Betriebskosten wieder im Fokus

18. Juni 2009, 15:05
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Mietervereinigung: Anstieg im Rahmen der Inflationsrate - Jede zweite zur Überprüfung gebrachte Abrechnung ist zu beanstanden

Wien - Die durchschnittlichen Betriebskosten in Wien sind im vergangenen Jahr mit 2,5 Prozent im Rahmen der Inflationsrate gestiegen. Sie betragen nun 19,18 Euro pro Jahr und Quadratmeter (nach 18,72 Euro im Vorjahr): Dies ist eines der Ergebnisse des Betriebskostenspiegels, welchen die Mietervereinigung (MV) am Donnerstag präsentiert hat. Dabei wohnt es sich aus Betriebskostensicht am billigsten auf der Wieden (17,04 Euro), am teuersten in Simmering mit 22,68 Euro.

Je größer die Anlage, desto günstiger. Über 1.500 Quadratmetern Nutzfläche liegen die durchschnittlichen Betriebskosten pro Quadratmeter im Jahr bei 17,65 Euro, darunter bei 20,61 Euro. Für Liftanlagen liegen die durchschnittlichen Jahreskosten bei 1,95 Euro pro Quadratmeter. Eine 70 m² große Wohnung kommt so im Durchschnitt auf Liftkosten von 136,50 Euro im Jahr.

Als Basis für die Berechnungen dienten die insgesamt 5.000 Betriebskostenabrechnungen in privaten Mietshäusern, welche jährlich überprüft werden - Genossenschafts- und Gemeindebauwohnungen sind nicht inkludiert. Dies erklärt auch die hohen Werte in Flächenbezirken wie Simmering oder Favoriten, da hier die Belagsdichte privater Mietshäuser deutlich höher ist und damit höhere Kosten nach sich zieht.

Betriebskostenabrechnung zu beanstanden

Für den MV-Spiegel werden nur die korrekten Abrechnungen herangezogen. Nach wie vor sei aber jede zweite Betriebskostenabrechnung zu beanstanden, unterstrich Bundesgeschäftsführerin Nadja Shah.

Ein Problem sei, dass lediglich Mieter die zu viel bezahlten Beträge zurückerhalten, die das auch beantragen. Überdies müssten Vermieter auch im Wiederholungsfall keine Pönalen fürchten, was kontraproduktiv sei, so MV-Präsident Georg Niedermühlbichler. Sein Vorschlag: Vermieter sollten die doppelte Summe refundieren.

Kritik übt die SP-nahe Mietervereinigung auch an den hohen Versicherungsprämien, die mit im Schnitt 4,49 Euro pro Jahr und Quadratmeter in etwa den gleichen Anteil an den Betriebskosten ausmachen wie die Reinigungskosten mit 4,55 Euro. Da diese nur dazu dienten, das Erhaltungsrisiko des Hauseigentümers abzusichern, sollten diese aus dem Betriebskostenkatalog gestrichen werden, so Niedermühlbichler. So würde sich überdies der Anreiz erhöhen, besser auf die Kostenstruktur bei den Verträgen zu achten.

Betriebskostenspiegel erstmals in Graz

Erstmals wurde auch für Graz der Betriebskostenspiegel erhoben. Die allgemeinen Werte unterscheiden sich in der steirischen Metropole nur unwesentlich von Wien. Auch hier liegen die Gesamtbetriebskosten ohne Gemeinschaftsanlagen pro Jahr und Quadratmeter bei 19,32 Euro. Die Grazer Müllentsorgung ist dabei mit 2,52 Euro jedoch teurer als die Wiener mit 2,04 Cent. Für die Wasserrechnung müssen Grazer 4,32 Euro pro Jahr und Quadratmeter einplanen, Wiener hingegen 3,36 Euro. Bei den Versicherungskosten steigt Graz mit rund 3,24 Euro jedoch günstiger als Wien mit 4,44 Euro aus. (APA/red)

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