Pröll-Doppel

Dichand wünscht sich Onkel und Neffen an Staatsspitze

19. Juni 2009, 11:12
  • Artikelbild
    foto: apa/robert jaeger

    "Krone"-Chef Hans Dichand wünscht sich "beide Prölls" an die Spitze des Staates.

"Krone"-Herausgeber wendet sich von SPÖ ab und wünscht sich einen Bundespräsidenten Erwin Pröll und Bundeskanzler Josef Pröll - Fellner: "Pröll wäre ein idealer Präsident"

Der Herausgeber der "Kronen Zeitung", Hans Dichand, wendet sich nun offen von Bundeskanzler Werner Faymann ab. In einem Interview mit dem Magazin "LiVE", eine "Krone"-Beilage der Freitag-Ausgabe, erklärte Dichand, er wünsche sich "beide Prölls" an der Spitze des Staates. ÖVP-Chef Josef Pröll solle nächster Bundeskanzler, dessen Onkel, Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll, nächster Bundespräsident werden. Kolportierter Grund für den Schwenk zur ÖVP sind die Inserate von Faymann und SPÖ im Konkurrenz-Blatt "Österreich". Doch auch dort teilt Wolfgang Fellner in der Kolumne "Das sagt 'Österreich'" mit: "Erwin Pröll wäre ein idealer Präsident".

"Nur als Ergebnisse echter demokratischer Wahlen"

Als Journalist meine er zu spüren, "dass die große Wendung kommen könnte, die ich für Österreich erwarte, nämlich, dass beide Prölls, der eine als Bundeskanzler, der andere als Bundespräsident, an der Spitze des Staates stehen", so Dichand in "LiVE". Etwas skurril mutet an, dass Dichand betont, die Wende nur auf demokratischem Weg zu wollen: "Dabei ist mir klar, dass diese Wendungen nur als Ergebnisse echter demokratischer Wahlen kommen können".

Pröll nicht "über Gebühr motiviert"

Man werde nicht vor Herbst entscheiden, sagt Neffe Pröll im ORF-Mittagsjournal in Richtung Dichand. Die Wünsche des "Krone"-Chefs würden ihn weder stören, noch über Gebühr motivieren. "Ich habe niemandem einen Brief geschrieben, ich halte Distanz zu allen Medien in gleicher Art und Weise, fordere nicht mehr und nicht weniger als eine faire Behandlung, und die habe ich immer erfahren", so der Vizekanzler.

"Stille Hoffnung"

Zum Sieg der ÖVP bei der EU-Wahl meinte Dichand, er gönne ihr das "von ganzem Herzen". Gleichzeitig legte er der ÖVP einen Schwenk ihres EU-Kurses nahe: Der Herausgeber sprach von der "stillen Hoffnung", dass die ÖVP durch den Sieg "endlich von ihrer EU-Hörigkeit, die beschämend ist, wegkommt". 

"Erträumte Wendung"

Enttäuscht ist er in dieser Hinsicht von Faymann: Die von ihm "erträumte Wendung" Österreichs "zu echter Demokratie" habe er gar nicht weit entfernt gesehen, als der SPÖ-Chef "über Nacht seine Partei umzudrehen verstand und plötzlich von der Notwendigkeit einer Volksabstimmung zum EU-Vertrag sprach", so Dichand. Was aber seither passiert sei, zeige eigentlich, "dass ein solcher Weg gegenseitiger Verständigung und echten demokratischen Alltags nicht so leicht zu gehen ist".

Faymann nicht enttäuscht

Kanzler Faymann ist nicht enttäuscht, dass Dichand nun ÖVP-Obmann Pröll als Regierungschef favorisiert: "Es wäre ja absurd, wenn ein Politiker beginnt, Journalisten, Herausgeber, Zeitungseigentümer zu kommentieren", sagte er der "Presse". Faymann: "So, wie ich unabhängig von Medien meine Meinung sage, tun das unabhängige Medien auch."

Kritik an Fischer

Unzufrieden ist Dichand offensichtlich nicht nur mit Faymann, sondern auch mit Bundespräsident Heinz Fischer. Dieser sei "ein zweifellos allgemein angesehener und guter Mann", er habe allerdings in seiner Amtszeit "nicht den Weg zur großen Wendung, die man überall in Österreich erwartet, gewagt". Daher will er Erwin Pröll "schon gerne als Nummer eins unseres Staates sehen, nämlich als unseren nächsten Bundespräsidenten, falls der jetzige auf eine neue Kandidatur verzichten sollte".

