ÖH Wahl

Studierende der Uni Wien lassen E-Voting von VfGH prüfen

18. Juni 2009, 14:39
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    foto: apa/hans klaus techt

    Anwalt Alfred Noll stellt sich die Frage, ob die Einführung elektronischer Wahlen nicht einer "Gesamtänderung der Verfassung" entspricht und deshalb eine Volksabstimmung nötig gewesen wäre.

Kann laut grün-roter Koalition Grundsätze der freien, geheimen, persönlichen Wahl nicht garantieren

Wien - Die Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) an der Uni Wien hat beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) beantragt, das bei den vergangenen Wahlen erstmals eingesetzte E-Voting auf Verfassungswidrigkeiten zu prüfen. Die beiden Vorsitzenden, Fanny Rasul von den Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) und Sophie Wollner vom Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ), begründeten den Antrag am Donnerstag bei einer Pressekonferenz damit, dass elektronische Stimmabgabe per se das freie, geheime, persönliche Wahlrecht nicht garantiere, das Ergebnis vom Wähler nicht überprüft und Manipulation des Wahlergebnis nicht ausgeschlossen werden könne.

Legitimation der ÖH durch E-Voting in Frage gestellt

Ziel des Antrags ist laut ÖH Wien-Anwalt Alfred Noll die Aufhebung der gesetzlichen Grundlage von E-Voting, also der entsprechenden Bestimmungen im Hochschülerschaftsgesetz bzw. in der Hochschülerschaftswahlordnung. Vom VfGH erwartet sich Noll, dass er "Farbe bekennt": Wenn er E-Voting wolle, müsse er analog zur Briefwahl die Verfassung ändern. Allerdings würde sich in diesem Fall die Frage stellen, ob die Einführung elektronischer Wahlen nicht "einer Gesamtänderung der Verfassung" nahekomme und daher eine Volksabstimmung nötig wäre, so Noll. Außerdem gebe es einen Grundsatz des VfGH für Selbstverwaltungskörper wie die ÖH, wonach deren Vertreter in "Wahlen nach demokratischen Grundsätzen" bestimmt werden müssten, was E-Voting nicht leisten könne. Durch Internet-Wahlen wird Noll zufolge daher die Legitimation der ÖH insgesamt vom Gesetzgeber in Frage gestellt.

Rasul sieht den VfGH-Antrag als Botschaft an Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP), "dass sich die ÖH nicht gefallen lassen wird, als Versuchskaninchen missbraucht zu werden". (APA)

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18 Postings
Hagen Arnheim
10
23.6.2009, 01:20
Nieder mit dem Binnen-I

Dieser ganze Gendermüll auf den Unis ist sowieso umsonst. Es bringt nix, ist umständlich und behindert den Lesefluss. Vor allem Frauen finden das ganze normalerweise lächerlich. Wenn man von "Studenten" spricht, sind logischerweise beide Geschlechter gemeint. Zudem ist es ein Rechtschreibfehler, mitten in einem Wort einen Großbuchstaben einzusetzen, der dort nicht hingehört. Gleich diese sinnlose Debatte rund um das "man" - meint natürlich beide Geschlechter und nicht den "Mann". Sparen wir und also diesen man/frau/mensch/lebewesen Dreck. Zum Glück ist Gendern außerhalb der Unis so gut wie inexistent!

Genial war Spruch des RFS im ÖH-Wahlkampf: "Was tut man uns Studenten an? Genderwahn und Gio Hahn" Ha!Ha!Ha!

trollvottel
00
31.1.2011, 14:02

Thema verfehlt

Kelborn
00
19.6.2009, 13:37

hab das Glumpert auch geholt. Klappt hinten und vorne nicht...

Christian Mathias Sand
 
28
18.6.2009, 14:50

Ohne die Genderkeule zu schwingen, ist es wirklich zuviel verlangt, »Studierende« zu schreiben, zumal es mehr Studentinnen als Studenten gibt und alle Vorsitzenden weiblich sind?

In der Sache, sehr lobenswert. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob der bei Selbstverwaltungskörpern tendenziell eher zurückhaltende Vfgh in dieser Sache tatsächlich im Sinne des unmittelbaren und persönlichen Wahlrechts entscheidet, aber zumindest muss sich die ÖH nicht den Vorwurf gefallen lassen, nichts unternommen zu haben.

