Steppenpaviane gehen platonische Beziehungen ein

20. Juni 2009, 21:47

Forscherin: "Der Nutzen dieser Freundschaften bleibt uns unbekannt"

Washington DC/Wien - Pavian-Männchen und -Weibchen bilden platonische Beziehungen, in denen Sex kein Thema ist. Gute männliche Freunde in Reichweite erleichtern weiblichen Steppenpavianen und ihren Kindern das Leben sehr. Damit schützen sie sich vor allzu lästigen anderen Männchen. Warum sich Pavian-Männchen auf solche platonischen Beziehungen einlassen, bleibt allerdings unklar, schreibt die Primatenforscherin Nga Nguyen von der California State University in Fullerton im Fachmagazin "Behavorial Sociobiology and Ecology". "Der Nutzen dieser Freundschaften bleibt uns unbekannt", so Nguyen.

Nicht nur von Pavianen, sondern auch von Makaken und anderen Primaten-Spezies sind solche rein platonischen Beziehungen bekannt. "Männchen sollten sich eigentlich darum bemühen, Weibchen zur Paarung zu suchen, anstatt sich um Mütter mit Nachwuchs zu kümmern", meint Nguyen.

Untersuchung

Um Licht in die Sache zu bringen, hat die Forscherin mit Russell Van Horn von der Zoological Society of San Diego, Susan Alberts von der Duke University und Jeanne Altmann von der Princeton University mehr als 500 Steppenpaviane in Amboseli (Kenia) untersucht. Unter anderem wurden genetische Tests durchgeführt, um die Verwandtschaftsverhältnisse zu bestimmen und den Nachwuchs zuzuordnen. "Interessanterweise war bei der Hälfte der platonischen Freunde der Weibchen dieser Freund auch der Vater des Nachwuchses", so die Forscherin. Das sei deswegen interessant, da jedes der Weibchen zuvor Sex mit zahlreichen anderen Männchen hatte - aber nur die genetischen Väter wurden dann zu Freunden.

"Meines Wissens nach können menschliche Männer ihre leiblichen Kinder nicht von anderen Kindern auseinander halten. Offensichtlich können das aber Pavianväter", so Nguyen. Was die Forscher allerdings noch mehr verwunderte war die Tatsache, dass die andere Hälfte der Männchen, die sich um die jungen Pavianmütter kümmerten, nicht einmal potenzielle Väter der Kinder waren. Das heißt, dass es keinen Sex zwischen den beiden gab. "Wir haben keine Ahnung, welchen Sinn dieses Verhalten hat, außer, dass andere Weibchen in der Gruppe sehen, wie sehr sich die Männchen um die Weibchen kümmern", so die Forscherin. Dieses Verhalten könnte den anderen Weibchen signalisieren, welche sozialen Fähigkeiten ein Männchen habe und dass es ein guter Partner sei. Beweise für diese Annahme gibt es allerdings nicht. Den Weibchen mit den Neugeborenen hingegen nutzt diese platonische Beziehung aber schon, denn der männliche Freund schütze sie vor Angriffen und Aggressionen anderer Artgenossen. (pte)

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17 Postings
madman
00
22.6.2009, 11:20
einfach sympathie, freundschaft und kinderliebe?

muß ja nicht alles mit sex zu tun haben

Thomas Felder
00
22.6.2009, 09:54
"Meines Wissens nach können menschliche Männer ihre leiblichen Kinder nicht von anderen Kindern auseinander halten.

naja, doch, wenn man sich sein kind ganz genau ansieht und merkt, dass es nicht die geringste ähnlichkeit gibt

michael streuleitner
00
22.6.2009, 09:34
...

Ist doch klar. Die wollen nur jemanden zum reden.

little monster
 
00
21.6.2009, 21:22

Der Begriff "Nutzen" scheint hier ein wenig zu eng gefasst worden zu sein, oder zu marktwirtschaftlich.

sturmy
00
21.6.2009, 17:39
war Papa Ratzinger auf Besuch???

Micaela Sklubova
26
21.6.2009, 12:11
Immer wieder verwunderlich

Sorry, aber wie blöd sind ForscherInnen eigentlich?

Welchen "Nutzen" haben denn Freundschaften bei Menschen????
Ist Freundschaft nicht bereits genug "Nutzen", auch für einen Pavian bzw eine Pavianin?