Auch Fellner für die Prölls

"Erwin Pröll wäre ein spannendes Kontrastprogramm", schreibt Fellner am Freitag in "Österreich". Dass er der Onkel des Vizekanzlers sei, werde ihm "keiner übel nehmen". 

Nähe zum Kleinformat

Faymann war seit dem berühmten "Krone"-Brief, in dem er und der damaligen Bundeskanzler Alfred Gusenbauer einen EU-Schwank betreffend einer Volksabstimmung über den nächsten EU-Vertrag vollzogen hatten, wegen seiner Nähe zum Kleinformat auch aus den eigenen Reihen heftig kritisiert worden. Er wurde sogar als Neffe des "Onkel Hans" bezeichnet. Die "Krone" hatte in der von der ÖVP nach dem Brief ausgerufenen Neuwahl einen Anti-ÖVP-Kurs eingeschlagen und sich für die SPÖ stark gemacht. "Gelassen führen wir den Kampf um unser Vaterland Österreich weiter. Mit neuen Freunden!", schrieb Dichand damals. (APA/red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 341
1 2 3 4 5 6 7 8
SCB78
00
10.7.2009, 09:39
dichand nicht dicht

das ist doch langsam ein witz, was der alte von sich gibt. kann vielleicht jemand ihn in an rollstuhl setzen und mit ihm a bisserl spazieren gehen? nur so, zum schutze der öffentlichen meinung.

Elisabeth Jarok
00
dichand for president!

als gegenkandidaten bitte lugner, mausi, krankl und die opernball-hotelsacher-lady (namen vergessen). auch die oma aus der möbelhauswerbung wär nicht schlecht (sie hat immerhin schon eine telegene familie!)

dann wirds ein wahlkampf - frei nach qualtinger - voller brutalität ;-)

Schnippeldilderich
00
22.6.2009, 10:38
lech und jaroslav pröll

tolle idee: österreich muss polen werden.
freu mich schon!

Mr. Bubbles
00
21.6.2009, 15:20

fortschreitende demenz?

Gernot Schandl
00
21.6.2009, 10:13
"Demokratische Wendung"

Was Hans Dichand damit meint, dass Josef Pröll nur durch demokratische Wahlen Kanzler werden soll, ist eigentlich ganz leicht zu verstehen: Er soll nicht übermütig werden und einen fliegenden Wechsel zu Schwarz-Blau-Orange versuchen. In dem Fall hätte er die "Krone" nicht hinter sich.

opti
00
21.6.2009, 09:53
gibt es irgendwelche kontobewegungen von raika zu fayma?

ich suche nach einer erklärung warum der faymann alles daran setzt der övp eine mehrheit zu beschaffen

oder hat ihm der onkel was versprochen, wenn er die spö entgültig ruiniert


es kann daoch nicht reine dummheit sein - oder doch?

Otto Fishbine
04
20.6.2009, 21:16
Soeben

die neuen Druckfahnen des LIVE erhalten: Darin wünscht sich nun Hans Dichand seinen Lieblingshund als Bundespräsident (auch mit dem Vierbeiner kann man gut Kuchen essen, außerdem ist er sehr gelehrig, überaus folgsam und macht sich auf Plakaten und der Seite 1 ausgesprochen gut), Christoph Dichand wird Bundeskanzler und Finanzminister (damit sich das alles mit den Stiftungen endlich regelt – Konrad darf Staatssekretär sein, J. Pröll wird Kabinettschef und darf die Mittags-Pizza bestellen), Eva Dichand wird Sozialministerin (mit ihrer Staatssekretärin Desi Streichl-Türk), Mensdorff wird Verteidigungsminister (endlich ein Experte). Und alle anderen Ressorts gehen an Hans Dichand. Aber eben nur auf demokratischem Wege (wenn leicht möglich).