Kelborn
00
19.6.2009, 13:37

sinnlos...

gegen volxverblödung
00
19.6.2009, 08:07

@christian,
das hat damit zu tun, dass das wort "studierende" eine völlig andere bedeutung hat, als student.

Guybrush Threepwood
00
19.6.2009, 08:54

Welche unterschiedliche Bedeutung?

ChesneyB
00
19.6.2009, 10:24

Ein Studierender ist einer, der gerade studiert. Ein Student ist einer, der auf einer Uni inskribiert ist, aber nicht zwangsläufig gerade studieren muß!

Das heißt: nicht jeder Student ist ein Studierender (einer, der gerade die Handlung des Studierens ausführt) und nicht jeder Studierende ist ein Student!

Ich bin auch kein Student mehr, aber trotzdem manchmal ein Studierender! (Im Moment studiere ich die Postings hier.)

Klar genug, oder haben Sie noch Fragen?

Guybrush Threepwood
00
20.6.2009, 11:48

Also auf so eine Unterscheidung wäre ich nicht gekommen.

Student ist für mich einer, der an einer Uni studiert. Wenn er dort nur inskripiert ist, aber nicht wirklich aktiv studiert, dann ist er in meinen Augen ein Scheinstudent.

(man könnte auch sagen, ein Studierender ist jemand, der an einer Uni studiert; wenn er hingegen nur inskripiert ist ohne wirklich zu studieren, dann ist er ein Scheinstudierender)

So gesehen sehe ich nach wie vor keinen Unterschied zwischen Student und Studierender.

Christian Mathias Sand
 
01
19.6.2009, 08:40

In der Theorie gibt es Bedeutungsnuancen, in der Praxis nicht. Und als alter Deskriptivist zählt für mich nur die Sprachrealität.

ChesneyB
00
19.6.2009, 10:27

Das ist eben keine Nuance. Siehe meine Antworten weiter oben (wenn sie denn erscheinen).

In der deutschen Sprache sind natürliches und grammatisches Geschlecht eben zwei verschiedene Dinge (auch wenn eine gewisse Gruppe etwas anderes behauptet). Schon die Tatsache, daß es nur zwei natürliche aber drei grammatische Geschlechter gibt, zeigt diesen Umstand ganz deutlich. (Abgesehen von Fällen wie "Gast", "Person", "Arbeitskraft", "Mädchen", usw.)

notorischer Besserwisser
11
18.6.2009, 21:35
Nun ja,

zumindest hat sich VfGH-Präsident Holzinger wiederholt höchst kritisch zum E-Voting geäußert, und zwar genau aus jenen Gründen, die in diesem Antrag genannt werden.

Christian Mathias Sand
 
11
18.6.2009, 21:38

Der Vfgh war auch von der letzten Reform der ÖH-Wahlen wenig begeistert und hat das auch in der öffentlichen Verhandlung deutlich gemacht. Im Endeffekt waren dann doch nur irrelevante Teile verfassungswidrig.

notorischer Besserwisser
00
19.6.2009, 16:33
Sicherheit gibt das natürlich keine,

das stimmt schon.

Ich würde nur die beiden Fälle nicht unbedingt miteinander vergleichen wollen. Der eine betrifft die Frage von direkter und indirekter Wahl (also gewissermaßen eine "Feinheit"), die andere aber eines der zentralen Elemente von Demokratie überhaupt. Das hat doch einen ganz anderen Stellenwert, würde ich meinen.

Aber wir werdens ja sehen, ich bin auch sehr gespannt auf die Entscheidung.

Christian Mathias Sand
 
00
18.6.2009, 16:51

Die Änderung (von http://tinyurl.com/mpchm8 )nehme ich mit großem Wohlwollen zur Kenntnis.

per verser
15
18.6.2009, 15:41
"...aber zumindest muss sich die ÖH nicht den Vorwurf gefallen lassen, nichts unternommen zu haben."

das stimmt nicht ganz - es sind rot-grün, die etwas unternehmen. natürlich, selbige repräsentieren in form der koalition die öh, aber es ist schon wichtig zu betonen, wer aktiv wird. oder meinen sie, black samir und die anderen ag-kücken, hätten ihren hahn so brüskiert?

Christian Mathias Sand
 
01
18.6.2009, 15:56

Da stimme ich Ihnen durchaus zu.

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