Auch Tiere sind nicht nur auf der Welt um 24 Stunden am Tag an Fortpflanzung zu denken. Es gibt auch Spaß, es gibt Freude, es gibt Trauer, es gibt Zuneigung... usw...
Wie wärs wenn Frau Nguyen mal ein bisschen ihr Hirn einschaltet? Statt ihre Eierstöcke.

AlterEgo
 
10
22.6.2009, 09:49
Vielleicht genügt dir diese Antwort:


"Blöd" wäre ein Biologe nur, wenn er menschliche Maßstäbe bei Tieren anlegen würde. Das kann nämlich ziemlich in die Hose gehen.

Nick Tameer
10
22.6.2009, 08:38

Ich glaube, das hat Dawkins mit seinem Singen vom egoistischen Gen getan. Jetzt reicht es nicht mehr zu sagen, dass ein Verhalten der Arterhaltung nützt, sondern man muss den handfesten egoistisch-genetischen Nutzen dingfest machen, teilweise mit sehr lachhaften Resultaten - besonders, wenn wieder mal Psychologen an der Arbeit waren. Ich habe Dawkins nicht gelesen und vielleicht meint er es bei genauer Betrachtung ja nicht wirklich genau so, aber der Fluch der einprägsamen Formulierung ist in der Welt.

molekühl
22
21.6.2009, 10:49

Warum soll es für Männchen überhaupt einen Sinn haben? Ein Bandwurm hat schliesslich auch keinen "Sinn" für den Wirt, trotzdem gibts Bandwürmer...
Die Weibchen sind hier offenbar erfolgreiche "Parasiten" der Männchen, und haben es geschafft, bestimmte (paarungsbezogene) Verhaltensweisen der Männchen zu utilarisieren, ohne dafür allzuviel an Gegenleistung abzugeben.
Sowas soll es ja auch bei höher entwickelten Affen geben. Oder hat hier noch niemand ein nobles Abendessen (und zwei geduldige Ohren) für null Gegenleistung abgegeben?
(Aber natürlich gibts den umgehrten Fall auch; man sollte aber in der Evolution eben nicht immer nach einem allgemeinen Sinn oder einem Nutzen für alle Beteiligten suchen - da wirds dann pseudoreligiös)..

jaws
00
22.6.2009, 09:04

Wenn Dir die Gesellschaft eines bestimmten Menschen beim Abendessen nicht genügt, sondern Du darüber hinaus irgendeine Art von "Leistung" erwartest, dann solltest Du entweder diese Person nicht zum Essen einladen oder jemanden direkt für die eigentlich gewünschte Leistung bezahlen.

internetsüchtlerin
03
21.6.2009, 13:14

naja bei der dame, von der sie offensichtlich enttäuscht wurden, waren sie ja nicht auf eine platonische freundschaft aus?



kelte
00
21.6.2009, 13:11

du sucht keinen sinn, sondern bewertest das verhalten... was ist besser???

anstatt es zu akzeptieren, ich denk im gerhin sind weibchen und männchen auch bei den affen gleich...

opti
10
21.6.2009, 08:37
phantasielos - humanozentrisch

in weiten bereichen des tierreichs ist dei sexuallle aktivität auf relativ kleine zeiträume beschränkt - nur bei menschen und domestizierten tieren ist sex ein dauerthema

und hat schon jemand kompetenter geprüft ob diese affen nicht katholisch sind? und ob es einen priester gibt? - sonst is deshalb nix mit sex

internetsüchtlerin
01
21.6.2009, 08:33

tiere dürften nun mal auch soziale wesen sein...

vielleicht hat so eine freundschaft ähnliche wirkung wie bei menschen - erhöht einfach das wohlbefinden

Kübra
00
21.6.2009, 02:02

Wer so wenig Verstand und die Fähigkeit zur Verbindung komplexer Ereignisse besitzt, der sollte nicht forschen dürfen.

kelte
00
20.6.2009, 22:33

p.s. anscheinend kriegens affen besser her als affen zu leben als menschen es schaffen als menschen zu leben...

wieso sollten manche tierarten nicht nicht auf sexueller basis zusammenleben können....

als ob alle tiere dne ganzen tag nix anderes im kopf hätten als vögeln...(was ansich ja was gutes ist)

kelte
00
20.6.2009, 21:57

manchmal halte ich die wissenschaft für weltfremd... als ob menschen nicht biologisch wären...

nutzen gibt es viele, erhalt der sippe, freundschaft...etc

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