Fritz Wunderlich
03
20.6.2009, 21:00

enteignet dichand

Laird of Glenmore
00
30.6.2009, 21:50

Im Vergleich zu Dichand ist die Springerpresse ein kampagnenloses, linkes Qualitätsprodukt. ;-)

Eine "Enteignet ..."-Kampagne würde mal für etwas Aufsehen sorgen.

pu-muckl
 
00
20.6.2009, 14:10

sollens das doch bitte in kroatien machen, immerhin wurde dort "schatz im silbersee" verfilmt ...

bin ich schon auf sendung ?
02
20.6.2009, 11:01

der greis dichand verwirklicht sein lebensmotto:
das wenige das ich lese schreib ich selbst

des "jungen" fellners motto:
soviel wirren blödsinn absondern wie der dichand absondern kann ich schon lange, sogar in farbe

und beide haben 100 % recht !

I man i tram
04
20.6.2009, 10:32
Österreich wird Entenhausen

Vermehrung durch Verneffung - man zwinkert der geliebten Mini-Maus oder Daisy-Ente zu - schwupps hat man einige Nefflein ;-)
Die Regierungsform: Nepotismus

Das kann ja heiter werden - quak!

living reef
01
20.6.2009, 09:02
österreich lebt in einer populistischen mediendiktatur

angehender Medientechniker
 
01
20.6.2009, 08:13
Dichands Macht ist unkaputtbar

Es wird wohl keiner an der Staatsspitze wagen etwas gegen Dichand und seine Zeitung zu unternehmen.

Jeder der gegen ihn aufbegehrt, wird unter seinem Zorn leiden. Er/Sie wird also vom ganzen Krone-Team diffamiert und fällt dadurch auch bei den Lesern(die ja keine Minderheit ausmachen) in Ungnade fallen(siehe Plasnik oder die Grünen)

Darum wird es in absehbarer Zeit keiner wagen an Dichands Macht zu sägen.

mr smoky
00
20.6.2009, 18:34

schüssel regierte einst gegen die krone, und das über immerhin 6 jahre

Ernst Guevara
02
20.6.2009, 11:36
was aber nix daran ändert,

dass er einfluss von dichands autoritären schmierblattphantasien eine gefahr für die demokratie darstellen. dieses medienmonopol ist schlicht antidemokratisch und läuft einem grundlegenden element der demokratie zuwider: dem meinungspluralismus.

Angus Parvis
00
20.6.2009, 00:37

Erwin Pröll. Is halt noch ein feiner Bursche mit Charakter. Na Mahlzeit.

Dijonnais
01
19.6.2009, 22:50
Der Dichand

ist schon so verkalkt, dass er sich wahrscheinlich auch eine Erbmonarchie der Pröllfamilie vorstellen könnte....

Flotow
 
01
19.6.2009, 22:45

Wär vielleicht gar nicht so schlecht. Da gäb's bei Strassenbefragungen nach dem Namen des Bundeskanzlers oder des BP nicht mehr so viele falsche Antworten.

dieBestatter
11
19.6.2009, 22:32
ich wünsche mir:

pröll sen. als bundespräsident
pröll vizekatzler als katzler (mit strache möglich)
heinz strache als vizekatzler
hilmar kabas als nationalratspräsident
susanne winter als eu kom.
böhmdorfer als verfassungsgerichtshofspräsident

den effen der als justuzminister über die klapse
wieder als anwalt tätig ist:
als justizminister

40 Jahre ÖVP in der Regierung, was für eine Machtgier muß diese Partei haben ?

bin gutmensch, aber sonst ganz o.k.
04
19.6.2009, 22:13

pröll + pröll wär super (vielleicht gibt´s noch einen couisin der erzbischof werden will ? - zb der konrad chrissy),
muß ich die steuererklärung ab jetzt an raiffeisen schicken ?
ps: hat irgendjemand die krone vom 16.7.1969 ? da ist ein super bildrätsel drinnen. (schaut aus wie ein haken, ist aber kein kreuz, ehrlich !!!!)

Karl Bergerle
04
19.6.2009, 19:26
darf jeder seine politischen Wünsche

ab sofort bei der Kronen-Zeitung abgeben? dh wir brauchen nicht mehr zu wählen, weil die Krone alle unsere Wünsche erfüllt.
Ich wünsch mir den KHG als Landwirtschaftsminister!

dwh
01
20.6.2009, 10:53

nur weil sein lebensgefährte am balkon tomaten anpflanzt ?

U-Bahn Steuer
00
21.6.2009, 08:29

die frau ist eine heilige!

StGarg
 
00
22.6.2009, 12:23

Und nach ihrem Gesicht zu urteilen, ist sie auch das beste Pferd im Stall! :)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 341
1 2 3 4 5 6 7 8

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.