at/pumberger

    Die anwesenden grünen Mandatare nutzten die Gelegenheit und forderten erneut Martin Grafs Rücktritt.

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    500 Stück Fackeln waren nicht genug. Viele brachten auch Kerzen mit oder verwendeten ihre Fahrradlampen als Leuchtmittel.

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    Romy Grasgruber und Maria Sofaly nach dem entzünden ihrer Fackeln.

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    Auch aus einfachen Holzstücke wurde versucht eine Fackel zu improvisieren.

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    Schließlich wurde zu Trommelrhythmen getanzt, geklatscht, gefeiert.

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    Nicht nur vor, schließlich auch hinter dem Parlament fanden sich viele Teilnehmer ein.

Am Donnerstag wurden in Wien und Graz "Lichterketten" gebildet - Für Respekt, Zivilcourage und Menschenwürde

Vor dem Parlament sind Absperrungen aufgebaut, die Polizisten lehnen locker gegen die Ballustraden. Langsam trudeln die Menschen ein, Studenten, Familien, ein paar Touristen bleiben stehen und fotografieren abwechselnd das Parlament und die wachsende Menge.

Die bunte Truppe hat sich versammelt um ein Zeichen zu setzen für mehr Respekt, Menschenwürde und für Vielfalt statt Einfalt in der Gesellschaft. Nur wenige Meter entfernt im Palais Epstein hat noch am Nachmittag um siebzehn Uhr Martin Graf zu einer Podiumsdiskussion zu dem Thema "Die Entwicklung der Grund- und Freiheitsrechte von 1848 bis heute" eingeladen.

Gegen den "normalen" Umgang mit rechts

Gerade Martin Grafs Äußerungen über Ariel Muzicant, der EU-Wahlkampf der FPÖ sowie der "normal"-gewordene Umgang mit neonazistischen Gewalttaten, haben die Organisatorinnen Maria Solfany und Romy Grasgruber aus "Wut" dazu veranlasst, einen Aufruf ins Internet zu stellen. "Es ist Zeit für eine Lichterkette..." hieß es darin, Zeit für eine Lichterkette rund ums Parlament als Zeichen eines "anderen Österreichs". Mehr als 11.000 NutzerInnen haben sich diesem Aufruf angeschlossen, mindestens 3.500 Menschen haben sich nach Polizeiangaben zu der Veranstaltung begeben, von Veranstalterseite aus geht man von höheren Zahlen aus. derStandard.at mischte sich unter die Menschenmenge.

"Ein Zeichen setzen"

"Wir sind hier, um ein Zeichen zu setzen, dass Hetze, Diskriminierung und Ausgrenzung nicht normal sind", so Grasgruber gegenüber der Nachrichtenagentur APA. "Uns geht es um Zivilcourage, Vielfalt und Menschenwürde", bekräftigte die zweite Organisatorin Maria Sofaly am Abend ihre Beweggründe.

"Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen. Ich habe mich im Wahlkampf sehr geärgert, heute will ich aktiv etwas tun", so der Student der Rechtswissenschaften Hans-Georg vor der Demonstration. Darin lag wohl auch der gemeinsame Nenner der Teilnehmer, ein Zeichen sollte gesetzt werden. Viele verschiedene Gruppen, von grünen Gewerkschaftern über die Homosexuelleninitiative Wien bis zu Volkshilfe oder Linkswende - um nur einige wenige von vielen zu nennen - haben die Aktion unterstützt, wenngleich sie sich im Hintergrund hielten. Die Organisatorinnen wollten so frei und unabhängig bleiben wie möglich.

"Mangel an Haltung"

Begonnen hat die Veranstaltung mit Musik und Reden: Doron Rabinovici beklagte den Mangel an Haltung im Hinblick auf Rechtsextremismus und Neonazismus. Niemand verkörpere diesen Mangel mehr als Martin Graf und seine Burschenschaftskollegen, so Rabinovic. "Wir stehen hier, weil es eine Grenze geben muss. Es langt, Herr Graf. Treten sie zurück", so Rabinovici weiter.

Den Rücktritt von Martin Graf forderten auch erneut die Grünen, deren anwesende Parlamentarier hielten ein Transparent hoch und trugen T-Shirts mit der Aufschrift: "Eure Schande heißt Martin Graf". Auch SP-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas hatte sich unter die friedlichen Demonstranten gemischt.

Graf trifft auf Demonstranten

Laut Polizei gab es lediglich einen Zwischenfall, als Martin Graf aus dem Palais Epstein auf die Straße trat und Demonstranten sich ihm entgegen stellten.

