Derzeit "beispiellos" hohe CO2-Werte

22. Juni 2009, 18:14
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Geoforscher untersuchten zwei Millionen Jahre Klimageschichte

Frankfurt/Main - Die Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in der Erdatmosphäre ist während der vergangenen zwei Millionen Jahre weitgehend konstant geblieben. Damit sind die derzeit extrem hohen CO2-Werte in der jüngeren Erdgeschichte beispiellos, wie Geoforscher nachwiesen.

Für zuverlässige Klimaprognosen könnte sich ein Blick in die Vergangenheit als durchaus hilfreich erweisen. Davon erhoffen sich Forscher Aufschluss darüber, ob es in der Erdgeschichte bereits ähnlich hohe Kohlendioxidwerte gab und wie diese das Klima beeinflussten. Manche Wissenschaftler glauben, dass Schwankungen des Gases in der Atmosphäre auch früher schon die meteorologischen Bedingungen auf der Erde prägten und dass sinkende CO2-Werte zu den periodisch wiederkehrenden Eiszeiten beitrugen.

Bohrungen

Dies ist zumindest in der jüngeren Erdgeschichte nicht der Fall, wie eine Studie der New Yorker Columbia Universität zeigt. Durch Bohrungen vor der afrikanischen Atlantikküste erreichten die Geoforscher um Bärbel Hönisch Planktonreste mit einem Alter bis zu 2,1 Millionen Jahren. Aus den in den Schalen eingelagerten Bor-Isotopen leiteten die Wissenschaftler die jeweils vorherrschenden CO2-Konzentrationen auf der Erde ab.

Diese waren demnach nur geringfügigen Schwankungen unterworfen. Dies gilt auch für die Zeit vor etwa 850.000 Jahren, als die Eiszeiten länger wurden und sich die Eismassen weiter von den Polen entfernten als zuvor. Hinter dieser Abkühlung vermuteten viele Forscher fallende CO2-Werte.

Deutliche CO2-Zunahme

Zu Unrecht, wie Hönisch im Magazin "Science" berichtet. "Diese Studie zeigt uns, dass Kohlendioxid nicht der Hauptauslöser war, obwohl unsere Daten darauf hin deuten, dass Treibhausgase und Klimawandel durchaus eng miteinander verbunden sind", sagt Hönisch. Die heutigen Werte wurden in den vergangenen zwei Millionen Jahren nicht einmal annähernd erreicht. Während die Durchschnittswerte über Jahrmillionen bei 280 ppm (parts per million) lagen, erreichen sie inzwischen 385 ppm. Dies entspricht einer Zunahme um fast 40 Prozent. (APA/AP)

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