Telekom Austria informiert Kunden über geplante Abmahnungen durch Medien-Industrie

  • Artikelbild

Briefe waren nicht gefälscht und klären über Sachverhalt auf

Am Nachmittag berichtete derStandard.at von möglicherweise gefälschten Abmahnbriefen der Telekom Austria, wonach Kunden per Filesharing gegen Urheberechte verstoßen hätten. Blogs meldeten dubiose Briefe, deren Echtheit angezweifelt wurde, da Formatierung und Briefkopf von bisherigen offiziellen Schreiben des Unternehmens abwichen.

Bestätigt

Gegenüber derStandard.at bestätigte Telekom-Sprecher Martin Bredl nun die Echtheit dieser Schreiben. Allerdings betont Bredl, dass es sich nicht um Abmahnschreiben handele.

"Der Anwalt der Firma DigiProtect, Gesellschaft zum Schutze digitaler Medien mbH aus Frankfurt am Main, hat die Telekom Austria per Auskunftsersuchen aufgefordert, Namen und Anschrift der von der Firma DigiProtect festgestellten IP-Adresse(n) bekannt zu geben, mit denen laut DigiProtect ein urheberrechtlich geschütztes Werk/urheberrechtlich geschützte Werke anderen Nutzern im Wege einer Tauschbörse widerrechtlich zum Download angeboten wurden", erklärt Bredl.

Allerdings sei die Telekom Austria dieser Aufforderung nicht nachgekommen, habe "aber aus kundendienstlichen Erwägungen die betroffenen Kunden per eingeschriebenem Brief über den Sachverhalt informiert und auf mögliche rechtliche Konsequenzen hingewiesen, falls die Mitteilungen der Firma DigiProtect zutreffen und eine Urheberrechtsverletzung vorliegt".

Nicht vom Tisch

Es handele sich bei diesem Schreiben keinesfalls um eine Abmahnung, sondern um eine reine Information für die Kunden. "Wir haben diese Vorgangsweise mit der Konsumentenschutz-Abteilung der Arbeiterkammer abgestimmt", so die Telekom.

Damit dürfte die Sache für die Betroffenen allerdings nicht vom Tisch sein. Es gilt abzuwarten, wie die Vertreter der Medienindustrie in den kommenden Tagen reagieren werden und, ob sie ihrer Mahnung auch nachgehen. Im Zweifelsfall ist es in jedem Fall ratsam, sich an den Konsumentenschutz zu wenden. (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 18.6.2009)

 

Share if you care