Robert Menasse nimmt in seiner Rede auch die "Mittelparteien" in Verantwortung. Durch ihre Politik der vergangenen Jahre sind sie mitverantwortlich, nicht zuletzt bei der Wahl von Martin Graf, so Menasse. "Ich kann niemanden verstehen der einen Platzhalter wählt, im Glauben schlimmeres zu verhindern", sagte Menasse zum Publikum. Es sprachen Vertreter von ZARA und anderen NGOs und ein Text von Marlene Streeruwitz wurde verlesen.

Trommeln für Zivilcourage

Mit der eintretenden Dämmerung kamen mehr und mehr Teilnehmer vors Parlament, die Polizei musste schließlich den Ring sperren.

Bei Dunkelheit wurden die nichtropfenden Fackeln ausgeteilt, und unter Klängen der Trommelgruppe der NGO ATTAC bewegte sich links und rechts des Parlaments jeweils ein Fackelzug, der hinter dem Parlament zu einem Kreis zusammentraf. Zu den Trommelrhythmen wurde schließlich getanzt, geklatscht, gefeiert. Die Demonstration entwickelte sich zu einer Party. Und blieb dennoch ein "Zeichen".

Die Organisatorinnen riefen am Abend dazu auf ihrem Beispiel Folge zu leisten: "Hier stehen so viele Ideen. Tut etwas! Gebt nicht auf!" (Sebastian Pumberger, derStandard.at, 18.6.2009)

Links

Cremers Photoblog: Lichterkette 2009

Köpfe des Tages: Romy Grasgruber und Maria Sofaly warnen vor rechter Hetze

Lichte Momente gegen dunkle Mächte - Lichterketten haben Tradition

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nixgrünis
32
Gott schütze Graf!

Wer die Grünen wählt muss nen Schuss haben...wie man nur unser schönes Land so mit Füßen tretten kann...

social unrest
11
scheiss sowohl auf gott als auch auf graf

den ersteren gibt es nicht und sowas wie den zeiten darf es nicht geben

FalscherProphet
22
Mein Gott, bist Du daneben.

Graf ist ein Naziförderer und Anti-Antifaschist (was ist das denn auf Deutsch?) mit antisemitischen Ambitionen.

Und JEDES politische Lager ist für Österreich gesünder als FPBZÖVP.

mit Schaum vor dem Mund
00
30.6.2009, 11:13

Muahahahahahahahahahahahahahahahahahahahaha!!

undoch
01
30.6.2009, 10:58
zeigt euch

leute die sich über demonstraten oder demos lustig machen haben genausoviel talent zum witz wie strache also bitte nach ktn wer nicht hinsehen kann. und den kopf in den sand setzen dann auch nur solche leute, weil blöde daheim vor der zib rumsitzen und sich darüber lustig machen was andere tun kann jeder hier auch nochmal der verweis ab nach ktn

allen anderen respekt dafür dass sie ihren popo in bewegung gesetzt haben je mehr zivilcourage gezeigt wird desto besser und ich wär auch gern bei der iran-demo dabei gewesen aber ist irgendwie untergegangen - aber auch nix davon mitbekommen dabei bin ich für die armen protestanten denen heute wieder irgendwas um ihre köpfe fliegt ...hm

ordy
00
30.6.2009, 11:43

Politisches Wörterbuch Ö:
Name: spontane, zivilgesellschafte Demo
Erklärung: Klassentreffen linker Berufsdemonstranten, viele davon Mitglieder von KPÖ, SLP und Ideologie-verwandter Gruppierungen.

Lachen kann man über euch nicht mehr. Ihr seid schon zu öde.
Argumente habt ihr ja keine, das hat schon jeder begriffen.
Trotzdem Danke für eure Märsche. Wenn die Leute(Linksalternativlinge, Kommunisten u.a.) sehen, welche Leute da gegen die FPÖ marschieren bringt uns das viele Sympathie.
Bitte weitermachen.

FalscherProphet
00
interessant, dass Du

"spontane, zivilgesellschafte Demo" mit rein linken politischen Strömungen assoziierst.

Organisieren "die Rechten" leicht nie eine zivilcouragierte Demo?

(Oder heißt das bei einer Glatzen- und/oder Springerstiefel-Truppe auf der Straße einfach anders...)

oidaradio
01
29.6.2009, 16:42
Leuchte mein Licht...

http://www.youtube.com/watch?v=hYpyzO_nKTo

bilder sprechen mehr als
3500 worte... ;-)

philosoph der freude
12
29.6.2009, 16:41

Wieso kann man dem Herrn Graf eigentlich juristisch nicht an?
Was der aufführt muss doch schon strafbar sein, oder etwa nicht?

Wie kam ich bloß durch die Zensur?
 
11
30.6.2009, 09:04

Nein, ist es nicht.

Noch ist es in Österreich erlaubt, seine Meinung zu äußern.

