Mit Erdgas auf den Spuren von Walter Röhrl

18. Juni 2009, 16:37
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Hannes Danzinger ist einer der erfolgreichsten heimischen Rallye-Piloten und er gewinnt mit Erdgas

Der Niederösterreicher Hannes Danzinger wurde 1983 geboren und ist heute einer der erfolgreichsten Rallyefahrer in der Staatsmeisterschaft. Eines seiner Vorbilder ist Walter Röhrl. Letztes Jahr war Danzinger Gesamt-Fünfter, nun fährt er in der Gesamtwertung unter den besten Sechs und "ein Klassensieg ist immer drin", sagt Hannes Danzinger - er fährt seit 2006 mit Erdgas.

"Der erste Erdgas-Wagen war ein VW Golf V GTI, den wir umgerüstet haben." Mit "wir" meint Danzinger auch die Wien Energie, von denen die Idee kam, mit einem Rallye-Auto das Image von Erdgas ein wenig aufzupolieren. "Bei Erdgas weiß jeder sofort, dass es aufgrund der viel geringeren Emissionen der umweltfreundlichere Treibstoff ist, aber Erdgas hat halt ein wenig den Ruf langsam und fad zu sein. Da wollen wir gegensteuern."

Beim 2006er-Golf war der Umstieg noch gar nicht so simpel: "Die Entwicklung war halt einfach noch nicht so weit wie bei den Antrieben der Konkurrenz." Bei der Umrüstung auf Erdgas verlor Danzingers Golf erst rund zehn Prozent an Leistung und legte dafür etwas an Gewicht zu. "Da Erdgas aber sehr klopffest ist konnten wir den Ladedruck und die Verdichtung so weit erhöhen, dass wir am Ende mehr Leistung aus dem Motor holten, als er ursprünglich lieferte." Weil das ganze System noch nicht perfekt lief, verzeichnete das Team auch ein paar Ausfälle.

Seit 2007 fährt Danzinger einen VW Golf Kitcar - also ein reines Rennauto. Da dieser Golf aber schon vom Werk aus so hart abgestimmt ist, bringt der Fronttriebler statt der 265 PS nur mehr 236 Erdgas-PS. Probleme hat Danzinger seit damals nicht mehr: "Der rennt jetzt vom Anstarten, bis der Tank leer ist."

Auch privat mit Erdgas unterwegs

Privat fährt Hannes Danzinger auch ein Erdgas-Auto - ein Fahrzeug der Wien Energie: "Da geht es dann nicht nur um die Emissionen. Abseits vom Rennsport ist auch wichtig, dass man mit Erdgas bis zu 60 Prozent der Treibstoffkosten sparen kann."

Danzinger würde aber auch auf ein Elektromobil umsteigen, wenn er sich sicher wäre, dass er damit gewinnen könne. "Ich glaube aber, dass bei Elektroautos - gerade bei den Akkus - noch fünf bis zehn Jahre an Entwicklung fehlen."

An Erfolgen fehlt es Hannes Danzinger heuer nicht, trotzdem will er bei den letzten drei Staatsmeisterschafts-Rennen und dem Challange-Lauf alles geben. "Die Endwertung ist mir relativ egal. Hauptsache für mich ist, dass ich am Ende weiß, dass ich alles gegeben habe." Eine sportliche Einstellung, für einen Piloten, der in seiner Klasse dominiert wie es Rapid bei einer Saison in der Regionalliga machen würde.

Ach ja, Rapid: Die haben ihren Fuhrpark auch komplett auf Erdgas umgestellt. Danzinger findet das "Super", wenn Sportler ihr Image und ihre Vorbildwirkung für den Umweltschutz nutzen. Das zeigt sich nun auch in den Zulassungszahlen: Im ersten Quartal 2009 stiegen die Zulassungen von Erdgas-Autos im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf 271 Fahrzeuge. In Italien fahren rund 430.000 Erdgas-Autos, weltweit sind es 7,2 Millionen.

Erdgas besteht vorwiegend aus Methan und hat deswegen an fossilen Energieträgern den geringsten Kohlenstoff- und höchsten Wasserstoffgehalt. Im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen emittieren Erdgasautos laut Wien Energie bis zu 85 Prozent weniger Stickoxide, bis zu 20 Prozent weniger Kohlendioxid und bis zu 90 Prozent weniger Partikel. (Guido Gluschitsch, derStandard.at, 18.06.2009)

 

  • Hannes Danzinger fährt 2006 ein erdgasbetriebenes Auto.
    foto: robert may

    Hannes Danzinger fährt 2006 ein erdgasbetriebenes Auto.

  • Danzinger würde auch auf ein Elektromobil umsteigen, wenn er sich
sicher wäre, dass er damit gewinnen könne. "Ich glaube aber, dass bei
Elektroautos - gerade bei den Akkus - noch fünf bis zehn Jahre an
Entwicklung fehlen."
    foto: robert may

    Danzinger würde auch auf ein Elektromobil umsteigen, wenn er sich sicher wäre, dass er damit gewinnen könne. "Ich glaube aber, dass bei Elektroautos - gerade bei den Akkus - noch fünf bis zehn Jahre an Entwicklung fehlen."

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