Hakenkreuz-Skulptur entfernt

19. Juni 2009, 18:49
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Künstler entschied sich gegen Änderung seines Werkes

Wien - Es gehe ihm nicht um das Hakenkreuz. Zumindest nicht primär, sagt Leo Moringer, Diplomand an der Wiener Akademie für angewandte Künste zu seiner umstrittenen Betonskulptur, die Freitagvormittag auf Anweisung der Universität entfernt worden ist. Sein Generalthema sei die Liebe. Und deren Gegenpol, der Hass. "Und den kann man am besten mit dem Hakenkreuz symbolisieren."

In seinem "liebe. allumfassend" betitelten Werk gehe es eben um die emotionale Bandbreite. Allerdings: Ein politisches Statement sei es natürlich auch. Es soll die Menschen beschäftigen und Gefühle auslösen, wünscht er sich.

Das Gefühl von Gerald Bast, dem Rektor der Angewandten, war eher kühl. Entweder das Hakenkreuz werde entfernt oder die gesamte Skulptur, erklärte er Moringer am Freitagmorgen. Letzterer überlegte - und entschied sich, sein schon am Vortag auf Geheiß des Rektors verhülltes Werk unangetastet zu lassen, da er sonst Zensur nachgegeben hätte. Zu Mittag wurde es auf einen Lagerplatz der Bildhauerklasse transportiert.

Dass die Universität von der Entwicklung aber vollkommen überrascht gewesen sei, wie Pressesprecherin Anja Seipenbusch-Hufschmied am Donnerstag zum Standard sagte, scheint unwahrscheinlich. "Ich habe sowohl den Rektor als auch die Sprecherin vor geraumer Zeit von meinem Plan informiert", sagt Moringer. Auf die Frage, ob das eine Lüge sei, antwortet Anja Seipenbusch-Hufschmied ausweichend. "Die Sache ist für uns abgeschlossen, mehr möchte ich mich dazu nicht äußern." (moe, DER STANDARD Print-Ausgabe, 20./21.06.2009)

  • Die allumfassende Liebe schließt den Hass ein, interpretiert der Künstler das Hakenkreuz. 
 
    foto: standard/christain fischer

    Die allumfassende Liebe schließt den Hass ein, interpretiert der Künstler das Hakenkreuz.

     

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