FalscherProphet
10
30.6.2009, 12:10
Immer noch werden in Österreich die

Holocaustleugner-Verteidiger, Verbotsgesetz-Abschaffer, Antisemiten, Volksverhetzer, Hassprediger, Naziförderer, ...

(vor Allem ÖVP-seitig) geduldet.

ordy
01
30.6.2009, 14:21

Davon ist mir nichts bekannt.
Aber sehr wohl bekannt ist das die Stadt Wien dem Massenmörder Guevara eine Büste widmet.
Und das sich die Wiener SPÖ weigert, die Stalin-Gedenktafel im 12. Bezirk mit einem Zusatz zu versehen, der auf die Verbrechen dieses Mannes aufmerksam macht.

ordy
31
29.6.2009, 10:55

Und hört man schon wieder den Schlachtruf der Demonstranten?
KOPF IN DEN SAND! KOPF IN DEN SAND! KOPF IN DEN SAND!
RAUS MIT DEM VERSTAND!
WIR WOLLEN KOPF IN DEN SAND!
Daraus lässt sich doch bestimmt eine "Widerstands"-Hymne formen.

goldener_drache_spielt_mit_phoenix
21
29.6.2009, 01:18
nett

ich hätte mir aber genausoviel sympathisanten bei demonstrationen gegen das iranische regime gewünscht. aber dieses thema ist wohl nicht kuschelig genug...

littletinyflibbertigibbet
01
29.6.2009, 22:10
1) geht es um unsere demokratie, unser land, unser parlament: der iran ist nicht hier.

wir kämpfen gegen eine diktatur eben vor, sie ist bei uns noch nicht unmittelbar.
2) war ich auch dort (bei der iran-demo.)

verrückter prediger
 
11
24.6.2009, 20:17
aaahhhhmen

das ich das auf meine alten tag noch erleben darf.
meinen segen, liebe kinder, meinen segen!

saxolady2
 
23
24.6.2009, 20:15
großartig!

einfach nur großartig!!!
ich lechze ja nach diesen lichtblicken
vielen dank, ihr jungen wilden!!!

syclone
27
24.6.2009, 17:47

wie hoch ist das einstiegsgehalt für berufsempörte?

Es geht hier um mehr als bloß um Voggi1
00
27.6.2009, 20:21

wie hoch die Pension fuer standardleser

Pol e Mike
24
24.6.2009, 11:20
Da hat einer die rechte Hand gehoben....Hitlergruß?

Diese Leute die gerne mit Fackeln im Mob durch die Gegend randalieren sind ja höööchst verdächtig!

FalscherProphet
42
24.6.2009, 13:01
Mag schon sein,

dass im Rahmen des Burschenschafter-Kommers einige Kellernazis "die Hand zum Gruße" hoben:
http://www.tt.com/tt/tirol/... =56&fid=21

Wäre ja nix Neues - auch nicht in FPÖ-Kreisen.
Gehört so zusagen zum (z.B.) ÖVP-seitig akzeptierten Umgang in Österreich...

fabrikant
22
24.6.2009, 10:56
der grüne wandertag war recht putzig...

Thomas Wetschnig
11
23.6.2009, 21:22
Plädoyer für die Wohnsitzbürgerschaft

http://wohnsitzbuergerschaft.blogspot.com/

ordy
00
29.6.2009, 10:47

Ein Liberaler sollte ein bißchen was von ökonomischen Prozessen verstehen.
Welche Stadtviertel sind es, die in einer Großstadt typischerweise blühen, und welche sind es, die verkommen?
Ganz einfach. Jene mit einer stabilen Bevölkerung blühen. Denn die Bewohner bleiben lange dort und haben daher ein Interesse daran ihre Umgebung lebenswert zu gestalten.
Dazu starten sie auch Bürger-Iniativen, wenn z.B. die Politik Plätze verschandeln lässt oder unsichere Kreuzungen installiert.
Bei Staaten ist das im Großem nicht anders.
Nur dauerhafte Bindung schafft Stabilität.
Wer nur kurz irgendwo wohnt, hat z.B. kein Interesse das Steuern für langfristige Entwicklungen eingehoben werden.
Alles Ökonomie.

Thomas Wetschnig
00
29.6.2009, 12:07
Wenn das so wäre ................

............. dann müssten z. B. in Wien die meisten Bezirke ausserhalb des Gürtels blühende Stadtviertel sein, während die Bezirke innerhalb des Gürtels verkommen müssten, denn innerhalb des Gürtels leben überproportional viele junge Menschen, die häufig umziehen oder überhaupt nur vorübergehend (zum Studium) in Wien leben. In den Stadtrandbezirken dagegen leben überwiegend sesshafte Menschen.
Conclusio: Wer mit offenen Augen durch die Stadt spaziert wird feststellen, dass Ihre Argumentation so nicht stimmt.

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